Düren: Evivo-Trainer im Interview: Michael Mücke droht mit Waage

Düren: Evivo-Trainer im Interview: Michael Mücke droht mit Waage

Zum ersten Training für die neue Spielzeit bittet Michael Mücke die Spieler des Volleyball-Bundesligisten Evivo Düren am Mittwoch nächster Woche in die Arena. Mücke geht in - könnte man sagen - seine vierte Saison beim Erstligisten, trainierte er den damaligen Dürener TV doch bereits zwischen 1996 und 1999.

Herr Mücke, erinnern Sie sich noch an Ihr erstes Training in Düren überhaupt?

Mücke: Und wie.

Warum lachen Sie?

Mücke: Ich hatte schon im Mai nach dem Aufstieg in die Bundesliga angefangen und für die verbliebenen Spieler eine Mannschaftssitzung anberaumt. Zum verabredeten Zeitpunkt war auch einer da. Der Rest trudelte nach und nach ein. Da habe ich gedacht: Wo bin ich hier? Generell war die Anfangszeit schon kurios. Das Professionelle musste entwickelt werden. Daran hatte Hermann Notthoff maßgeblichen Anteil. Seine Verpflichtung war ein Glücksgriff.

Mittwoch beginnt die Vorbereitung auf die neue Saison. Wie viele Spieler werden da sein?

Mücke: Von den alten Aktiven werden Jaromir Zachrich, Merten Krüger, Tim Elsner, Georg Klein und Tomas Kocian da sein. Christian Fromm wird auch zum Auftakt erscheinen, doch gehen wir davon aus, dass er nach Italien wechselt. Von den Zugängen sind zum Auftakt Sebastian Gevert, Peter Lyck Hansen und Davic Meder da. Blair Cameron Bann weilt noch bis Ende August bei der kanadischen Nationalmannschaft. Hinzukommt noch unser Perspektivspieler Denns Barthel.

Macht zehn Spieler...

Mücke: Wir werden mit einem Kader von zwölf Spielern die Saison gehen. Wir benötigen noch zwei Annahme-Außen-Akteure. Da machen wir uns aber keine Sorgen. Denn selbst in Italien sind die Klubs nicht mehr so finanzkräftig, so dass gute Spieler auch für weniger Geld zu bekommen sind.

Mannschaftskapitän Jaromir Zachrich bleibt ein weiteres Jahr. Wird er auch in der neuen Spielzeit der verlängerte Arm des Trainers sein?

Mücke: Ich gehe davon aus. Er kennt die Leute, das Umfeld. Er kann diese Rolle wieder annehmen. Ich bin sicher, dass die kommende eine gute Saison für ihn wird.

Tim Elsner wird nach seiner OP-Pause wieder zurückkehren. Ist er wieder gesund?

Mücke: Davon gehe ich aus. Und auch davon, dass neben Zachrich auch er das Team führen wird.

Werden Sie mit Ihren zunächst Spiele im Sand veranstalten?

Mücke: Nein, wir werden von Anfang an überwiegend in der Halle arbeiten.

Warum?

Mücke: Wir haben viele junge Spieler, die ihr technisches Potenzial noch nicht ausgeschöpft haben. Wir brauchen diese Zeit für technische und taktische Übungen.

Wie sieht Ihr Vorbereitungsprogramm bis zum ersten Meisterschaftsspiel am 17. Oktober in der Arena gegen die Netzhoppers aus?

Mücke: Wir werden den ganzen August im individual-taktischen Bereich arbeiten. Dann geht es in den mannschaftstaktischen Bereich, in dem wir auch gut 15 Spiele bestreiten werden. In dieser Zeit werden wir auch Teambuildings-Maßnahmen absolvieren, da vom alten Kader nur fünf Spieler übrig bleiben werden.

Die Spieler haben mit Sicherheit Hausaufgaben mit in die Ferien bekommen, um sich fit zu halten.

Mücke: Natürlich. Sie sollten sich auch mit anderen Sportarten fit halten. Und es kann am Mittwoch durchaus sein, dass ich mit der Waage auftauchen werden. Wenn einer zwei Kilogramm zu viel hat, dann muss er halt mehr arbeiten.

Ist dieses vierte Jahr für Sie im Dürener Volleyball wegen der langen ?Pause das möglicherweise schwierigste?

Mücke: Jedes Jahr ist irgendwie anders. Und eigentlich kann diese Frage ja auch erst nach einer Saison beantworten. Aber ich glaube dennoch, dass mein erstes Dürener Jahr das schwierigste war, weil wir die Mannschaft auf ein Bundesliga-Niveau bringen mussten.