Volleyball: Ladies schrammen knapp an der Sensation vorbei

Volleyball : Ladies schrammen knapp an der Sensation vorbei

Die Aachener Volleyballerinnen müssen sich nach einer 2:0-Satzführung erst im Tiebreak gegen den amtierenden Meister Schwerin geschlagen geben.

Viel hat nicht gefehlt, und die 1779 Zuschauer in der Schweriner Volleyball-Arena hätten ein ganz neues Wort kennenlernen müssen. Denn der Begriff „Heimniederlage“ dürfte für den amtierenden Meister in der Volleyball-Bundesliga nicht unbedingt zum geläufigen Repertoire gehören, aber einen Großteil davon ließen die Ladies in Black das Team von Trainer Felix Koslowski buchstabieren. Die Aachenerinnen mussten sich nach zwei Satzgewinnen (25:18, 25:23) erst im Tiebreak geschlagen geben, nachdem der SSC doch noch in die Begegnung gefunden hatte und sich in den folgenden Durchgängen gegen die Aachenerinnen durchsetzte (15:25, 20:25, 9:15).

„Wir müssen pushen, pushen, pushen. Wir schauen dem Gegner nur beim Spielen zu“, versuchte Koslowski seine Spielerinnen in einer Auszeit an der emotionalen Seite zu packen, nachdem die Gäste die ersten beiden Durchgänge ohne große Gegenwehr für sich entschieden hatten. Die Schwerinerinnen leisteten sich zu viele eigene Fehler – allein 17 in den Aufschlägen – und fanden auch gegen die Aachener Angriffe, gestützt auf eine hervorragende Abwehrleistung von Libera Kirsten Knip, lange Zeit kein probates Mittel.

Bis zur Mitte der Begegnung waren die Ladies einfach das bessere und präsentere Team, und das Schweriner Malheur lässt sich auch an Aachens Ex-Kapitänin in Reihen des SSC ablesen: McKenzie Adams, die ohnehin an Oberschenkelproblemen laboriert, scheiterte dreimal in Folge am starken Aachener Block – und wurde ausgewechselt.

Doch dann konnte der FC Bayern des Frauen-Volleyballs seine Leistung zunehmend stabilisieren, stand besser in der Feldabwehr und leistete sich weniger Fehler. Die Ladies kamen im dritten Durchgang unter die Räder, hätten aber durchaus den vierten Satz zu ihren Gunsten entscheiden können, wären nicht einige Linienrichterentscheidung gegen sie ausgefallen.

Vielleicht ist es genauso bezeichnend, dass es Aachens frühere Zuspielerin Britt Bongaerts war, die sich in Schwerins Reihen dann als Angreiferin zeigte, bei längeren Ballwechseln den entscheiden Spielzug machte und für das Team von der Ostseee punktete. „Wir kämpfen, und wir kommen zurück“, pushte Aachens Trainerin Saskia van Hintum nun ihrerseits ihre Spielerinnen, doch erneut machte Bongaerts den entscheidenden Punkt – und sicherte dem Meister zumindest die Entscheidung im Tiebreak.

Bis zun Seitenwechsel (8:7 für die Ladies) war der Entscheidungssatz völlig offen, doch dann setzten sich die Schwerinerinnen Punkt um Punkt ab, und ein erfolgreicher Block gegen den Angriff von Marrit Jasper brachte den glücklichen Tie-
break-Erfolg gegen sich stark präsentierenden Gäste.

Nicht gewonnen, dennoch einen Punkt aus Schwerin entführt, sicher nicht die schlechteste Voraussetzung für die anstehende Begegnung  gegen den Dresdner SC am Samstag (18 Uhr) vor eigenem Publikum.

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