Für die Ladies in Black beginnt der Spiele-Marathon

Europa-Debüt in Portugal: Für die Ladies beginnt der Spiele-Marathon

Die Volleyballerinnen feiern am Donnerstag beim AVC Famalicao ihr Europa-Debüt. Insgesamt warten sechs Partien in 14 Tagen.

Häufig genug wird in der Volleyballwelt die große Schere zwischen der Glitzerwelt des Profifußballs samt dazugehöriger medialer Aufmerksamkeit und dem Nischendasein, das der eigene Sport fristen muss, moniert. Nun kommen die Ladies in Black Aachen bei ihrem ersten internationalen Auftritt in der Vereinsgeschichte in Kontakt mit der ganz großen Bühne, der Champions League. Oder besser gesagt: in Distanz. Denn das Hinspiel der Ladies im CEV-Challenge-Cup beim AVC Famalicao in der Nähe von Porto wurde nach offizieller Lesart von Mittwoch auf den heutigen Donnerstag verlegt, weil am Tag zuvor zeitgleich der FC Schalke 04 in der Königsklasse des Fußballs beim FC Porto antrat.

Ladies in Black am Donnerstag in Portugal

Für die Mannschaft von Trainerin Saskia van Hintum ist es der Auftakt zu einem wahren Spiele-Marathon: Dem Hinspiel im Europapokal am Donnerstag um 20.30 Uhr Ortszeit (21.30 Uhr deutscher Zeit) folgt nur 45 Stunden später die Ligabegegnung mit dem VfB Suhl, der den Ladies bereits im DVV-Pokal-Viertelfinale über fünf Sätze alles abverlangte. Es folgen: das Rückspiel gegen das Team aus Portugal am kommenden Mittwoch, die beiden Bundesliga-Spiele in Potsdam (am Samstag) und beim VCO Berlin (am Sonntag) und das Pokal-Halbfinale gegen den MTV Stuttgart in Maaseik nur drei Tage später. Sechs Begegnungen in 14 Tagen in drei verschiedenen Wettbewerben – ein Pensum, das auch die Profis des FC Schalke 04 zu Recht beeindrucken würde. Für Saskia van Hintum, Trainerin der Ladies in Black, ist es jedoch kein Problem, dass ihre Mannschaft auf gleich drei Hochzeiten tanzt: „Es liegt dann an Co-Trainer Erik Reitsma und mir, die Belastung zu dosieren. Viel spielen, wenig trainieren, das ist für eine Mannschaft, die noch in der Findung ist, nicht das Schlechteste.“

Unbekanntere Größe

Die Vorbereitung auf das Abenteuer Europapokal verlief für die Spielerinnen und das Trainerteam nicht viel anders als vor einer Ligabegegnung: Vormittagstraining, Videostudium, dann mit dem Teambus Richtung Flughafen Amsterdam. Nur, dass der Gegner eine unbekanntere Größe darstellt als die Ligakonkurrenten. „Wir hatten Material aus Spielen von Famalicao aus der portugiesischen Liga, aber zumeist gegen schwächere Gegner. Am meisten haben uns ihre Spiele in der CEV-Qualifikation gegen das Team von Teneriffa gebracht“, hat van Hintum ihr Team vorbereitet.

Entsprechend selbstbewusst gehen auch die Spielerinnen – viele davon bereits mit internationaler Erfahrung aus ihren Einsätzen in den Nationalmannschaften – das erste europäische Kräftemessen auf Vereinsebene an: „Wir freuen uns auf das, was da auf uns zukommt“, meinte Kapitänin Lisa Gründing vor der Abfahrt. „Aachen hat sich in den vergangenen Jahren kontinuierlich nach oben gekämpft, und das ist nun die Belohnung dafür.“

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