Düren: Mit Spaß und harter Arbeit ins Halbfinale

Düren: Mit Spaß und harter Arbeit ins Halbfinale

Evivo-Geschäftsführer Rüdiger Hein will keine zu hohen Erwartungen schüren. Trotz der namhaften Neuzugänge, trotz des im Vergleich zur Vorsaison deutlich erfahreneren und spielstärkeren Kaders, spricht auch der Sportliche Leiter Goswin Caro zehn Tage vor Saisonbeginn nicht von Endspielen oder gar Titeln.

„Unser Ziel ist das Halbfinale”, lautet die Vorgabe der Vereinsführung, mit der Trainer Sven Anton gut leben kann, schließlich ist nicht nur nach seiner Einschätzung die Volleyball-Bundesliga vor der Saison „in der Breite noch einmal enger zusammengerückt”.

Hinter dem vielleicht noch ein Stück entfernten Spitzentrio mit dem VfB Friedrichshafen, Generali Haching und dem SCC Berlin aber sieht er sein Team in Schlagdistanz, vorausgesetzt „wir gehen voll konzentriert ins jedes Spiel”. Denn, und das ist der Vereinsführung mindestens ebenso wichtig wie der sportliche Erfolg: Der Funke soll wieder vom Feld auf die Fans überspringen. „Unser Ziel muss es sein, die Arena vom ersten Tag an zu begeistern”.

Dazu beitragen soll vor allem auch der jüngste Neuzugang Olivier Nongny, von seinen kameruner Landsleuten kurz „Zonzon” genannt. Der 23-jährige Muskelprotz überzeugte Sven Anton nicht nur durch seine Beweglichkeit am Netz. Der Mittelblocker ist bei aller Professionalität auch ein Spaßvogel auf dem Feld. Und Spaß ist für Dürens Coach neben harter Arbeit ein nicht zu unterschätzender Erfolgsfaktor, der vielleicht am Ende die letzten zehn bis 15 Prozent Leistung herauskitzelt.

Auf „Zonzon”, der sich auf Empfehlung seines Nationaltrainers, des deutschen Peter Nonnnenbroich, „aus dem Herzen heraus” für einen Wechsel aus dem heißen Wüstenstaat Bahrain ins vorwinterlich-kalte Düren entschieden hat, wartet aber jetzt erst einmal harte Arbeit. Vor allem müssen sich Dürens Zuspieler erst noch auf den sprunggewaltigen Mittelblocker einstellen. Dafür bleiben bis zum ersten Spieltag gerade einmal zehn Tage Zeit. Zehn Tage, in denen sich auch WM-Fahrer Christian Dünnes auf seine neuen Mitspieler einstellen muss. Entsprechend wichtig ist Sven Anton das Turnier am Wochenende im polnischen Breslau. Denn er weiß: Nach den ersten beiden Pflichtaufgaben gegen den CV Mitteldeutschland und den VC Olympia warten mit Haching und dem SCC Berlin bereits zwei echte Kracher.

Bis dahin muss die Abstimmung klappen. Aber nicht nur Fabian Kohl ist zuversichtlich: „Wir sind viel weiter als im Vorjahr”, zieht der Libero eine positive Bilanz der bisherigen Vorbereitung, in der Evivo verstärkt auf Athletikttraining am Olympiastützpunkt Köln setzte. Eine Maßnahme, vor der auch der Niederländer Michael Olieman profitierte. Er hat im Sommer vielleicht den größten Fortschritt gemacht. Auch wenn ihm zur einstigen Nationalmannschafts-Topform noch ein paar Prozent fehlen, kann der 27-Jährige endlich wieder schmerzfrei ohne Rückenbeschwerden trainieren und zeigte sich zuletzt auf der Diagonalposition so stark verbessert, dass Christian Dünnes auch Außen/Annahme übernehmen könnte. „Ich glaube, wir haben die richtige Mischung aus erfahrenen und jungen Spielern gefunden”, ist Goswin Caro überzeugt: „Wenn alle gesund bleiben, sehe ich kein Problem, unsere Ziele zu erreichen.”