„Verrückte Runde“ bringt für McLain Ward den Sieg

„Verrückte Runde“ bringt für McLain Ward den Sieg

Als die Pressekonferenz anfing, blieb der Platz von McLain Ward frei. Man konnte dem US-Amerikaner aber keinen Vorwurf machen, dass er sich den Fragen der wartenden Journalisten nicht stellte, denn das war schlicht unmöglich.

Ward hatte gerade den Preis von NRW gewonnen, und nachdem er für seinen fulminanten Ritt auf Clinta im Hauptstadion geehrt wurde, sprang er von seiner Stute, um den Parcours für den Preis der Sparkasse abzugehen und sich auf Callas einzureiten. Bei der Jagdspringprüfung über Gräben und Wälle war er schließlich als zweiter Starter vorgesehen, und so verging eine halbe Stunde, bis der Amerikaner im Presseraum erschien — und erstmal ein Bier bestellte.

Es war der verdiente Lohn für eine tolle Leistung. Denn Ward war einer der wenigen Reiter, die im ersten Umlauf des NRW-Preises ohne Abwurf geblieben waren. Die selektive Streckenführung hatte dafür gesorgt, dass nur neun weitere Paare eine Nullrunde hinlegten. Die deutschen Janne Friederike Meyer-Zimmermann, Christian Ahlmann und Nationenpreis-Sieger Maurice Tebbel befanden sich im Kreis der Fehlerlosen, und auch die Paare mit einem Fehlerpunkt qualifizierten sich für den zweiten Umlauf. Da drei Reiter auf einen Start verzichteten, hatte sich die Zahl der möglichen NRW-Preis-Sieger auf zehn reduziert.

Nach einem Abwurf war klar, dass Meyer-Zimmermann und Ahlmann den Siegerscheck in Höhe von 25000 Euro nicht erhalten würden. Der Ire Cameron Hanley blieb fehlerfrei, seine Zeit von 48,49 Sekunden sollte aber „nur“ zu Platz drei reichen. Kevin Staut war schneller, der Zweitplatzierte wusste, dass „Cameron zwar eine gute, aber keine verrückte Runde abgeliefert hatte“. Die war Ward gelungen, der den zweiten Umlauf rund eine Sekunde schneller absolvierte als der Franzose. Tebbel, als bester Deutscher auf Platz vier, konnte da nicht mithalten.

Auch bei der Jagdspringprüfung startete Ward furios, am Wassergraben sprang Callas aber zu früh ab, so dass sich das Paar vier Fehlerpunkte einhandelte. Der Sieg ging an den Iren Shane Sweetnam, der Brite Harry Charles wurde Zweiter, Hans-Dieter Dreher hielt als Dritter die deutsche Fahne hoch. Bei der Siegehrung war Ward schon wieder im Hauptstadion, auch für Platz acht wurde er ausgezeichnet.

(bj)
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