Ladies in Black Aachen verpassen den Ausgleich gegen Stuttgart

Play-off-Halbfinale : Aachens Ladies verpassen den Ausgleich

Ladies in Black verlieren trotz starkem Kampf und großartiger Kulisse

Die Botschaft von Hallensprecher André Schnitker wurde heftig beklatscht, auch wenn die Ladies in Black Aachen im „Heimspiel in Maaseik“ gerade in der zweiten Partie des Play-off-Halbfinales mit 19:22 zurücklagen.

„2043 Zuschauer – die 2000er-Marke ist geknackt.“ Doch nicht nur bei den Zuschauerzahlen setzte das Team von Aachens Trainerin Saskia van Hintum Maßstäbe: Auch in Sachen Spielqualität, Kampfeswillen und Einsatzbereitschaft zeigten die Ladies ein grandioses Niveau gegen die Übermannschaft der Hauptrunde, auch wenn es am Ende aus Aachener Sicht 1:3 (23:25, 20:25, 25:15, 25:27) stand, der MTV Stuttgart seine Führung auf 2:0 ausbauten und somit nur noch einen Sieg zum Finaleinzug benötigt.

„Heute hat man gesehen, wie stark die Ladies wirklich sind. Wir haben gezeigt, dass wir mithalten können und wollen das nächste Spiel gewinnen“, lautete die kämpferische Ansage von van Hintum, nachdem sie ihre Spielerinnen wieder aufgerichtet hatte. Drei Satzbälle hatten die Ladies im vierten Satz, um Stuttgart – das bislang ohne jeden Satzverlust durch die Play-offs geflogen war – in den Tiebreak zu zwingen.

Storck spielt bärenstark

„Am Anfang waren wir nicht voll konzentriert auf dem Platz, und Stuttgart hat alle Chancen genutzt“, schilderte die bärenstarke Diagonalangreiferin Maja Storck den Spielbeginn. Die Gäste setzen sich scheinbar mühelos ab und führten bereits mit 11:4. Dann erwachte der Kampfgeist bei den Ladies, die Aachenerinnen kamen immer näher heran – und nahmen sich dann immer wieder durch eigene Fehler die Chance, an Stuttgart vorbeizuziehen.

Dennoch nahm Stuttgarts Coach Giannis Asthanapoulus bei 19:18 eine Auszeit und hatte damit Erfolg. Aachens Kapitänin Lisa Gründing konnte zwar noch den ersten Satzball abwehren, doch dann gruben die Stuttgarterinnen zwei Aachener Angriffe noch irgendwie aus dem Boden aus und hatten Glück mit ihren eigenen Angriff.

Comeback im dritten Satz

Auf die Stuttgarter Satzführung folgte die Aachener Verzweiflung, diese Riesenchance nicht genutzt zu haben. Der MTV legte ein 7:0 vor, und nicht mehr allzu viele glaubten daran, dass sich die Aachenerinnen von dem Schock noch einmal erholen würde. Doch die Ladies fingen erneut (zu spät) zu kämpfen an, drückten den Stuttgarterinnen immer mehr ihr Spiel auf. Storck hämmerte Punkt um Punkt ins gegnerische Feld, doch der Rückstand war zu groß, um das 0:2 noch zu verhindern.

Dann folgte die Auferstehung aus der Asche. „Wir wollten einfach Vollgas geben bei der tollen Unterstützung und der Aussicht, dass wir hier zum letzten Mal antreten, da das vierte Spiel, falls es dazu kommt, in Düren ausgetragen wird“, erläuterte die Schweizer Diagonalangreiferin. Und die Ladies spielten die bislang so überlegen auftretenden Stuttgarterinnen in Grund und Boden: Das 25:15 im vierten Satz war ein Versprechen auf mehr und der Auftakt des vierten Satzes mit einer Aachener 6:0- und 8:2-Führung auch.

Doch Stuttgart fasste wieder Tritt, verkürzte den Abstand und glich zum 10:10 aus. Aachen legte erneut einen Lauf hin, auch unterstützt vom Stuttgarter Trainer, der die Rote Karte sah und somit einen Punktverlust für sein Team kassierte. Bei 22:20 für die Ladies wogte die Partie hin und her , ein Angriff von Marrit Jasper bescherte Aachen den ersten Satzball, der ebenso vergeben wurde wie der zweite. Jasper sorgte sogar noch für die dritte Chance, die ebenfalls nicht genutzt wurde. Stuttgarts Molly McCage punktete zum ersten Matchball für die Gäste, und dann hatte Sarah Wilhite das Können und das Glück das Spiel für die Stuttgarterinnen zu entscheiden. Am Ende auch ein Kriterium, das eine Spitzenmannschaft auszeichnet.

„Den vierten Satz dürfen wir auf keinen Fall mehr abgeben“, befand van Hintum kritisch. „Stuttgart ist stark, aber wir haben zwischendurch den Glauben an unsere eigenen Fähigkeiten wiedergefunden. Und am Donnerstag geht es beim dritten Spiel wieder mit 0:0 los, und dann werden wir sehen, was für uns noch alles möglich ist, oder ob unsere Reise beendet ist.“

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