Düren: Das Evivo-Lazarett wird immer größer

Düren: Das Evivo-Lazarett wird immer größer

Die Personalprobleme lassen Evivo Düren in dieser Saison wohl nicht mehr los: Seit einigen Tagen befinden sich zwei neue Namen auf der Verletzten-Liste des Volleyball-Bundesligisten: Ilja Wiederschein und Sebastian Kühner haben Knie-Probleme.

„Es erwischt bei uns immer gleich eine ganze Position”, stellte Kühner dieser Tage fest. Die beiden neuen Sorgenkinder sind die Regisseure im Dürener Spiel. Die Regiezentrale droht vor dem Viertelfinale der Playoffs, das für Düren am kommenden Samstag um 19.30 Uhr mit einem Heimspiel gegen die Netzhoppers Königs Wusterhausen beginnt, auszufallen. Bisher war es die Position Annahme/Außenangriff, die stark dezimiert worden ist.

Sinken die Chancen?

Wenn beide Zuspieler nicht oder nur eingeschränkt spielfähig sind, dann sinken die Evivo-Chancen für das Viertelfinale gegen die Netzhoppers drastisch. Kühner hat, nachdem er sich am Wochenende das Knie verdreht hat, mittlerweile wieder trainiert, allerdings ohne zu springen. „Ich denke, dass ich am Wochenende spielen kann. Irgendwie zumindest”, so der 23-Jährige. Diese Hoffnung hat Trainer Sven Anton auch im Fall von Ilja Wiederschein. Der wurde am Donnerstag im Training noch geschont. Die Innenbanddehnung im Knie bereitet dem Routinier nach wie vor große Schmerzen. „Einen Nachteil haben wir jetzt schon. Im Training können wir nicht viel einstudieren”, so Kühner. Denn egal, welches Element neu justiert oder gefestigt werden soll - Zuspieler haben immer ihre Finger im Spiel.

Die Option in der Hinterhand, falls einer der beiden Spielmacher im Viertelfinale nicht auflaufen kann, lautet Tilo Koch. Der hat bekanntlich viele Jahre Bundesliga hinter sich und zieht seit dieser Saison die Fäden in der Regionalliga-Mannschaft des Dürener TV, die den Klassenerhalt mittlerweile sicher hat. Damit ist Koch auch automatisch für Evivo spielberechtigt. Das Nachverpflichten eines Ersatzmannes ist, im Gegensatz zu anderen europäischen Ligen, in denen sich das Transferfenster für die Playoffs wieder öffnet, nicht möglich.

Dass Alexander Mayer mit seinem Bizepssehnenanriss in dieser Saison nicht mehr zurück kommt, war schon lange abzusehen. Die Rückkehr von Ren Reinaerts in dieser Saison erscheint mehr als fragwürdig. Der niederländische Neuzugang laboriert nach wie vor an einem Ermüdungsbruch im Fuß und hat noch gar nicht mit dem Volleyball-Training angefangen. Selbst wenn die Saison bis in den Mai dauern würde - was der Fall wäre, wenn Evivo den Sprung in das Finale schafft - wäre Reinaerts Rückkehr unwahrscheinlich. „Wir haben mittlerweile gelernt, mit Verletzungsproblemen umzugehen”, so Kühner.

Evivo musste sich im Verlauf dieser Saison auf immer neue Situationen einstellen. Lange Zeit haben neben Mayer und Reinaerts auch Niklas Rademacher und Michael Olieman auf der Invaliden-Liste gestanden. Beide sind mittlerweile einsatzfähig, wenn auch noch nicht bei 100 Prozent ihres Vermögens. Allerdings geben beide den Trainern mehr Optionen. Das ist ein Vorteil im Vergleich zu den vergangenen Monaten. Da hat sich das Evivo-Team fast von selbst aufgestellt. Jetzt hat Düren die Möglichkeit, seine Gegner in Sachen Aufstellung und Taktik zu überraschen. Die Überraschung wäre allerdings wesentlich effektiver, wenn sie im Training mit beiden Spielmacher einstudiert worden wäre.

Mehr von Aachener Nachrichten