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Jülich: Starke Tischtennis-Schnäppchen

Jülich : Starke Tischtennis-Schnäppchen

Am Ende blieb nur noch das Staunen. An einem denkwürdigen Abend und dreieinhalb Stunden Tischtennis auf hohem Niveau hatte die SIG Combibloc Jülich/Hoengen fast sensationell ihr Bundesliga-Auftaktspiel gegen den hoch gewetteten TTC Frickenhausen gewonnen.

6:3 war im Spielbericht notiert. „Wer das nicht gesehen hat, der muss dieses Ergebnis für einen Druckfehler halten”, strahlte Manager Arnold Beginn.

Dennoch trat Christian Dreher anschließend kräftig auf die Euphoriebremse. „Wir müssen die Kirche jetzt im Dorf lassen”, sagte der Teamchef. „Aber wir haben gezeigt, dass wir für jeden Gegner gefährlich sind, wenn die Mannschaft so fit ist wie heute.”

800 Zuschauer in der Nordschulhalle waren am späten Samstagabend jedenfalls begeistert vom Jülich/Hoengener Quartett, dem im Vorfeld nicht viel zugetraut worden war.

Und zwölf Stunden nach dem letzten Ballwechsel hatte sich Arnold Beginn immer noch nicht beruhigt. „Ich musste lange nachdenken, ob es ein ähnliches Spiel einer Jülicher Mannschaft schon einmal gegeben hat”, sagte der Manager. „Höchstens 1983 gegen Grenzau haben wir mit solch einer Schnäppchen-Mannschaft einem Favoriten ein Bein gestellt. Aber meine Spieler haben unglaublich gekämpft.”

Alle drei Punkte der Schwaben holte letztlich Ma Wenge. Im oberen Paarkreuz gewann der Chinese seine beiden Einzel und mit Bojan im Doppel. Der Rest der Spiele ging an die Gastgeber. „Dabei war ich nach den Doppeln schon zufrieden”, sagte Beginn. „Auch wenn wir 1:6 verloren hätten.”

Doch scheint gerade Frickenhausen dem Team aus dem Grenzland zu liegen. Die Schwaben können an der Rur einfach nicht gewinnen. Rolf Wohlhaupter-Hermann, der starke Mann beim TTC: „Da könnte ich meine Firma verkaufen und alles in den Tischtennis stecken. Hier würden wir wohl immer noch verlieren.”

Vor allem Vize-Europameister Torben Wosik enttäuschte bei den Gästen. Nachdem er im Doppel nicht eine Kugel getroffen hatte, wurde er kurzerhand nicht für die Einzel nominiert. Das Schicksal eines Olympia-Touristen.