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Aachen: Vier Athleten, eine Hoffnung: ein richtig gutes Rennen

Aachen : Vier Athleten, eine Hoffnung: ein richtig gutes Rennen

Die Region rund um Aachen ist triathlonbegeistert, das kann man schon so schreiben, es gibt mittlerweile viele Wettbewerbe in der Umgebung. Und das nun neben Jochen Karsch erneut vier weitere Sportler aus der Region unter den rund 2300 Teilnehmern beim weltweit berühmtesten Ironman auf Hawaii am Start sind, ist ein weiterer Beweis dafür.

Astrid Stienen (36, Ärztin für Kinder- und Jugendmedizin, DLC Aachen, Profi): Kehrt an den Ort ihres ersten großen sportlichen Erfolgs zurück. Hat 2013 auf Hawaii in 9:40:15 Stunden den Weltmeistertitel in der Altersklasse 30 gewonnen, sich danach entschieden, Profi zu werden und im Job kürzer zu treten.

Vergangenes Jahr hat es nicht für die WM-Quali gereicht, jetzt ist die Herzogenratherin dabei, weil sie fleißig Wettkämpfe bestritten und Punkte gesammelt hat, nur so können sich Profis für Hawaii qualifizieren. Platz 1 beim Ironman im schwedischen Kalmar, Platz 3 auf Mallorca sowie achte Plätze in Frankfurt und Port Elizabeth stehen durchaus für sich.

Will auch bei der WM möglichst weit vorne landen, sich für Sponsoren empfehlen und den Vollprofis um die Topfavoritinnen Daniela Ryf und Mirinda Carfrae zeigen, was sie leisten kann, obwohl sie auch noch einen Job hat. Wäre aber auch schon ziemlich zufrieden, wenn sie beim Saisonhöhepunkt einfach das Beste aus sich herausgeholt hat.

Die Platzierung ist dann egal. Ist mit Lebensgefährte Christian Decker und dessen Eltern sowie Schwester und deren Kindern bereits Ende September nach Hawaii geflogen, um sich an die Bedingungen zu gewöhnen. Es stehen noch ein paar kurze Trainingseinheiten auf dem Programm, wichtiger seien jetzt aber Essen und Ausruhen, was ausnahmsweise nichts mit Faulenzen zu tun hat. Das ist für die Zeit nach der WM aber fest eingeplant.

Christian Decker (33, Key-Account-Manager, Brander SV, AK 30-34): Ist weit mehr als die Begleitung von Profi-Triathletin und Lebensgefährtin Astrid Stienen, ist selbst ein richtig guter Triathlet. Und ziemlich glücklich darüber, dass das mit der gemeinsamen Teilnahme in diesem Jahr geklappt hat.

Drückt seiner Freundin beim Versuch, die Favoritinnen zu ärgern, die Daumen, will aber auch selbst ein gutes Rennen machen. War vergangenes Jahr erstmals am Start und mit seiner Zeit von 9:45:25 Stunden eigentlich ziemlich zufrieden. Will für dieses Jahr kein klares Ziel formulieren, weil er ein bisschen abergläubisch ist, und sagt deshalb nur, er wolle alles rausholen, was der Tag zulässt und mit „einem leeren Tank im Ziel ankommen“.

Hat in den ersten Tagen auf Hawaii immer ein paar Probleme mit dem Jetlag und dem ungewohnten Klima, so sehr, dass er manchmal das Gefühl hat „die ganze Form“ sei verschwunden. Zwingt sich trotzdem „cool zu bleiben“, auch wenn das vor einer WM nicht leicht ist. Weiß gar nicht so genau, auf welchen Teil des Triathlons er sich am meisten freut, weil ja jede Disziplin ihre „Licht- und Schattenseiten“ habe und das den Reiz ausmache: Er freut sich auf das ganze Rennen.

Gunnar Keitzel (34, Maschinenbau-Ingenieur, DLC Aachen, AK 30-34): Hat sich bereits im Oktober 2014 beim Ironman in Barcelona für die WM in diesem Jahr qualifiziert und sich lange auf seinen dritten Start auf Hawaii freuen können. Ist mit seinen Eltern unterwegs und hat als erster Starter aus der Region mit der Eingewöhnung auf der Insel begonnen.

Schiebt ab und zu eine kleine Einheit ein, damit der Körper verstehe, „dass da noch etwas kommt“. Wird trotz des Trainings bis Samstag nach eigener Aussage wohl kein richtig guter Schwimmer mehr, dafür mag der Aachener das Laufen und das Radfahren fast gleich gerne. Weiß, dass Hawaii Fehler bei der Verpflegung oder eine schlechte Tagesform nicht verzeiht.

Der Wettkampf sei „unberechenbarer als Qualifikationsrennen“, so dass sich Sportler „jederzeit auf plötzliche Veränderungen einstellen“ müssten. Hat sich fest vorgenommen, genau das zu schaffen und zudem topfit in den Wettkampf zu gehen, keine „blöden Fehler“ zu machen und ins Ziel zu kommen.

Zeit und Platzierung würden dann schon passen und ihn zufriedenstellen, konkretere Ziele will er sich nicht setzten. Hofft, dass ihm nach dem Rennen eine Belohnung für die Strapazen einfällt.

Markus Ganser (43, Kaufmann, Brander SV, AK 40-44): Ist ein alter Hase, was Quälerei auf Hawaii angeht. Geht schon zum achten Mal bei einer Triathlon-WM an den Start, was noch nicht ganz so viele Amateursportler geschafft haben dürften.

Ist am Montag als Letzter der Starter aus der Region nach Hawaii gereist und muss sich deswegen ziemlich schnell an Zeitumstellung und Klima gewöhnen, sollte aber auch das als alter Hase problemlos schaffen. „Ein bisschen nach Laune“ trainieren will er und hofft dann, „bis Samstag einigermaßen“ bereit zu sein.

Wo im Wettkampf die Stärken des ehemaligen Radprofis liegen, ist nicht besonders schwierig zu erraten, am wenigsten mag der Stolberger das Schwimmen, aber auch dabei wird ihn seine mitgereiste Familie natürlich unterstützen.

Will bei seiner achten Teilnahme zum achten Mal ins Ziel kommen und dabei das Gefühl haben, das Beste aus sich herausgeholt zu haben, das hat oberste Priorität, eine gute Zeit und eine gute Platzierung wären „nur Zugabe“. Weiß schon genau, was er sich nach dem Zieleinlauf gönnen würde: „viel Süßes und Ungesundes.“