Aachen: „Ladies in Black“ starten mit elf Spielerinnen in die neue Saison

Aachen: „Ladies in Black“ starten mit elf Spielerinnen in die neue Saison

Am Dienstagnachmittag hatte Aachens Cheftrainer Marek Rojko seine „Ladies in Black“ Aachen für die kommende Saison dann alle um sich versammelt. Als letzte stieß Zuspielerin Ron Ponte zu den anderen zehn „Ladies“, der Flug der Israelin aus Tel Aviv war am Montag gestrichen worden.

Kurz zuvor hatte der Volleyball-Bundesligist seine letzten beiden Neuzugänge bekannt gegeben: Die Diagonalangreiferin Maja Burazer und Mittelblockerin Ivona Svobodnikova heißen die Spielerinnen Nummer 10 und 11 im Kader der „Ladies in Black“ Aachen für die neue Saison. Ob die personellem Planungen damit endgültig abgeschlossen sind, wird sich allerdings erst in einigen Wochen herausstellen. „Gut möglich, dass wir noch eine zwölfte Spielerin holen“, denkt Rojko laut nach. „Wenn wir noch etwas machen, wird es eine Diagonalspielerin oder eine weitere Außenangreiferin sein.“

Zumindest hat sich Aachens Chefcoach mit dieser Aussage in einem anderen Punkt festgelegt. Anders als in der abgelaufenen Spielzeit gehen die „Ladies“ mit nur einer Libera in die „schwere Saison auf höchstem Niveau“ (Rojko), für Dominika Valachova wird es nach dem Abgang von Julia van den Berghen keinen „Back up“ geben. „Dominika Valachova ist außergewöhnlich stark sowohl in der Annahme als auch in der Abwehr, zudem ist sie hervorragend durchtrainiert. Ich sehe kein Risiko, dass sie sich verletzten könnte, zumal sie auf ihrer Position nicht springen muss.“

So wurden die zur Verfügung stehenden Mittel bislang eher nach dem Kriterium Qualität statt Quantität ausgegeben, zumal fünf Spielerinnen aus dem Kader, der es bis ins Play-off-Halbfinale schaffte, in Aachen geblieben sind. Und auch die Neuen konnten mit mehr Sorgfalt ausgewählt werden, als im turbulenten Umbruchjahr: „In der letzten Saison hatten wir kaum Zeit, konnten erst sehr spät neue Spielerinnen verpflichten. Das ist dieses Mal anders“, erinnert Rojko an den Vereinswechsel und die Lizenzbeantragung auf den letzten Drücker. „Die meisten neuen Spielerinnen sind mir gut bekannt.“

Diese Aussage dürfte auf jeden Fall auf die 26-jährige Maja Burazer zutreffen. Die Kroatien begann ihre Profikarriere bei ZOK Split, wurde Pokalsiegerin und Vizemeisterin und spielte in der Champions League. Ein Jahr später wechselte Burazer in die Türkei zu Yesilyurt Istanbul und sammelte dann 2012/2013 beim Köpenicker SC Bundesliga-Erfahrung. In der vergangenen Saison schlug die 1,88 Meter große Diagonal-Angreiferin für Hainaut Volley in Frankreich auf.

Trainer Marek Rojko spricht bei Burazer sogar von einer „Wunschspielerin“, die eine Schwachstelle aus der letzten Spielzeiten beseitigen soll: „Eine konstant gute Diagonalspielerin über die gesamte Saison ist für unser Spiel sehr wichtig. Wir haben deshalb ganz gezielt nach einer erfahrenen Spielerin auf dieser Position gesucht — und in Maja eine solche gefunden. Sie wird eine von zwei Power-Hitterinnen auf dem Feld sein und unserem Team mehr Stabilität geben.“

Die Hochgelobte weiß auch aufgrund ihrer Erfahrungen in Köpenick, dass die Bundesliga andere Anforderungen stellt als die französische Spielklasse: „Das Niveau ist in Deutschland um einiges besser, und ich liebe es, genau dafür hart zu arbeiten. Ich hatte mehrere Angebote, aber ich glaube, Marek Rojko als Trainer und die ‚Ladies‘ sind für mich die beste Option.“

Auch die Mittelblockerin Ivona Svobodnikova ist kein unbeschriebenes Blatt. Kapitänin Karolina Bednarova holte zusammen mit ihr 2012 mit der tschechischen Nationalmannschaft die Goldmedaille der Euro-League in ihr Land. Die Angreiferin kommt ebenfalls aus Frankreich vom Erstligisten Evreux. Svobodnikova: „Ich bin sehr glücklich, diese Saison für Aachen zu spielen. Ich freue mich darauf, mich in dem starken Kader weiter zu entwickeln.“

Neben dem Mittelblock-Duo aus der Slowakei — Tatiana Crkonova und Neuzugang Simona Kosova — sieht Aachens Trainer mit Svobodnikova eine gleichwertige dritte Blockerin in seinem Kader: „Ich kenne sie gut aus ihrem Nationalteam, sie wird mit ihren 1,91 Metern und ihren Blockqualitäten unserer Mannschaft definitiv helfen.“ Bleibt nur noch die Frage zu klären, ob Romana Stankova als Diagonalangreiferin oder auf der Außenposition eingesetzt werden wird — und ob spiegelbildlich dazu noch eine weitere Spielerin verpflichtet wird.

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