Aachen: Aachens „Ladies“ sind gegen Hamburg klarer Favorit

Aachen: Aachens „Ladies“ sind gegen Hamburg klarer Favorit

Der November 2013 war für die Spielerinnen von Aurubis Hamburg entgegen allen meteorologischen Gepflogenheiten so etwas wie ein goldener Monat in der Volleyball-Bundesliga: Der Tabellenletzte unterlag zwar jeweils im Tiebreak gegen Potsdam und Suhl, aber immerhin sprangen für das Tabellenschlusslicht dabei die bislang beiden einzigen Pluspunkte heraus.

14 Spiele, 14 Niederlagen lautet die desolate Bilanz vor dem letzten Viertel der laufenden Saison.

Dabei war die Mannschaft von Trainer Helmut von Soosten mit ganz anderen Ambitionen in die Saison gestartet, nahm sogar auf europäischer Ebene am Challenge Cup teil — und traf zum Auftakt auf Bratislava, das frühere Team von Aachens Coach Marek Rojko. Doch der folgende sportliche Niedergang war so dramatisch, dass selbst das Hamburger Aushängeschild Imke Wedekind, im neunten Jahr in Reihen der Hamburger, drastische Worte fand: „Der Plan war eine Meisterschaft, jetzt stehen wir vor dem Abstieg. Dementsprechend wurden viele Fehler gemacht“, monierte die 1,96 Meter große Mittelblockerin in Richtung Vereinsführung.

„Wir wissen natürlich, dass der Gegner riesige Probleme hat, aber wir haben uns in der Woche mehr auf unser eigenes Spiel konzentriert als auf die Schwierigkeiten, mit denen Hamburg zu kämpfen hat“, erklärt dagegen Aachens Trainer vor der heutigen Partie (18 Uhr) beim Tabellenletzten und schickt ein Statement mit ganz vorsichtigem Optimismus hinterher: „Wir müssen akzeptieren, dass wir als Favorit in diese Begegnung gehen.“

Überheblichkeit sieht anders aus, und so sind die Spielerinnen mental darauf vorbereitet, dass einerseits nur ein Sieg in Hamburg die Erfolge der letzten Woche beim Kampf um die besten Ausgangspositionen für die Play-off-Begegnungen richtig vergoldet.

Trainingstaktisch hat der 36-Jährige auch auf der Zielgeraden der Saison an den Feinheiten gefeilt. „Das Zusammenspiel zwischen den Zuspielern und den Mittelblockerinnen hat zuletzt nicht mehr so gut funktioniert“, moniert Rojko. „Da waren wir über die Außenpositionen stärker. Nun gilt es, wieder die richtige Balance zu finden. Aber das ist normal am Ende einer langen Saison.“

Dass die gewohnte Startsechs der Hinrunde zuletzt leichte Gleichgewichts-Probleme zeigte, hat dem Trainer allerdings auch neue Variationsmöglichkeiten aufgezeigt. „Romana Stankova hat uns in der Situation weitergeholfen, und auch der Einsatz von Aida Rejzovic hat uns neue Optionen gebracht“, urteilt Rojko.

Neue Optionen, das bedeutet auch, besser gegen mögliche Überraschungen durch den Gegner gewappnet zu sein. „Zuletzt ist Hamburg mit unterschiedlichen Formationen angetreten“, haben Marek Rojko und sein Stab beobachtet, „Wir werden durch nichts überrascht werden, was uns Hamburg anbieten wird“, ist sich der Trainer der „Ladies“ sicher.

Das Hauptaugenmerk dürfte dennoch auf Anika Brinkmann gerichtet sein: Die frühere Aachenerin rangiert in der Rangliste der besten Angreiferinnen auf Position acht, direkt hinter Aachens Laura Weihenmaier — und das in einer Mannschaft, die im bisherigen Saisonverlauf nur zehn Sätze für sich entscheiden konnte.