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Aachen: Ticket für Athen hat Priorität

Aachen : Ticket für Athen hat Priorität

Schritt 1 in Richtung Olympia: An der Seite von Tony Adam gewann Heiko Meyer am Freitag in der Aachener Westhalle, wo bis Sonntag die Mannschafts-DM der Wasserspringer stattfinden, das Synchronspringen vom Turm und buchte das Weltcup-Ticket.

Hier muss Meyer erst einmal den Olympia-Startplatz sichern, denn bei der WM 2003 war der Europameister „abgetaucht”. Mit dem 27-

2003 war ein Jahr mit Licht und Schatten für Sie?

Meyer: 2003 hake ich ab, obwohl es gut begann. Ich habe den Champions-Cup gewonnen, war Zweiter beim Springertag, bin bei der DM erstmals über 500 Punkte gesprungen. Ausgerechnet bei der WM bin ich abgestürzt: Als 24. habe ich nicht Jährigen sprach unsere Redakteurin Helga Raue. einmal das Halbfinale erreicht. Und Platz 14 im Synchronspringen mit Jan war nicht der gewünschte Abschied.

Stichwort Jan Hempel (33). Er war Ihr langjähriger Konkurrent und gleichzeitig Partner.

Meyer: Jan war mein Vorbild, und es hat mich aufgebaut, ihn schlagen zu wollen. Seit 1999 sprangen wir synchron vom Turm zusammen, wurden gleich Europameister, holten ein Jahr später Olympia-Bronze. Seit 2001 plagt ihn seine Handverletzung. Er wollte noch bis Athen weiterspringen, doch innerlich kam das Aus nach der WM-Pleite. Vor zwei Wochen haben wir ihn verabschiedet.

Toni Adam ist Ihr neuer Partner.

Meyer: Er ist 17, war Jugend-Europameister und die Nummer 2 vom Turm - hinter mir. Seit Anfang des Jahres trainieren wir zusammen. Früher nahm Jan mich an der Hand, hat mich beruhigt, heute habe ich diese Rolle bei Toni. Ich darf ihn nicht überfordern. Aber wir müssen unseren Schwierigkeitsgrad noch um einen Rückwärtssprung erhöhen. Aber ob das noch bis zum Weltcup klappt...?

Neu ist auch, dass Sie als Dresdener für Riesa starten?

Meyer: Riesa ist ja eine Sportstadt. Ich habe ein sehr gutes finanzielles und sportliches Angebot und einen längerfristigen Vertrag bis Ende 2005 bekommen, bin zusammen mit meiner Freundin Christin Steuer (Berlin) dahin gewechselt. Es ist schwer, im Wasserspringen Sponsoren zu finden. Die Sorgen habe ich jetzt nicht mehr, dafür habe ich meine Werberechte abgetreten. Ganz wichtig war für mich, dass ich weiter bei Frank Taubert in Dresden trainieren kann. Weiterhin gehöre ich zudem der Sportfördergruppe der Bundeswehr an, inzwischen als Oberfeldwebel.

Und wie sieht Ihre Planung aus?

Meyer: 2004 wird ein Jahr mit Ecken und Kanten. Erst muss ich mich für Athen qualifizieren, ehe ich weiter planen kann. Deshalb ist der Weltcup so wichtig, für mich, für die anderen Springer und für unseren Sport insgesamt. Wir haben bisher nur drei von zwölf angestrebten Startplätzen. Aber wir dürfen uns nicht verrückt machen, arbeiten viel auf Lehrgängen und im Training. Hier in Aachen sieht man zum Saisonauftakt gute Ergebnisse, die meisten Springer sind weiter sonst.

Sie sind ein Kind des DDR-Sports. Was hat Ihnen die Wende im Rückblick sportlich gebracht?

Meyer: Für mich hätte es nicht besser laufen können. Ich bin sportlich erfolgreich und genieße das Leben, wie ich es in der DDR nicht gekonnt hätte. Allerdings habe ich der Jugendarbeit in der damaligen DDR viel zu verdanken. 1991 wurde ich bei meinem ersten internationalen Auftritt gleich Jugend-Weltmeister und Vize-Europameister. Wir müssen versuchen, ein ähnliches Ausbildungssystem aufzubauen.