Düren: Christian Dünnes: „Jetzt geht es um alles”

Düren: Christian Dünnes: „Jetzt geht es um alles”

Halbfinale, Teil 2. Am Samstag tritt Evivo Düren um 19.30 Uhr in der Arena Kreis Düren gegen Generali Haching an. Im ersten Teil des Halbfinales um die deutsche Volleyball-Meisterschaft hat es am vergangenen Mittwoch eine überraschend deutliche 0:3-Niederlage für Evivo gegeben.

Jetzt macht die Serie, die entschieden ist, sobald eine Mannschaft drei Siege errungen hat, in Düren Station. Für Evivo markiert das erste Halbfinal-Heimspiel den Höhepunkt der Saison. „DN”-Mitarbeiter Guido Jansen hat mit Christian Dünnes, Dürens wichtigstem Angreifer, über die Situation gesprochen.

Besteht die Gefahr, dass die deutliche Niederlage vom Mittwoch Nachwirkungen hat?

Christian Dünnes: Gar nicht. Da müssten wir abschalten können. Im Spiel ist man konzentriert und denkt nicht über so was nach. Außerdem ist gar nicht so viel passiert. Wir liegen 0:1 hinten. Wir müssen unseren Rhythmus finden, dann wird das Halbfinale eine spannende Serie.

Was ist in Unterhaching schief gelaufen? Hat der plötzliche Ausfall von Libero Fabian Kohl, der kurzfristig von Till Lieber ersetzt werden musste, zu viel Unsicherheit verbreitet?

Dünnes: Ich habe nichts davon gemerkt. Till ist einer der wenigen Volleyballer, die ich kenne, die mit wenig Training ein so hohes Niveau erreichen. Aber es mag sein, dass der ganzen Mannschaft die Konstanz gefehlt hat. Es ist nicht toll, kurz vor dem Spiel den Libero zu verlieren. Aber trotzdem sollten wir sehen, dass wir dann unser Grundniveau erreichen. Da liegt ein Problem. Wenn es nicht läuft, dann fallen wir in einen tieferes Loch als andere Teams auf unserem Niveau.

Wie stark ist die Steh-auf-Mentalität innerhalb der Mannschaft?

Dünnes: Die ist ganz gut. Wir probieren es eben immer wieder. Und das werden wir auch weiterhin machen. Ich hoffe da jetzt auch ein bisschen auf unser Publikum. Wenn wir vor so einem Hexenkessel spielen wie beim Pokalhalbfinale gegen Friedrichshafen, dann ist das ein Heimvorteil. Das macht einen großen Unterschied, wenn die Halle voll ist und hinter einem steht. Das hat man ja gegen Friedrichshafen gesehen. Düren ist ein sehr gutes Publikum. Die Fans wissen: Jetzt geht es um alles und werden da sein. Trotz Ferien.

Wie lautet jetzt das Ziel für diese Saison?

Dünnes: Das nächste Spiel zu gewinnen. So lautet das Ziel immer. Und dann das nächste. Und so weiter. Natürlich ist das schwer zu erreichen. Am Mittwoch haben uns vier Stammspieler gefehlt. Da ist es nicht gerade einfach, gegen ein Team zu gewinnen, das fast ausschließlich aus aktuellen Nationalspielern besteht. Aber eins ist sicher: Wir werden unser Bestes geben. Und wenn wir Haching in Bedrängnis bringen können, dann haben wir eine Chance. Wenn wir gewinnen, dann erzwingen wir ein zweites Heimspiel. Das ist unser Ziel. Und danach schauen wir weiter.

Sie werden vielerorts als bester Angreifer Liga angekündigt. Haben Sie nach Ihrer Rückkehr aus Italien, das die stärkste Liga der Welt für Vereinsmannschaften beheimatet, damit gerechnet, dass es für Sie so gut laufen wird?

Dünnes: Das mit dem besten Angreifer ist immer relativ. Da gibt es andere Gute. Aber für mich läuft es sehr gut, eigentlich am oberen Limit. Ich bin absolut zufrieden. Ich bin natürlich mit viel Selbstvertrauen nach Deutschland zurückgekehrt. Aber damit habe ich nicht gerechnet. Was ich sagen muss: Ich bin stolz auf die Konstanz, die ich bringe. Es gab nur ein paar wenige Spiele, wo ich ein gewisses Niveau nicht erreicht habe. Das halte ich für wichtiger als die Zahl an Punkten, die ich mache.

Was ist mit dem Thema Nationalmannschaft? Sie sind für den Sommer nominiert, haben sich aber ein paar mal recht skeptisch geäußert. Auch, weil Sie im vergangenen Jahr eine mangelnde Kommunikation kritisiert haben.

Dünnes: Es sieht so aus als würde ich mitfahren. Ich habe mich mit dem Bundestrainer Raul Lozano ausgetauscht. Das war mir wichtig. Jetzt kommt es darauf an, dass wir uns abstimmen. Der Zeitplan für die Nationalmannschaft muss mit meinem Arbeitgeber Stadtwerke Düren abgestimmt werden. Derzeit sieht es so aus, dass ich die ersten Vorbereitungsmaßnahmen im Mai nicht mitmache, aber danach einsteige.

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