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Aachen: TK Kurhaus: Knapper Sieg gegen Aufsteiger Reutlingen

Aachen : TK Kurhaus: Knapper Sieg gegen Aufsteiger Reutlingen

Die Analyse von Carsten Arriens, Trainer des Tennis-Bundesligisten TK Kurhaus Aachen, brachte die fünfeinhalbstündige Begegnung ziemlich genau auf den Punkt: „Ein Sieg ist zuallererst einmal ein Sieg. Damit bin ich zumindest zufrieden“, stufte der 43-Jährige das glanzlose 4:2 gegen den Aufsteiger TV Reutlingen ein.

Und vielmehr lässt sich tatsächlich nicht darüber sagen, außer vielleicht, das auch noch ein Portiönchen Glück mit im Spiel war. Die letzten Sorgenfalten im Gesicht von Kurhaus-Teamchef Alex Legsding hatten sich zwischen Samstag und Sonntag erst nach Mitternacht restlos geglättet: Dominik Meffert, der zusammen mit Peter Gojowczyk ins Doppel-Hauptfeld des ATP-Turniers in Stuttgart nachgerückt war, hatte seine Partie im Champions Tiebreak mit 8:10 verloren, sich anschließend direkt ins Auto gesetzt und war nach Aachen gedüst. „Hätte das nicht geklappt, dann hätte Doppelspezialist André Begemann das vierte Einzel bestreiten müssen“, klärte Legsding über die Konsequenzen auf. „Wir hatten sogar noch vergeblich versucht, Philipp Kohlschreiber auf die Schnelle noch zu bekommen.“

So musste Meffert gleich am nächsten Morgen um 11 Uhr ran, um parallel zu Philipp Petzschner, der an Position 2 antrat, das erste Einzel zu bestreiten. Und der Auftakt gegen den Außenseiter war vielversprechend: Der 33-Jährige schlug den Deutschen Florian Fallert glatt in zwei Sätzen, Petzschner — nach seiner langwierigen Verletzung erst seit drei Wochen wieder im Tourbetrieb — nutzte den zweiten von drei Breakbällen zum 5:3 und brachte anschließend den Satz gegen Jordi Samper-Montana nach Hause. Im zweiten Satz musste der 30-Jährige dann in den Tiebreak gegen den Spanier, lag schnell 1:5 hinten, kämpfte sich aber noch einmal mit schönen Slice- und Stoppbällen heran und ging mit 10:8 als Sieger vom Platz.

Auch Matthias Bachinger setzte sich problemlos gegen Marco Crugnola durch, doch der ansonsten so zuverlässige Punktelieferant Daniel Brands fand gegen den Rumänen Victor Crivoi überhaupt nicht ins Spiel, die Aufschläge kamen ohne Druck, die Returns waren zumeist einen halben Meter zu lang — Crivoi hatte leichtes Spiel, und Brands konnte angesichts seiner Leistung nur entschuldigend mit den Schultern zucken.

Schlecht gespielt und gewonnen

So mussten die Doppel über die Punkteverteilung entscheiden, und hier war dann plötzlich Dominik Meffert an der Seite von André Begemann von der Rolle: Meffert gab drei Aufschlagspiele in Folge ab, einfache Returns flogen an der Grund- oder Seitenlinie vorbei. Exemplarisch dürfte das Spiel beim Stand von 3:2 für Reutlingen herhalten, das ungezählte Male über Einstand ging, der TK Kurhaus hatte sieben Mal Vorteil, doch der entscheidende Punkt wollte einfach nicht fallen. „Oh Mann, das ist wohl das längste Spiel der Bundesliga-Geschichte“, entfuhr es dem Reutlinger Fallert zwischendurch. Aber das eigentliche Wunder war: Meffert und Begemann gewannen die Partie tatsächlich noch und fuhren den ersehnten vierten Punkt ein, während Petzschner/Bachinger zeitgleich im Champions Tiebreak unterlagen.

Aachen - Reulingen 4:2: Brands - Crivoi 3:6, 1:6; Petzschner - Samper-Montana 6:3, 7:6 (10:8); Bachinger - Crugnola 6:3, 6:1; Meffert - Fallert 6:2, 6:4; Petzschner/Bachinger - Crivoi/Samper-Montana 6:3, 4:6, 7:10; Meffert/Begemann - Crugnola/Fallert 6:4, 6:3