Dürener nach 3:1 in Giesen gegen Friedrichshafen: Der Powervolleys-Trainer hat großen Redebedarf

Dürener nach 3:1 in Giesen gegen Friedrichshafen: Der Powervolleys-Trainer hat großen Redebedarf

Die SWD Powervolleys haben das Halbfinale im DVV-Pokal gebucht. Nach dem 3:1-Auswärtssieg (24:26, 25:20, 25:19, 25:19) gegen den starken Aufsteiger Helios Grizzlys Giesen tritt Düren jetzt im Halbfinale beim VfB Friedrichshafen an.

Im zweiten Satz gegen Giesen gab es Redebedarf. „Unser Auftreten hat mir nicht gefallen“, sagte Falter nach dem Viertelfinale bei den Helios Grizzlys. Das Nicht-Gefallen lag nicht daran, dass es nach Sätzen 1:1 stand und dass die Powervolleys im ersten Satz einen hohen Vorsprung noch hergegeben hatten.

Das Wie hat Falter gestört. „Wir waren irgendwie so pfauenhaft, so arrogant“, schilderte der Trainer seine Sichtweise, die er nicht exklusiv hatte. Düren führte in Satz eins schnell mit 7:1 und verlor den Durchgang dann dennoch mit 24:26, weil es sich zu viele Fehler leistete.

Der Außenseiter aus Giesen tat dann, was Außenseiter tun, wenn sie eine Chance wittern. Sie spielten alles oder nichts und gewannen mit einem mutigen Schlussspurt noch 26:24. Der Mut der Grizzlys reichte bis zum 10:14 aus Dürener Sicht im zweiten Satz. Da änderte sich die Körpersprache, Düren stellte um von pfauenhaft auf fokussiert. „Wir haben gut reagiert, als wir das angesprochen haben“, sagte Falter. Ab der Mitte des zweiten Satzes arbeitete sich Düren mit starken Aufschlägen in die Partie. Nach dem Ausgleich zum 18:18 übernahm der Favorit die Kontrolle und gab sie nicht mehr her.

Spätestens da war die Idee aus den Köpfen der Spieler verschwunden, dass das Viertelfinale beim Aufsteiger nach der schnellen Führung in Satz eins ohne großen Arbeitsaufwand gewonnen werden könnte. Die letzten drei Sätze endeten alle mit einem Sebastian Gevert an der Aufschlaglinie, der den Spielaufbau der Grizzlys nachhaltig störte.

Die wuchtigen Aufschläge des Linkshänders waren aber nicht das einzige, das von jetzt an für Düren sprach. Der Kanadier Irvan Brar kam zu seinem ersten längeren Einsatz und machte sein Team stärker. Bisher war er nicht zum Zuge gekommen hinter Lucas Coleman. Da der nach einer Hüftoperation lange ausfällt, musste Brar ran. „Das Fehlermanagement bei Irvan war bisher ein Problem“, sagte Falter. Der sprunggewaltige Angreifer hat den Hang, gerne zu viel Risiko zu nehmen. Das war gegen die Grizzlys nicht der Fall. „Er hat das richtig gut gemacht, vor allem aus schweren Situationen“, lobte der Trainer.

Lob für Abwehrchef Or

Das größte Lob gab es für Abwehrchef Jordan Or. Den hatten vor Giesen auch schon Lüneburg und Herrsching als Sollbruchstelle ausgemacht. Gezielter taktischer Aufschlag auf Or, der verwackelt die Annahme und lähmt damit den Spielaufbau. Das funktionierte auch für Giesen eineinhalb Sätze lang.

„Wir haben dann was geändert“, beschrieb Falter. Nämlich den Auftaktschritt zur Annahme-Bewegung, den Or aus Falters Sicht zu weit nach vorne gemacht hatte. „Das ist sehr schwer, an einem so komplexen Bewegungsablauf etwas spontan zu ändern“, schilderte Falter.

Aber der kanadische Abwehrchef habe das geschafft. „Das war wichtig für Jordan. Und für das ganze Team, das gesehen hat, dass bei Jordan ein guter Prozess in Gang ist.“ Die Dürener Annahme um Or muss sicherer stehen, wenn die Powervolleys sich ambitionierte Ziele setzen wollen. Beispielsweise den, im Halbfinale zu bestehen. Die Leistungssteigerung im Viertelfinale war ein Schritt in eben diese Richtung.

Mehr von Aachener Nachrichten