Sechs Punkte in zwei Tagen: Vollgas ist das Sparkonzept der Powervolleys Düren

Sechs Punkte in zwei Tagen: Vollgas ist das Sparkonzept der Powervolleys Düren

Wie spart man am meisten Kräfte? Indem man von Anfang an Vollgas gibt. Diese Antwort hat der Volleyball-Bundesligist SWD Powervolleys Düren am Sonntag gegeben und auch den TV Rottenburg mit 3:0 geschlagen.

25:20, 28:26, 25:16 lauteten die Satzergebnisse. Am Samstag hatte Düren zu Hause auch schon die deutsche Juniorenauswahl des VC Olympia Berlin mit 3:0 (25:22, 25:20, 25:18) geschlagen.

Düren trat am Sonntagabend zum dritten Mal innerhalb von vier Tagen zu einem Pflichtspiel an. Und mit der Vollgasfahrt wollten sie dem TV Rottenburg am Ende dieser kräftezehrenden Tage schnell zeigen, dass die Schwaben mit viel rechnen konnten, aber nicht mit müden Dürenern. Im ersten Satz ging die Rechnung auf, Düren führte nach Gegenangriffen von Kapitän Michel Andrei und einem Ass von Spielmacher Tomas Kocian 13:8. Sebastian Gevert legte einen krachenden Block nach, und der Satz war früh entschieden. Zu früh, denn am Ende ließen müde Dürener nach, Rottenburg konnte den hohen Rückstand verkleinern und Rhythmus aufnehmen.

Powervolleys besiegen Rottenburg mit 3:0

Den behielten die Gäste bei, führten schnell 5:2. „Das waren glückliche Punkte. Das haben wir aber weggesteckt“, sagte Dürens Trainer Stefan Falter. Mit einem Gevert-Aufschlag führte Düren 17:15, konnte sich aber nicht absetzen. „Was willst du erwarten. Alle sind nach dem Programm müde“, sagte Kocian. Düren wackelte, ein Fehler in der Annahme brachte Rottenburg sogar die 24:22-Führung und damit zwei Satzbälle in Durchgang zwei.

Hallo-Wach-Effekt

Für den Hallo-Wach-Effekt sorgte Gästetrainer Hans-Peter Müller-Angstenberger, der Ende des zweiten Satzes zweimal heftig gegen Schiedsrichter-Entscheidungen protestierte. Einmal mit mehr Recht, einmal mit weniger. Einer dieser Bälle brachte Düren das 24:24 und Gevert wenige Bälle später an die Aufschlaglinie. Rottenburg zog jetzt alle Register, um Dürens gefährlichsten Aufschläger in seiner Konzentration zu stören. „Ihr Kapitän Idi ist halt ein Taktik-Fuchs“, sagte Falter zu den kleinen Scharmüzeln. „Allerdings hat sich Sebastian davon gar nicht beeindrucken lassen.“

Düren gewann den einzig spannenden Satz des Wochenendes und damit eigentlich auch das Spiel.

Denn das mit dem Emotionen hochgekochte Adrenalin trug den sichtbar ermüdeten Gevert und seine Mitspieler jetzt. Auf einen vierten Satz hatten sie keine Lust, deswegen kehrten sie zur Taktik des ersten Satzes zurück: Vollgas von Anfang an. Das war zu schnell für Rottenburg, spätestens nach einem Kocian-Ass zum 11:7 ließen sie abreißen.

„Wir haben mit den zwei Spielen einen ziemlich dicken Stein bewegt“, sagte Falter. Damit meint er nicht unbedingt, dass die Powervolleys von Platz sieben auf Platz vier geklettert sind, sondern den gewonnenen Kampf gegen die Müdigkeit. Zudem gelang es, den Spielern aus der zweiten Reihe Einsatzzeit zu geben. Seine ersten Minuten im Dürener Trikot auf dem Feld hatte Volleyball-Legende Björn Andrae, der gegen Rottenburg zweimal eingewechselt wurde. „Wir konnten ihn schon mal reinschnuppern lassen. Das war wichtig“, erklärte Falter.

Am Samstagabend profitierten die Powervolleys unter anderem von der Vorbereitung des VC Olympia Berlin. Die hatten zwar beobachtet, dass Friedrichshafen die Dürener am Donnerstag – dem ersten Spiel des Dreierpacks, das Düren auswärts 1:3 verloren hatte – mit taktischen Aufschlägen in Bedrängnis gebracht hatte und wollten das kopieren.

„Dabei haben sie zu viele Fehler gemacht und sich damit keinen Gefallen getan“, sagte Falter, der sich aber keinesfalls darüber beschweren wollte, dass der als enorm stark geltende Nachwuchsjahrgang sich damit selbst schwächte.

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