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Aachen: Springreiterin Eckermann wird in Münster operiert

Aachen : Springreiterin Eckermann wird in Münster operiert

Der CHIO war zwar zu Ende, aber Firth of Lorne blieb zunächst noch im Aachener Stall. Montagmorgen wurde der Hengst noch einmal geröntgt, kam noch einmal unter den Ultraschall. Der Befund des Sonntags wurde bestätigt.

Außer Prellungen hat sich Firth of Lorne bei seinem spektakulären Sturz beim Großen Preis von Aachen keine weiteren Verletzungen zugezogen. „Er war absolut reisefähig und wurde bereits abgeholt“, atmete auch Turnierdirektor Frank Kemperman durch. „Er ist bereits lahmfrei getrabt und sollte ohne Folgen davon gekommen sein“, sagte Co-Bundestrainer Heinrich Hermann Engemann.

Benannt ist das Pferd nach einer Wasserstraße an Schottlands Westküste. Sie liegt zwischen den Inseln Mull und Kerrera im Nordwesten und den Inseln Seil und Luing sowie dem schottischen Festland bei Oban im Südosten. Aber mit dem Wasser ist der Vierbeiner keine gute Verbindung in Aachen eingegangen. Er stürzte zwei Mal in der Turnierwoche am Wassergraben, möglicherweise nach einem Reiterfehler. Es waren die einzigen Stürze in der gesamten Woche, und Fehler am Wassergraben gab es zumindest beim finalen Uhren-Preis am Sonntag kaum.

Seine junge Reiterin Katrin Eckermann zog sich bei dem Unfall einen Schlüsselbeinbruch zu. Sie wurde noch am Sonntag nach einer eingehenden Untersuchung in einem Aachener Krankenhaus in die Heimat nach Münster gebracht. Dort soll die 24-Jährige im Laufe der Woche operiert werden. „Sie hat noch viele Schmerzen, aber insgesamt Glück im Unglück gehabt“, sagte Co-Bundestrainer Heinrich Hermann Engemann am Montag. „Ich habe mit ihr telefoniert, sie ist gut drauf.“ Interviews wollte sie naturgemäß am Montag keine geben.

Beim Sturz im Preis der Nationen am Donnerstag hatte sich Eckermann allerhand Prellungen zugezogen, war aber am nächsten Tag gleich wieder im Preis von NRW erfolgreich — mit einem anderen Pferd. Offen bleibt die Frage, wie sich die Stürze auf die Psyche von Pferd und Reiterin auswirken.

Völlig überrascht von den Ereignissen war Otto Becker. Der Bundestrainer hat Firth of Lorne selbst einige Zeit im Stall gehabt und ausgebildet. „Er ist ein sehr mutiges Pferd. Im Nachhinein frage ich mich natürlich, ob es richtig war, ihn am Sonntag sofort wieder an den Start zu bringen.“

Nach dem Sturz war das finale Springen etwa 15 Minuten unterbrochen, um Eckermann noch im Parcours zu behandeln. Die Veranstalter, so sagt Frank Kemperman, sind auf Zwischenfälle vorbereitet, die Pläne sehen Unterbrechung und im Ernstfall sogar den Abbruch vor. Der trat am Sonntag dankenswerterweise nicht ein. Die hochtalentierte Reiterin wird in absehbarer Zeit wieder um Preise reiten — auch wenn sie jetzt die Weltmeisterschaft in der Normandie Ende August verpasst.

(dpa)