Aachen: Tiefstapelei des Gästetrainers: „Ladies in Black“ erwarten Erfurt

Aachen: Tiefstapelei des Gästetrainers: „Ladies in Black“ erwarten Erfurt

Dass am Ende der 450 Kilometer langen Reise kein Zuckerschlecken warten wird, dürfte Jonas Kronseder, Trainer von Schwarz-Weiß Erfurt, klar sein, wenn seine Mannschaft am Samstagabend (18 Uhr) im „Hexenkessel“ an der Neuköllner Straße auf die „Ladies in Black“ Aachen trifft.

Wie die Kräfte verteilt sind, dürfte spätestens klar sein, als die Mannschaft von Aachens Trainerin in der Hinrunde in Erfurt einen klaren 3:0-Erfolg einfuhr. Die ersten beiden Sätze gingen mit 25:15 und 25:10 sehr deutlich an die Aachenerinnen, was doppelt bemerkenswert ist: Zum einen war der Sieg in Erfurt der erste Auswärtssieg der Saison, zum anderen mussten die „Ladies“ die Partie ohne die angeschlagene Libera Kirsten Knip bestreiten, die durch Außenangreiferin Karolina Pisla vertreten wurde.

Sollte der Ausfall von Leistungsträgerinnen allerdings ein Garant dafür sein, dass die verbliebenen Spielerinnen über sich hinauswachsen, dann haben die Erfurterinnen beste Chancen, doch Zählbares aus Aachen mitzunehmen: Vier Spielerinnen kehrten kurzfristig mit Einschränkungen wieder zurück in den Kader, dafür traten Wivian Gadelha de Souza (Mittelblock/erkrankt) und Michaela Wessely (Zuspiel/verletzt) die Reise erst gar nicht mit an. Mittlerweile ist das dritte Eigengewächs in den Bundesliga-Kader aufgenommen worden.

Diesem Glauben scheint der Erfurter Coach allerdings nicht anzuhängen, und er erweist sich als Großmeister im Tiefstapeln: „Einen Drei-Punkte-Sieg darf man von uns bei dieser heimstarken Mannschaft sicher nicht erwarten“, erklärte Kronseder im Vorfeld. „Aber wir werden alles versuchen und mutig und mit viel Risiko ins Spiel gehen.“

Tatsächlich ist es in der laufenden Saison bislang nur dem enteilten Spitzentrio — Schwerin hat als Tabellendritter hinter Dresden und Stuttgart immer noch 13 Punkte Vorsprung auf den -vierten Wiesbaden — gelungen, in Aachen Punkte mitzunehmen. Die „Ladies“ gingen bei den bislang acht Auftritten vor eigenem Publikum also bislang fünfmal als Siegerinnen vom Platz.

Gegen Erfurt könnten die Aachenerinnen mit einer konzentrierten Leistung den insgesamt zehnten Saisonsieg feiern und mit ein wenig Glück sogar wieder auf den vierten Tabellenplatz klettern, was bei den Play-offs Heimrecht im ersten Aufeinandertreffen mit dem Tabellenfünften bedeutet — und bei einem eventuell notwendigen dritten Spiel in der Serie „best of three“ im entscheidenden Aufeinandertreffen ebenfalls. Tatsächlich haben sich die „Ladies“ mit ihrer Spielstärke und Einsatzbereitschaft im oberen Tabellendrittel fest etabliert: Bereits fünf Begegnungen gewannen die Aachenerinnen ohne Satzverlust.

Mehr von Aachener Nachrichten