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Aachen: TK Kurhaus feiert den Vizemeister-Titel

Aachen : TK Kurhaus feiert den Vizemeister-Titel

Nach dem letzten Ballwechsel der Saison, als Philipp Petzschner und Matthias Bachinger im Doppel gegen die Mannheimer Gerald Melzer und Robin Kern das 6:0 in der Tennis-Bundesliga für den TK Kurhaus Aachen in die rote Asche geschrieben hatten, meldete sich Hauptsponsor Dr. Hermann Bühlbecker zu Wort und stellte dem Publikum seine Sicht der Dinge zum Saisonverlauf, zur verpassten vierten Meisterschaft in Folge und zum Vizemeister-Titel dar.

„Von Herzen geht von hier aus die Gratulation in Richtung Halle, das seit Jahren mit dran war. Es ist immer bitter für die Teams, die nicht Meister werden, aber auch der TK Kurhaus hat manchmal mit etwas Glück den Titel geholt“, führte der Lambertz-Eigentümer aus. „Wir sind hier in Aachen das Becken für das deutsche Davis-Cup-Team, und wir sind stolz auf diese junge Mannschaft.“

Die Wehmut hielt sich am Sonntagabend also in Grenzen, zumal Blau-Weiß Halle nach den ersten drei Einzeln bereits mit 3:0 führte, mehr als ein Unentschieden für den Gegner aus Reutlingen auch theoretisch nicht mehr drin gewesen wäre und sich der Klub aus Westfalen als drittes Team in den letzten sieben Jahren in die Liste der deutschen Mannschaftsmeister eintragen durfte: einmal Halle, einmal Mannheim, fünfmal Aachen.

Keine wirkliche Chance

Vorangegangen war ein abschließender Spieltag, an dem Mannheim nicht wirklich eine Chance hatte, die Hausherren auf der Zielgeraden noch vom zweiten Tabellenplatz zu verdrängen. Beide Mannschaften aber demonstrierten, dass sie nicht gewillt waren, diese Begegnung auf die leichte Schulter zu nehmen. Bestes Beispiel: Der Österreicher Gerald Melzer machte der Aachener Nummer 1, Andreas Beck, das Leben richtig schwer, zwang den 28-Jährigen in den Champions Tiebreak und zog erst hier knapp mit 9:11 den Kürzeren.

Erneut im Tiebreak

Philipp Petzschner musste sich gegen das Nachwuchs-Talent Robin Kern ebenfalls im Tiebreak behaupten, um den ersten Satz durchzubringen. Lediglich Matthias Bachinger machte gegen die 19-jährige Mannheimer Hoffnung kurzen Prozess, gab lediglich drei Spiele im gesamten Match ab. Und da Aljaz Bedene den matchentscheidenden vierten Punkt dazusteuerte, war die Begegnung nach bereits den Einzeln für Aachen gewonnen.

Dafür konnten die Zuschauer anschließend noch in den Doppeln Tennis aus purem Spaß an der Freude genießen. Vor allem der wieder zu alter Form zurückfindende Philipp Petzschner packte aus den vielfältigen Möglichkeiten, die ihm sein außergewöhnliches Ballgefühl bietet, einige Zauberbälle aus, die allein schon das Eintrittsgeld wert waren.

Wie schwer der Weg zurück nach einer so schweren Verletzung ist, machte Philipp Petzschner schon nach seinem Einzelauftritt klar, bei dem er die Unterstützung seines Freundes und Mentors Rainer Schüttler hatte: „Mir zu helfen, das ist zehn Mal schwerer, als das Finale der Australian Open zu erreichen.“

Wie schwer es ist, eine Saison mit dem Meistertitel zu krönen, machte Kurhaus-Teamchef Alexander Legsding in seiner Analyse klar. „Der Dauerausfall von Florian Mayer hat uns schwer getroffen, dafür hat Philipp Kohlschreiber seine beste Saison seit 2009 gespielt“, fasste Legsding Licht und Schatten zusammen. Ausschlaggebend war allerdings der Erfolg von Carlos Berlocq und Roberto Bautista-Augut. „Bautista haben wir verpflichtet, als er Nummer 120 war, jetzt steht er auf Position 16. Und Berlocq war ausdrücklich für die letzten beiden Saisonspiele verpflichtet worden, schafft als Letzter den Cut für Toronto und muss verletzt zurückziehen. Halle hatte dieses Mal alles Glück, während uns das Pech verfolgt hat.“

Aachen - Mannheim 6:0: Beck - G. Melzer 3:6, 6:3, 11:9; Bedene - Phau 6:2, 7:5; Petzschner - Kern 7:6 (7:5), 6:4; Bachinger - Kürschner 6:1, 6:2; Petzschner/Bachinger - G. Melzer/Kern 6:2, 6:4; Meffert/Begemann - Phau/Kürschner 6:3, 6:4