Aachen/Wiesbaden: „Ladies in Black“ gewinnen das NRW-Derby mit 3:1

Aachen/Wiesbaden : „Ladies in Black“ gewinnen das NRW-Derby mit 3:1

Die Begegnung der „Ladies in Black“ gegen den USC Münster hatte gerade den letzten Ballwechsel erlebt, die Aachenerinnen sich in einem rassigen Spiel gegen den einzigen anderen NRW-Klub in der Volleyball-Bundesliga mit 3:1 (25:17, 25:22, 21:25, 25:22) durchgesetzt, da stand Lindsay Dowd, etatmäßige Nummer zwei im Zuspiel der „Ladies“, schon vor der eigentlichen Nummer eins, Britt Bongaerts.

„Das hier, das war für Dich“, rief Dowd der Niederländerin zu, die im Abschlusstraining umgeknickt war und die 95 Spielminuten verletzt als Zuschauerin mitfiebernd erleben musste. „Das ist einfach nur furchtbar, wenn man nur zuschauen und nicht eingreifen kann“, litt Bongaerts mit ihrem Team.

So musste eben die Nummer zwei, die sie auch auf dem Trikot trägt, ins kalte Wasser springen und das Aachener Spiel dirigieren. Die 26-Jährige musste die Aachener Angreiferinnen möglichst gut in Szene setzen in diesem eminent wichtigen Spiel, denn kurz vor Ende der Hauptrunde geht das Rennen um die Platzierungen für die Play-offs in den Endspurt für die direkten Konkurrenten Aachen und Münster.

Doch Dowd fand sich fast wie selbstverständlich in ihre Rolle und stemmte die große Verantwortung, die auf ihren Schultern lastete. Zudem sammelte die US-Amerikanerin auch noch drei Blockpunkte. „Das ist nicht selbstverständlich, ich bin ja nicht unbedingt die größte Spielerin“, meinte die nur 1,76 Meter große Zuspielerin.

Im ersten Satz „halfen“ auch die USC-Spielerinnen mit, die sich zu viele Fehler im Aufschlag und im Angriff leisteten, die Eingewöhnung zu erleichtern.

Doch mit zunehmender Spielzeit reduzierte Münster die Eigenfehler-Quote, die Aachenerinnen gewannen noch den zweiten Durchgang, mussten den dritten jedoch abgeben. Eine Situation, in der die Kapitänin McKenzie Adams erneut voranging und überragenden Anteil daran hatte, dass die „Ladies“ nach vier Sätzen als Siegerinnen vom Platz gingen.

In der Sonntagspartie gab es dann den erwarteten Sieg des „Gästeteams“, denn der VCO Berlin, das U 19-Nationalteam, hatte sein Heimrecht nach Aachen verlegt, so dass die „Ladies“ in eigener Halle als Auswärtsmannschaft antraten. Dass der VCO einen Satz gewinnen konnte, dürfte schon als Erfolg gewertet werden. Dennoch fuhren die „Ladies“ an diesem Wochenende die maximale Punktezahl ein — und hätten mit ein wenig Schützenhilfe den vierten Tabellenplatz bereits vor dem letzten Spieltag sicher gehabt.

Doch im Fernduell mit dem VC Wiesbaden patzte der SC Schwerin und unterlag unerwartet vor eigenem Publikum im Tiebreak. Der VCW nahm also zwei Punkte mit und rangiert somit nur einen Zähler hinter den „Ladies“, die dort zum Showdown um Platz vier nach der Hauptrunde am letzten Spieltag antreten und dort mindestens zwei Punkte mitnehmen müssen, um weiter die Nase vorn zu haben.

Denn verbunden damit ist das Heimspielrecht in der ersten und der eventuell nötigen dritten Play-off-Begegnung. Und hier heißt der Gegner dann wieder Wiesbaden. Aachens Trainerin Saskia van Hintum verabschiedete sich jedenfalls schon einmal vom Publikum an der Neuköllner Straße: „Das nächste Mal sehen wir uns zu den Play-offs in Maaseik.“

Mehr von Aachener Nachrichten