Trainerin Saskia van Hintum: „Die Ladies sind bereit für die Saison“

Trainerin Saskia van Hintum : „Die Ladies sind bereit für die Saison“

Saskia van Hintum, Trainerin der Ladies in Black, geht in ihre vierte Spielzeit mit dem Club. Zum Auftakt am Donnerstag in Schwerin will van Hintum direkt wieder angreifen.

Am Donnerstag starten die Ladies in Black Aachen mit der Begegnung beim Schweriner SC (17.10 Uhr/Sport1) in die neue Saison der Volleyball-Bundesliga. Im Vorfeld musste der Verein aus wirtschaftlichen Gründen vom Vertrag mit Topspielerin Jana-Franziska Poll zurücktreten, am Samstag stürzte bei einem Vorbereitungsturnier ein Paneel der Deckenverkleidung auf den Hallenboden an der Neuköllner Straße. Vor dem ersten Ballwechsel sprach Roman Petry mit Trainerin Saskia van Hintum.

Die Sommerpause war lang. Hand aufs Herz: Wie sehr ist Ihnen die Decke auf den Kopf gefallen?

Saskia van Hintum (lacht): Ich habe nicht gesehen, wie das Teil heruntergefallen ist. Ich wüsste aber gerne mal, was die Stadt unternommen hätte, wäre das Deckenteil auf eine der Spielerinnen aus Münster gefallen.

Das wäre sicherlich kein kleines Problem. Welchen Einfluss hat dieses Ereignis auf das Training und die Vorbereitung der Mannschaft?

van Hintum: Wir konnten bislang nicht auf dem Center Court trainieren und haben eine Ausweichhalle an der Sandkaulstraße. Optimal ist das nicht, auch wenn wir versuchen, flexibel zu sein. Zum Glück haben wir nun ein Auswärtsspiel.

Sportlich war die Vorbereitung aber erfreulicher als aus baustatischer Sicht. Jedenfalls haben die Ladies in Black beim NetAachen-Cup ihren Titel aus dem Vorjahr gegen Sliedrecht, Beveren und Münster verteidigt.

van Hintum: Die Vorbereitung war gut. Für mich als Trainerin war es wichtig zu sehen, dass wir mit so vielen relativ jungen Spielerinnen im Vergleich zur Vorsaison in jeder Woche einen Schritt in die richtige Richtung gemacht haben . Wir haben an der Technik gearbeitet, an der Art und Weise, wie wir spielen wollen. Ab der kommenden Woche ist dann Außenangreiferin Marrit Jasper bei der Mannschaft, dann sind wir endlich vollständig und können den Weg weitergehen.

Die Nationalspielerinnen aus Nationen wie den Niederlanden können einem Leid tun. Das Pensum im Sommer war so umfangreich, dass kaum Zeit zur Erholung blieb. Marrit Jasper war mit ihrem Team noch am Sonntag in Japan.

van Hintum: Wir müssen diesen Spielerinnen jetzt die nötige Freizeit geben, sonst fallen sie uns vielleicht in einer wichtigen Saisonphase aus. Die Ladies sind jedenfalls bereit, in die Saison zu starten.

Kann man Marrit Jasper denn als die Ankerspielerin im Spielsystem bezeichnen? Die Rolle dürfte sicher Jana-Franziska Poll zugedacht gewesen sein, oder?

van Hintum: Nicht allein, Marrit war schon in der vergangenen Saison hier, Maja Storck weiß, wo es langgeht, Aziliz Divoux auch, Mareike Hindricksen hat hier schon gespielt, Tessa Polder ebenfalls. Aber alle hängen sich rein, wir sind nicht von einer oder zwei Spielerinnen abhängig.

Jetzt sind es doch nur elf Spielerinnen, aber so nah an der zwölften wie in dieser Saison waren sie noch nie.

van HIntum: Das stimmt, ich habe mich ein paar Wochen lang richtig freuen dürfen. Am Ende ist es doch nicht so gekommen.

Ist es richtig, dass alle Abstriche für das Projekt gemacht haben?

van Hintum: Dazu kann ich nichts sagen, da müssen Sie unseren Geschäftsführer fragen.

Wie stark schätzen Sie den aktuellen Kader ein?

van Hintum: Das ist zum jetzigen Zeitpunkt schwer zu sagen. Wir haben viele junge Spielerinnen mit großem Potenzial, aber die brauchen natürlich noch Zeit.

Wie sehen die sportlichen Ziele aus?

van Hintum: Wir sollten die Play-offs erreichen, wie in jedem Jahr. Am Ende haben wir dann sogar Dresden geschlagen. Wichtig ist erst einmal, dass die Ladies in Black zeigen, wer die Ladies in Black sind.

Für wie wichtig erachten Sie es, dass Ihr Team auch in diesem Jahr im internationalen Wettbewerb antritt?

van Hintum: Das ist eine wichtige Erfahrung für jede Spielerin, die Kirsche auf der Torte, seine Stadt in Europa zu vertreten.

Sie selbst sind nun im vierten Jahr in Aachen. Es scheint so, als wäre Ihr Engagement hier bei den Ladies mehr als nur eine Durchgangsstation.

van Hintum: Ehrlich gesagt, ist es das erste Mal in meiner Laufbahn, dass ich irgendwo ein viertes Jahr verbringe. Meistens habe ich nach drei Jahren meinen nächsten Schritt machen können oder machen wollen. Als verantwortliche Trainerin der Schweizer Nationalmannschaft mache ich jetzt den Schritt auf eine andere Art und Weise. Hier in Aachen fühle ich mich wohl, und ich bin noch hier.

Dann stelle ich die Frage doch am Ende der Saison noch einmal.

van Hintum: Machen Sie das.

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