Dach der Sporthalle Neuköllner Straße muss erneuert werden

Neuköllner Straße : Die Decke der Sporthalle ist das kleinere Problem

Noch ist unklar, wann die Ladies in Black die Halle an der Neuköllner Straße wieder nutzen können. Nachdem sich ein Deckenpaneel gelöst hatte, steht fest: Es gibt noch viel mehr Baustellen. Deshalb muss die Städteregion tief ins Portemonnaie greifen.

Bis zum Abend gab es noch keine Entwarnung: Wann die Ladies in Black und neben ihnen auch zahlreiche weitere Sportvereine und Schulklassen die Sporthalle an der Neuköllner Straße wieder nutzen können, ist am Dienstag offengeblieben. Nachdem sich am Samstag bei einem Vorbereitungsturnier des Volleyball-Bundesligisten ein Deckenpaneel gelöst hatte und aufs Spielfeld gefallen war, hat die Stadt Aachen die Überprüfung der gesamten Deckenkonstruktion veranlasst.

„Das Ergebnis liegt aber noch nicht vor, deshalb bleibt die Halle vorerst gesperrt“, erklärte Harald Beckers vom städtischen Presseamt auf Anfrage unserer Zeitung. Zudem soll es eine aktuelle Lagebesprechung mit der Städteregion Aachen geben. Schließlich ist sie Eigentümerin der Halle und hat lediglich die „Verkehrssicherungspflicht“, also die Zuständigkeit für den laufenden Betrieb und Unterhalt, an die Stadt delegiert.

Entsprechend werden die grundsätzlichen Entscheidungen nicht im Rathaus, sondern im Städteregionshaus an der Zollernstraße getroffen. Dort ist der Zustand der Decke natürlich auch ein Thema. Aber auch und erst recht das Dach der Halle. Es ist seit geraumer Zeit marode. Bei Regenwetter zeugen davon diverse Eimer, die durchdringendes Wasser auffangen sollen. Nach Informationen unserer Zeitung wird der Zustand mittlerweile als so schlecht eingestuft, dass nun ziemlich kurzfristig eine grundlegende Sanierung in Auftrag gegeben werden soll. Anderenfalls könnte dem Vernehmen nach eine dauerhafte Sperrung der stark frequentierten Sportstätte drohen.

Um diese zu verhindern, will beziehungsweise muss die Städteregion rund zwei Millionen Euro investieren. Die Zustimmung der politischen Gremien vorausgesetzt, könnten die Arbeiten Mitte März – nach dem letzten Hauptrunden-Heimspiel der Volleyballerinnen – beginnen. „Die Sanierung wird aber nicht dazu führen, dass die Ladies eine erstligataugliche Halle bekommen“, betonte Detlef Funken. Und der städteregionale Pressesprecher fügte hinzu: „In dieser Einschätzung sind wir uns mit der Stadt Aachen einig.“

Mehr denn je fokussiert sich damit die Suche nach dem Standort für eine neue Multifunktionshalle, die auch den Ansprüchen der 1. Volleyball-Bundesliga gerecht wird, auf das Gelände des ehemaligen Polizeipräsidiums an der Hubert-Wienen-Straße. „Die vorgesehene Nutzung ergibt sich aus der politischen Beschlusslage, den Sportpark Soers an dieser Stelle erweitern zu wollen“, hatte der städtische Pressesprecher Bernd Büttgens im Juni auf Anfrage erklärt.

Bisher allerdings sind die Verhandlungen zwischen dem Bau- und Liegenschaftsbetrieb (BLB) als aktuellem Eigentümer und der Stadt als potenziellen Käuferin noch nicht zu einem Abschluss gebracht worden. Und auch eine mögliche Beteiligung der Städteregion steht weiter in den Sternen. Die ist, wie Städteregionsrat Tim Grüttemeier gegenüber unserer Zeitung noch einmal unterstrichen hat, an eine klare Bedingung geknüpft: den Neubau des Berufskollegs für Wirtschaft und Verwaltung, das von der Lothringerstraße in die Soers ziehen und dann auch die neue Halle nutzen würde.

Zumindest in diesem Punkt dürfte bis Ende Dezember Klarheit herrschen. Schließlich hat der Städteregionsrat in den vergangenen Monaten mehrfach betont, dass die Städteregion noch in diesem Jahr die Grundsatzentscheidung darüber treffen wird, ob ein neues Gebäude gebaut oder das bestehende saniert wird. Und auch das ist für Grüttemeier klar: Im letztgenannten Fall hat sich die Beteiligung der Städteregion an einer Multifunktionshalle erledigt.

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