Aachen: Und wieder muss Fuat Kilic die Reset-Taste drücken

Aachen: Und wieder muss Fuat Kilic die Reset-Taste drücken

Der Tag begann mit einem Wiegefest. Fuat Kilic schickte seine Spieler erst einmal auf die Waage, um das aktuelle Kampfgewicht festzuhalten. Das wird sich verringern in den nächsten Wochen, am Tivoli wird wieder die Arbeit aufgenommen.

Die Vorbereitung auf die neue Saison der Fußball-Regionalliga startet, und wieder ist ein Neustart ausgerufen. Die meisten Leistungsträger haben sich für lukrativere Angebote entschieden, finanziell ist die Alemannia selten konkurrenzfähig.

Aachens Kaderplaner sagt, dass er nach den ersten Gesprächen „auf alles vorbereitet“ war. Kilic sagt aber auch, dass er sich ärgere, dass das Insolvenzverfahren nicht schon im Winter beendet werden konnte. „So verlieren wir wieder ein Jahr, ich hätte gerne mehr Leistungsträger in Aachen gehalten.“ Stattdessen muss er — wie schon so häufig — die Reset-Taste drücken.

Der 45-Jährige will nicht jammern, die Entwicklung ist keine Überraschung mehr. „Es ist wie es ist“, sagt er pragmatisch. Ziemlich frühzeitig hat er eine neue Mannschaft zusammengestellt, die auf den ersten Blick erfahrener als die letzte Besetzung daherkommt. „Wir werden mehr Konkurrenzkampf haben, es sind mehr Spieler dabei, die sich schon bewiesen haben“, sagt er nach den ersten Einheiten, bei denen nur Mohamed Redjeb fehlt, der noch eine Woche Sonderurlaub erhielt. Im Trainerteam fehlt noch der Torwarttrainer.

Der Kader ist nahezu komplett, ein Nachwuchstorwart wird noch verpflichtet. Leon Tigges ist so ein Kandidat. Der 19-Jährige war bis vor ein paar Wochen Torwart Nummer 3 beim VfL Osnabrück, der dann doch in den letzten vier Spielen in der Saison zum Einsatz beim Drittligisten kam. Der 193 Zentimeter große Schlussmann stellt sich in dieser Woche am Tivoli vor.

Als Gastspieler ist zudem der wuchtige Guyon Philips beim Training. Der stabile Mittelstürmer aus Arnheim war in den beiden ersten niederländischen Ligen unterwegs, zuletzt ging er für Zweitligist FC Oss auf Torejagd. Zuletzt fiel der 24-Jährige nach einem Bruch des Wadenbeinschaftes aus.

Der dritte Trainingsgast ist Patrick Salata, der in der letzten Spielzeit für die Zweitbesetzung des 1. FC Kaiserslautern in der Oberliga auflief . Der große Innenverteidiger (195 Zentimeter) zog sich am Montag allerdings eine muskuläre Verletzung zu.

Kilic geht bereits in seine vierte Saison am Tivoli. Das wird so bleiben, auch wenn Viktoria Köln seit Montag wieder auf Trainersuche ist. „Ich will hier etwas aufbauen“, sagt er. Ein Weggang komme nicht in Frage. Sein neues Team startet am letzten Juli-Wochenende in das nächste Regionalliga-Abenteuer.