Aachen: Torwart-Premiere bei Aachens letztem Betriebsausflug

Aachen : Torwart-Premiere bei Aachens letztem Betriebsausflug

Es messen sich die jüngsten Opfer von Viktoria Köln. Wattenscheid 09 wurde am Samstag 8:3 zerlegt, Alemannia Aachen am Mittwoch 4:0 gerupft. Im altehrwürdigen Lohrheidestadion werden am Samstag ab 14 Uhr die Wunden geleckt. Die ambitionierten Aachener sind ins Gerede gekommen, weil das Team auf der Zielgeraden der Regionalliga-Saison aus der Spur geraten ist.

„Zuletzt wollten wir zeigen, wie gut wir kicken können, aber das was uns immer ausgezeichnet hat, ist auf der Strecke geblieben“, beobachtete nicht nur Trainer Fuat Kilic. Der Gruppe fehlte die Leidenschaft, mit der sie wochenlang unterwegs gewesen ist. Das verwunderte umso mehr, weil die mannbezogene Taktik gegen Viktoria Köln auf den ausdrücklichen Wunsch der Spieler gewählt wurde. „Das passt so nicht zusammen“, sagt auch Kilic. Es sind schwierige Wochen in der Regionalliga, weil ein handfestes Ziel nicht mehr greifbar ist.

Und die meisten Spieler stehen noch vor schwierigen beruflichen Entscheidungen: von sechs der zehn gegen den Meister eingesetzten Feldspieler ist die Zukunft noch ungeklärt. Nur die Achsspieler Peter Hackenberg, David Pütz und Junior Torunarigha haben für die nächste Spielzeit am Tivoli unterschrieben, Maurice Pluntke wechselt nach Nordhausen. Der Rest sind Fragezeichen. „Ich habe Verständnis für die Situation der Spieler“, sagt Kilic, „aber sie haben unverändert eine Bringschuld gegenüber dem Verein“.

Der Trainer will sein Team auch auf den letzten Metern zusammenhalten, schließlich wartet auch noch der Saisonhöhepunkt — das Pokalfinale. Ohnehin ist die Trainingsgruppe zusammengeschmolzen, derzeit sind nur 14 Feldspieler unterwegs. Azaouaghi, Fiedler, Kucharzik und Heinze haben unverändert einen Krankenschein. Pluntke schmerzt der Rücken, David Pütz zwicken die Adduktoren. Einsatz fraglich. Sicher fallen die erkrankten Emre Yesilova und Meik Kühnel aus. Beide Spieler stehen zudem vor dem Abschied vom Tivoli.

Yesilova hat sich nicht durchsetzen können. „Und Meik braucht vielleicht nach 14 Jahren bei Alemannia einen neuen Reiz“, sagt Kilic. Für die Position im defensiven Zentrum verpflichtete der Verein am Freitag einen neuen Spieler, Mohamed Redjeb kommt zunächst für ein Jahr. Der 22-Jährige wechselt vom fast sicheren Mittelrheinligameister TV Herkenrath an den Aachener Tivoli, kann auch in der Innenverteidigung spielen.

Zukunftsmusik: In der Gegenwart wird Kilic den Torhüter — wie verabredet — am Samstag wechseln. Akif Sahin bekommt beim letzten Auswärtsspiel seinen ersten Liga-Einsatz. Beim Kehraus nächsten Sonntag gegen Rhynern wird Patrick Nettekoven im Tor stehen. „Er soll den Rhythmus aufnehmen“, sagt sein Trainer. Denn der Routinier ist auch für das Pokalfinale vorgesehen. Vermutlich werden sich danach die Wege trennen, Kilic möchte einen neuen Torwarttrainer verpflichten. Bislang ist Nettekoven Trainer und Spieler in einer Person. „Ich habe schon den Eindruck, dass er den Anspruch hat, wieder regelmäßig zu spielen“, sagt Kilic.

Mögliche Aufstellung: Sahin - Pluntke, Hackenberg, Damaschek, Mohr - Winter, Pütz, Fejzullahu, Buchta - Torunarigha, Mickels

Schiedsrichter: Julian Engelmann (Iserlohn)

Bilanz: 51 Spiele/18 Siege/7 Remis/26 Niederlagen/ 72:89 Tore

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