Play-Off-Halbfinale: Ladies kämpfen, Publikum murrt

Play-Off-Halbfinale : Ladies kämpfen, Publikum murrt

Die Ausgangslage vor diesem dritten Aufeinandertreffen des MTV Stuttgart und der Ladies in Black Aachen am Donnerstag (19 Uhr) im Play-off-Halbfinale um die Deutsche Meisterschaft der Volleyballerinnen ist eindeutig: Gewinnen die Stuttgarter Volleyballerinnen auch diese Begegnung, ist die Saison für die Aachenerinnen beendet.

Die Bronzemedaillen – die ausgeschiedenen Halbfinalisten sind Dritte der Meisterschaft – sind von der Volleyball-Bundesliga jedenfalls schon einmal nach Stuttgart geschickt worden, um die Ladies im Fall der Niederlage zu ehren.

Dabei hat das Rückspiel am Sonntag in Maaseik gezeigt, dass die Aachenerinnen gegen die Übermannschaft der Hauptrunde durchaus auf Augenhöhe antreten. „Das war ein sehr emotionales Spiel. Wir sind einfach froh, dass wir trotz der Schwächephase den Sieg mitgenommen haben“, sagte Stuttgarts Sportchefin Kim Renkema nach der Begegnung, in der die Ladies den Favoriten um ein Haar in den Tiebreak gezwungen hätten. Unter dem Strich hatte der Hauptrunden-Erste gerade einmal ein Pünktchen mehr als die Mannschaft von Aachens Trainerin Saskia van Hintum.

Während die 2043 Zuschauer in der Ausweichhalle im belgischen Maaseik vom sportlichen Vortrag ihrer Mannschaft angetan waren, wächst im Umfeld und im Anhang des Volleyball-Bundesligisten der Unmut über die unbefriedigende Hallensituation in Aachen, die den Umzug ins 50 Kilometer entfernte Maaseik nötig macht, da die Spielstätte an der Neuköllner Straße von der Volleyball-Bundesliga für die Play-offs nicht mehr zugelassen ist.

Ladies in Black verlieren trotz starkem Kampf und großartiger Kulisse

„Keine eindeutige Positionierung“

Der witzige wie plakative Spruch „André, 57, Hallensprecher, sucht ein neues Zuhause“, zierte das T-Shirt von André Schnitker, der gleich mehrere Rollen innehat. Schnitker ist nicht nur Moderator bei den Heimspielen der Ladies, er ist auch Vorstandsmitglied beim PTSV Aachen, dem Mutterverein der Profi-Volleyballerinnen, und bei der Stadt Aachen angestellt. „Wer mich kennt, der weiß genau, dass ich seit Jahrzehnten Volleyballer mit Herzblut bin“, sagt Schnitker zu seinem Engagement. „Wir würden uns schon wünschen, dass in Sachen Hallenneubau endlich Bewegung in die Angelegenheit kommt.“

Ein „Obdachloser“: Hallensprecher ­André Schnitker. Foto: Andreas Steindl

Interessenkonflikte mit seiner beruflichen Tätigkeit sieht Schnitker nicht, „zumal sich das ja nicht nur an die Stadt Aachen, sondern auch an die Städteregion richtet, zu der die Halle an der Neuköllner Straße gehört. Aber jetzt kann es ruhig mal ein klares Bekenntnis oder eine Aussage geben. Und das in alle Richtungen, obwohl die Geduld der Volleyball-Bundesliga sicher nicht unendlich ist.“

Der Hallensprecher der Ladies steht mit seinem Ansinnen nicht allein da. Unzählige Plakate „zierten“ beim Rückspiel der Ladies die Tribünenwände, auf denen zu lesen war „Danke, Maaseik – Schäm Dich, Aachen“. Damit nicht genug, es wurde am Montag nach dem Spiel eine Online-Petition gestartet, die „Eine Halle für Aachen“ fordert. Nach nur drei Tagen hatten sich bereits 529 Unterzeichner gefunden, 285 davon aus der Städteregion. Ziel sind 3500 Unterschriften. „Schön wäre es, wenn wir eine Volleyballhalle wie in Maaseik bekommen könnten, die auch für andere Ballsportarten dienen könnte“, sagt Frank Schidlowski, Vorsitzender des PTSV Aachen. „Aber wir kommen nicht einmal an den Punkt, an dem über die Finanzierung geredet wird. Es ist sehr unbefriedigend, dass sich die Stadt in dieser Frage nicht eindeutig positioniert.“

Hier geht es zur Bilderstrecke: Ladies in Black verpassen den Ausgleich gegen Stuttgart

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