Hälfte des Teams grippekrank: Sympathiepunkte für das letzte Aufgebot der Ladies in Black

Hälfte des Teams grippekrank: Sympathiepunkte für das letzte Aufgebot der Ladies in Black

Es war das allerletzte Aufgebot der Ladies in Black Aachen, das sich am Freitag auf den Weg zum VfB Suhl gemacht hatte. Die halbe Mannschaft hütete grippekrank das Bett, zwei Spielerinnen aus der Regionalliga-Mannschaft mussten bei den Profis aushelfen.

„Zwischen überhaupt nichts wissen und im Mannschaftsbus sitzen haben am Freitag zwei Stunden gelegen“, beschreibt Julia Pelzer ihre „Vorbereitung“ auf das erste Bundesliga-Spiel ihres Lebens mit den Ladies in Black Aachen. Trotz der 0:3-(20:25, 15:25, 23:25)-Niederlage beim VfB Suhl war das „eine supercoole Erfahrung. Da ist ein kleiner Traum für mich in Erfüllung gegangen.“

Schon am Donnerstagabend  war fraglich gewesen, ob Trainerin Saskia van Hintum genug gesunde Spielerinnen zusammenkriegen würde, um in Mannschaftsstärke auflaufen zu können. Dann war klar: Mit Denise Imoudu und Aziliz Divoux fallen beide Zuspielerinnen der Grippewelle ebenso zum Opfer wie Krista DeGeest (Mittelblock), Taylor Agost (Diagonal) und Nicole Oude Luttikhuis (Außenangriff). Blieben also fünf gesunde Profis auf Aachener Seite übrig, Spielverlegung wegen Krankheit ist nicht vorgesehen, Nichtanzutreten wäre mit einer empfindlichen Geldstrafe und einem 0:3 belegt worden.

Kirsten Knip im Zuspiel

So kamen Julia Pelzer und ihre Teamkollegin Nina Kohler aus dem Regionalliga-Team des PTSV zu ihren Profieinsätzen. „Auf der Fahrt nach Suhl wurden wir mit den Gegenspielerinnen vertraut gemacht, am Vormittag vor dem Spiel haben wir einmal gemeinsam mit der Mannschaft trainiert“, schildert Julia Pelzer, die in einer Startformation stand, die es so nicht mehr geben wird: Kirsten Knip hatte ihr orangefarbenes Libera-Trikot gegen das schwarze eingetauscht und agierte als Zuspielerin und gefährliche Aufschlägerin, Mittelblockerin Lisa Gründing musste in die ungewohnte Annahme – und tatsächlich waren die Thüringerinnen auf die System-Umstellungen genauso wenig vorbereitet wie die Aachenerinnen. „Wir haben normales Läufer-System gespielt, aber mit ungewohnter Rollenverteilung“, beschreibt die 22-Jährige den Notfallplan.

Tatsächlich sahen sich die Suhlerinnen mit einer Spielweise konfrontiert, die an Volleyball der 80er-Jahre erinnerte: Hohe, zum Teil gebaggerte Bälle auf die Angriffspositionen zwei und vier und dann jeweils die Attacke setzen, die das Zuspiel erlaubt. Suhl hatte Schwierigkeiten sich darauf einzustellen, Die Ladies gingen trotz aller Widrigkeiten mit 8:5 und 16:14 in Führung und mussten die Gastgeberinnen erst im letzten Satzabschnitt vorbeiziehen lassen.

Den zweiten Durchgang sicherten sich die Thüringerinnen vor 1100 Zuschauern souverän mit 25:15, doch im dritten Satz wollten es die Ladies noch einmal wissen. Kirsten Knip, nach der Partie als MVP ausgezeichnet, setzte den Gegner mit starken Aufschlägen unter Druck. Die Ladies mussten bei 11:11 den Ausgleich hinnehmen, legten dann aber ein 16:13 vor. Bei 22:22 war die Begegnung wieder ausgeglichen, doch Suhl setzte sich knapp mit 25:23 durch.

„Ein Spiel, das drei Punkte brachte, aber nicht den erwarteten sportlichen Reiz hatte. Im Gegenteil: Es war kein fairer sportlicher Vergleich möglich“, stellt sogar der Suhler Spielbericht fest. Und das Publikum in der Wolfsgrube feierten die unterlegenen Gäste.

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