1. Sport
  2. Volleyball
  3. Ladies in Black

Reaktionen zur Halle der Ladies: Erleichterung, aber Bedarf bleibt unbestritten

Reaktionen zur Halle der Ladies : Erleichterung, aber Bedarf bleibt unbestritten

Was für ein Wechselbad der Gefühle ... Lange haben die Fans der Ladies um die Spielstätte an der Neuköllner Straße – mit all ihren Vor- und Nachteilen“ gebangt, dann aufgegeben und sich schon Gedanken über eine Saison mit Heimspielen in Düren mit allen unkalkulierbaren Konsequenzen gemacht. Das scheint überholt, der Reset-Knopf ist gedrückt und eine Lösung für die Bauabläufe offensichtlich gefunden.

Die Erleichterung bei Menschen, die als Fans, Unterstützer und Sponsoren aktiv sind, ist mit Händen greifbar. Beispiele: Andre Schnitker ist so etwas wie Mister Volleyball in Aachen und hat entscheidenden Anteil am Erfolg dieser Sportart bei den Frauen in Aachen. Der Hallensprecher ist auch 2. Vorsitzender des PTSV, dessen Spielbetriebs GmbH die Ladies in der 1. Liga beheimatet. „Das freut mich extrem“, sagt Schnitker. Man hätte wahrscheinlich in der angedachten Ausweichstätte in Düren Zuschauer und Sponsoren verloren. Manch einer der Partner der Ladies dürfe in Düren gar nicht werben. Andre Schnitker fühlt eine „riesige Erleichterung und Dank gegenüber allen, die sich so sehr bemüht haben“.

„Große Erleichterung“ ist auch die ganz spontane Reaktion von Olaf Lindner. Er haut seit 15 Jahren als Stimmungsmacher bei den Spielen auf die Pauke, ist Motor des Fanklubs „Schwazzjeäle Sövve“ und Anhänger mit jeder Faser seines schwarz-gelben Fanoutfits. Natürlich findet er es „superklasse“, dass in der alten Halle weitergespielt werden kann, wundert sich aber auch, dass angesichts des öffentlichen Drucks jetzt doch eine Lösung gefunden werden konnte und nicht gleich die aktuelle Lösung möglich war. Möglicherweise habe man bei der Stadt doch Respekt vor dem Risiko eines schlechten Images gehabt... Und: „Das Kernproblem bleibt: Aachen braucht eine neue Halle!“

Guido Rick: „Die Lösung darf nicht zum Druckabfall führen.“ Foto: Andreas Steindl

Hautnah, quasi am eigenen Leib hat Guido Rick den besonderen Charme der Halle Neuköllner Straße erlebt. Er war viele Jahre Heimspielkoordinator der Ladies und des „Team Volley“, ohne dessen ehrenamtlichen Einsatz kaum ein Heimspiel stattfinden könnte. Rick hatte beim Empfang der Nachricht zwei spontane Gedanken: „Mir ist sofort ein Stein vom Herzen gefallen. Zugleich habe ich gedacht: Meine Güte, jetzt spielen wir weiter in der alten Halle.“ Die Lösung dürfe nicht zu einem Druckabfall bei dem Bemühen um eine neue Halle für Aachen führen. „Ich hoffe sehr, dass sich die Politik jetzt keinen Urlaub vom Projekt neue Halle nimmt.“

Kaum ein Spiel hat in den vergangenen Jahren Ulli Mühlhoff verpasst. Er gehört offiziell zur PR-Abteilung der Ladies und war angesicht des jüngsten Niederlagenserie nach der „grandiosen Hinrunde in Sorge um meine Ladies – hat die unsichere Lage wirklich so auf die Stimmung gedrückt und einen negativen Einfluss auf die Ergebnisse gehabt?“ Jetzt ist er sehr erfreut, dass der „Hexenkessel“ erst mal erhalten bleibt und nicht noch regelmäßige Auswärts-Heimspiele dazu kommen. Mit Blick auf den Samstagabend sagt er: „Ich drücke unseren Ladies alle Daumen, dass sie in den letzten Spielen nicht weiter so untergehen und schnell zur alten Stärke zurück finden!“

Ulli Mühlhoff vom PR-Team: „Jetzt zur alten Stärke zurückfinden.“ Foto: Andreas Steindl

Bedingungslose Freude über die neue/alte Situation kann auch Marco Sievert nicht empfinden und sagt: „Natürlich ist es schön, dass Bewegung in die Sache gekommen ist, aber die Forderung nach einer neuen Halle muss Priorität behalten“. Vielleicht wäre im Falle eines Ausweichens sogar der Druck zur Realisierung noch gewachsen. So gehe es jedenfalls nicht weiter. Zwei Begriffe seien in diesem Zusammenhang oft falsch gebraucht worden.

Nicht die Ladies brauchten eine neue Halle, sondern die Stadt Aachen. Und es könne auch nicht um eine Multifunktionshalle gehen: „Eine Halle, bei der Rockkonzerte vor 5000 Zuschauern gegeben werden, ist wohl nicht zu erwarten.“ Es gehe um eine große Halle, in der verschiedene Sportarten betreiben werden könnten – und nicht nur Volleyball. Marco Sievert rät den Vertretern der Politik zu Spielbesuchen. „Dann können sie sehen, was für eine tolle Sache Volleyball in Aachen ist und die Begeisterung in der Halle spüren.“