Aachen: Volleyball: Alemannias Achterbahnfahrt in die nächste Niederlage

Aachen: Volleyball: Alemannias Achterbahnfahrt in die nächste Niederlage

Vor dem „besten Publikum der Welt” - dieses neue Gütesiegel verpasste Köpenicks Trainer Gil Ferrer Cutino dem Alemannia-Anhang - wäre ein Sieg drin und auch keineswegs unverdient gewesen. Aachens Bundesliga-Volleyballerinnen überzeugten einmal mehr durch ihre bewundernswerte Kampfmoral.

Zahlenmäßig wurden sie dafür gegen die Berlinerinnen aber nicht belohnt. Letztlich stand ein 2:3 (17:25, 20:25, 25:18, 25:20, 12:15) zu Buche.

Gelegenheit, die zwei Niederlagen aus den Kleidern zu schütteln, bekommen die „ladies in black” schon am Mittwoch. Um 19 Uhr (nicht wie irrtümlich gemeldet 20 Uhr) tritt Liga-Rivale SC Potsdam zum Pokalspiel an der Neuköllner Straße an. „Und das werden wir gewinnen. Da bin ich ganz sicher”, kündigte Trainer Stefan Falter an. „Wir gehen davon aus, dass unsere Fans uns auch an einem Werktag wieder so unterstützen. Für den heutigen Hexenkessel bedanke ich mich.” Auch Kapitänin Anke Borowikow ist überzeugt: „Der Verlauf des Tiebreaks ist super ärgerlich. Dennoch nehmen wir als positiven Aspekt mit, dass unser Team nie aufgibt und ein 0:2 drehen kann”, betonte die Mittelblockerin. „Dass wir in diese Situation gekommen sind, hat einen klaren Grund: Wir haben unseren Rhythmus nicht gefunden.”

Das wurde schon früh deutlich, obwohl im ersten Abschnitt eine 7:4-Führung gelungen war. Nach fünf KSC-Punkten in Folge wendete sich das Blatt. Aachen kam noch zum 9:9, sah sich dann aber ständig im Hintertreffen. Im zweiten Satz ging es so weiter. Beim 3:9 und 8:13 schien die Sache gelaufen zu sein. Als Aachen seine großartige Moral andeutete und zum 16:16 ausglich, keimte nur ganz kurz Hoffnung auf.

Diese nährten die Gastgeberinnen (Zitat Gil Ferrer Cutino: „Ich gratuliere meiner Mannschaft, dass sie tollen Volleyball gespielt hat. Aber auch die Alemannia ist ein Top-Team.”) im dritten Durchgang. Karine Muijlwijk wurde immer stärker und dafür später als wertvollste Spielerin im schwarzen Trikot geehrt. Die Niederländerin hatte es auf eine fast hundertprozentige Erfolgsquote gebracht. Beim 7:8 verbuchte Köpenick die letzte von insgesamt nur drei Führungen. Die Vorentscheidung fiel, als aus dem 17:13 ein 22:13 geworden war - nach Aufschlägen von Karine Muijlwijk!

Diese machte im vierten Satz, in dem der KSC nie vorne lag, so weiter und legte den Grundstein dazu, dass aus dem 3:3 ein 10:3 wurde. Einen höheren Vorsprung gab es zwar nicht, aber auch nie die Gefahr einer Wende. Ganz anders lief der Tiebreak, in dem lediglich eine Führung (2:1) registriert wurde. Beim 4:9 und 6:10 schien alles verloren zu sein, ehe Aachen auf 12:13 verkürzte - um dann doch zu verlieren.

„Das war eine richtige Achterbahnfahrt”, machte Zuspielerin Karen Lißon ihrer Enttäuschung Luft. „Zu Beginn haben wir mehr reagiert als agiert und nicht die richtigen Lösungen für anfallende Situationen gefunden. Im dritten und vierten Satz war Karine ein echtes Vorbild für uns alle und hat uns zurück ins Spiel gebracht. Was im Tiebreak abgegangen ist, ärgert mich unheimlich. Aber hier hat eine Phrase abermals Gültigkeit: So ist eben der Sport!”

Aachen: Bland, Wicks, Borowikow, Muijlwijk, Biranowska, Kovacic, Weihenmaier; eingewechselt: Lißon, Dégi

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