Aachen: Die „Ladies“ leisten Dresden viel Widerstand

Aachen: Die „Ladies“ leisten Dresden viel Widerstand

Das größte Lob kam von Dresdens Trainer Alexander Waibl, der nicht unbedingt dafür bekannt ist, mit vielen Komplimenten um sich zu werfen: „Wir hatten hier zwei Sätze lang riesige Probleme, im Laufe der Saison wird Aachen wieder so gut sein wie im letzten Jahr.“

Der Deutsche Meister hatte in der Volleyball-Bundesliga gerade die „Ladies in Black“ Aachen mit 3:1 (22:25, 25:19, 25:20, 25:12) geschlagen, doch wie Aachens Trainer Marek Rojko anmerkte: „Wir hatten auch die große Chance, den zweiten Satz für uns zu entscheiden. Leider haben wir in dieser Situation nicht genügend Konstanz gehabt.“

Dem Aachener Spiel hatte die 14-tägige Pause sichtlich gut getan, und sollten die Dresdnerinnen auf eine Spazierfahrt zum sieglosen Vorletzten gehofft haben — die Aachenerinnen räumten schnell mit dieser Illusion auf. Starke Angriffe der Diagonalspielerin Maja Burazer und aufmerksame Blockabwehr von Tatiana Crkonova setzen den DSC unter Druck, und es war dann Kapitänin Karolina Bednarova vorbehalten, den Ball zum Satzgewinn ins gegnerische Feld zu dreschen.

Auch im zweiten Durchgang hatten die Dresdnerinnen nach zwei englischen Wochen und der anstehenden Champions-League-Aufgabe beim finnischen Klub LP Salo Schwierigkeiten, sich auf den Aachener Widerstand einzustellen. Die „Ladies“ führten bereits mit 9:5, als eine Aufschlagserie der DSC-Angreiferin Louisa Lippmann eine Reihe von Annahme-Fehlern bei den Aachenerinnen provozierte, erst den Ausgleich und dann die Gäste-Führung brachte. „Es ist sehr schwer, die Dresdnerinnen unter Druck zu setzen, wenn sie einmal vorne liegen“, zollte Aachens Trainer der individuellen und mannschaftlichen Klasse des Gegners Respekt.

Obwohl der zweite Satz schließlich vor 952 Zuschauern deutlich an das Gäste-Team ging, war die kämpferische Moral der „Ladies“ noch nicht gebrochen. Die Aachenerinnen führten über 4:1 mit 8:5 zur ersten technischen Auszeit und lagen auch zur zweiten gerade einmal mit einem Punkt in Rückstand, doch letztendlich ließen die starken Attacken von Lisa Izquierdo und Cursty Jackson das Pendel zu Gunsten der Dresdnerinnen ausschlagen. „Izquierdo hat gegen uns noch nicht einmal ihr bestes Spiel abgeliefert“, wusste Rojko die Qualitäten der Außenangreiferinnen einzuschätzen.

Tribut gezollt

Mit dem 2:1-Satzvorsprung im Rücken spielten die Dresdnerinnen ihre ganze Routine aus, und die „Ladies“ mussten körperlich dem aufwendigen Spiel der ersten drei Sätze und emotional dem Rückstand Tribut zollen, der mit ein wenig mehr Konstanz auch ein Vorsprung hätte sein können. Aber so zog der DSC über 8:4 auf 16:8 davon, der Widerstand der „Ladies“ war endgültig gebrochen. „Das war auf jeden Fall ein guter Anfang“, schätzte Kapitänin Karoloina Bednarova die Leistung vor den anstehenden wichtigen Partien ein.