Ladies in Black vor Spiel gegen Dresden optimistisch

Vor dem Spiel gegen Dresden : Dresden ist die hohe Hürde vor dem Halbfinale

Kapitänin Lisa Gründing und die Ladies in Black sehen sich vor dem Auftakt der Viertelfinalspiele nicht als Underdogs

Große Aufgeregtheit sieht anders aus. Im Gegenteil: Lisa Gründing, Kapitänin der Ladies in Black Aachen, wirkt recht entspannt, wenn sie die Rolle des Underdogs vor dem ersten Play-off-Viertelfinale beim Dresdner SC überhaupt nicht haben will. „In der Hauptrunde haben wir in Dresden gewonnen und haben auch jetzt unsere Chance. Wir wollen unbedingt ins Halbfinale kommen“, sagt sie.

Dritter der Hauptrunde gegen den Sechsten lautet diese Paarung, und mit ein bisschen Glück hätten die Aachenerinnen auch noch den Sprung auf Platz vier schaffen können. „Unser Ziel war es, in Münster drei Punkte zu holen. Das haben wir geschafft, und alles andere lag nicht in unserer Hand.“ Das Mittelfeld der Tabelle ist dichtgedrängt, Vilsbiburg ist nach dem Tiebreak-Sieg punktgleich Fünfter, hat aber einen Sieg mehr geholt, Potsdam war nach dem Fünfsatz-Sieg in Stuttgart nicht mehr von Platz vier zu verdrängen.

So blieb es bei Platz sechs für die Aachenerinnen nach einer Saison mit einigen Auf und Abs: Zum Verletzungspech (Taylor Agost, Maja Storck und Nicole Oude Luttikhuis) gesellte sich noch eine Grippewelle, und ein extrem dichter Spielplan mit Aufgaben in drei Wettbewerben zerrte ebenfalls an den Kräften. Doch rechtzeitig zur entscheidenden Phase sind alle Spielerinnen an Bord, und die Mannschaft hat vor allem in den letzten drei Spielen der Hauptrunde viel Kampfgeist und gute Spielform bewiesen.

„Wir haben Stärken auf allen Positionen“, beschreibt die 27-jährige Nationalspielerin den „Charakter“ der Mannschaft und fügt an: „Wir sind sehr stark bei den Aufschlägen und in der Abwehr. Unsere Libera Kirsten Knip ist in den letzten beiden Begegnungen zur wertvollsten Spielerin gewählt worden.“

Und aufbauend auf die starke Feldverteidigung konnte die Mannschaft eine Schwäche kompensieren, die ihr im Verlauf der Saison manchmal das Leben schwer gemacht hat: die mangelnde Chancenverwertung. „Gestützt auf unsere starke Abwehr können wir auf den Moment warten, in dem wir das Zuspiel verwerten können“, sagt auch Gründing.

Mit starken Aufschlägen die gegnerischen Spielerinnen unter Druck setzen und somit verhindern, dass sie ihr eigenes Spiel aufziehen können und aus einer starken Abwehr- und Blockleistung heraus die eigenen Angriffe inszenieren, sind die Ingredenzien des Spiels der Ladies in Black, das noch um einen weiteren Faktor bereichert wird: „In Münster haben uns unsere vielen mitgereisten Fans mit ihrer Begeisterung sehr geholfen“, sagt die Aachener Mittelblockerin. „Es wäre schon toll, wenn am kommenden Mittwoch beim Rückspiel in Maaseik die Halle rappelvoll wäre. Das kann den Unterschied bei einigen kniffligen Situationen machen.“

Voll wäre die Halle mit Sicherheit, wenn die Ladies bereits das Hinspiel für sich entscheiden könnten, denn in den Play-offs gibt es keine zweite Chance. „Wir kommen in eine Phase, in der wir uns keine Schwächen und keine Fehler mehr leisten dürfen“, zeigt sich die Mittelblockerin  kämpferisch und will das Saisonende hinausschieben. „Wir werden jedenfalls auf den Punkt bereit sein.“

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