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Aachen: Sport-Talk „Clubhaus“: Es geht um die Wurst — aber nicht nur

Aachen : Sport-Talk „Clubhaus“: Es geht um die Wurst — aber nicht nur

Es ging um die Wurst. Buchstäblich. Die beste Stadionwurst, „die gibt's in Wattenscheid“, erzählte Kult-Moderator Ulli Potofski bei der zweiten Auflage von „Clubhaus“, dem Sport-Talk unserer Zeitung.

„Als RTL 1988 die Bundesligarechte erworben hat, haben wir einen Reporter rausgeschickt, der in allen Bundesligastadien die Bratwurst testen sollte. Wattenscheid hat gewonnen. Und als ich dann ein paar Wochen später in Wattenscheid war, hat der Hersteller dieser Wurst mir 500 Kilo Bratwurst geschenkt.“

Potofski, 65, ist nicht nur ein überaus erfolgreicher Sportjournalist, er ist durch seine mehr als 45-jährige Berufserfahrung auch zu einem zweibeinigen Anekdoten-Schatz geworden, und genau das hat er im Clubhaus des PTSV Aachen, dem Bistro K1, eindrucksvoll unter Beweis gestellt.

An Aachen hat er schöne Erinnerungen — nicht nur, weil er früher in der Kaiserstadt gewohnt hat. Potofski hat auch einen Preis erhalten, als er über das Spiel der damaligen Fußball-Zweitligisten Alemannia Aachen und Hansa Rostock berichtete. Das ging allerdings erst mit Verspätung, da heftiger Schneefall für eine Verzögerung gesorgt hatte. „Ich saß 75 Minuten am Mikrofon und durfte erzählen, wie die Aachener wunderbare Aktionen unternommen haben, um den Platz freizubekommen. Zwischenzeitlich habe ich ausgerechnet, wie lange es dauern würde, wenn ein einziger Helfer den gesamten Platz freimachen würde und bin dann bei 21.30 Uhr gelandet.“

So lange dauerte es nicht, und doch lange genug, dass Potofski während der Moderation von der Öcher Prinzengarde einen Orden erhielt. Dass der Fußball die dominierende Sportart in Deutschland ist, weiß der 65-Jährige natürlich, aber auch er kann sich für andere Sportarten begeistern. Sein Interesse für Volleyball wurde bei den Olympischen Spielen 1972 in München geweckt. „Damals war die meistgesehenste Sportart im deutschen Fernsehen Volleyball. Das hat mich fasziniert.“

Über eine stärkere mediale Präsenz und einen noch größeren Zuschauerzuspruch würde sich Saskia van Hintum heute freuen. Die Trainerin der „Ladies in Black“ Aachen sagte unserem Moderator Thorsten Pracht: „Wer unser Spiel am Samstag gesehen hat, der kommt wieder.“ Zwar haben die Aachenerinnen die Partie gegen den amtierenden Meister Schweriner SC mit 2:3 verloren, gefeiert hat das Publikum die Gastgeberinnen aber auch, obwohl nur ein Punkt in der Neuköllner Straße geblieben ist. Zurecht, denn „das war das beste Spiel von uns in den vergangenen zwei Jahren“.

Weiter will die Niederländerin nicht zurückblicken, van Hintum hat das Traineramt in Aachen erst vor zwei Jahren übernommen. Und seitdem ging es kontinuierlich aufwärts — auch wenn es nach drei Niederlagen in der vergangenen Woche zuletzt tabellarisch ein bisschen bergab ging. Nach der Hinrunde lag ihr Team auf dem vierten Platz, momentan sind die Aachenerinnen Sechster. Eine sehr gute Zwischenbilanz, die van Hintum auf die Entscheidungen vor Saisonbeginn zurückführt. „Wir haben die Mannschaft vor Saisonbeginn größtenteils zusammengehalten. Das macht sich jetzt bemerkbar“, sagte die „Ladies“-Trainerin. „Sowohl die jungen als auch die älteren Spielerinnen entwickeln sich immer weiter.“ Ihr Appell für die Zukunft: „Wenn die ‚Ladies in Black‘ den nächsten Schritt machen wollen, dann brauchen wir eine neue Halle.“

Potofskis frommer Wunsch

Einen Schritt nach vorne hat auch Frederic Fraikin im vergangenen Jahr gemacht. Nicht umsonst wurde er für seine Leistungen von den Lesern unserer Zeitung jüngst zum Sportler des Jahres gewählt. Dass der WM-Titel, den sich der Thaiboxer in Weißrussland erkämpft hat, das Produkt harter Arbeit ist, steht außer Frage. „Viel mehr Einheiten sind zeitlich nicht möglich“, sagte Fraikin, der zwei Mal täglich trainiert. „Das Training wird aber härter.“ Denn bei der kommenden Weltmeisterschaft in Mexiko wird er erstmals im Profilager antreten. „Über eine gute Platzierung würde ich mich sehr freuen.“

Der Blick in die Glaskugel durfte an diesem Abend nicht fehlen. „Im Fußball wird die 50+1 Regel irgendwann fallen, und wir werden es erleben, dass auch in den Umkleidekabinen Kameras installiert werden“, kündigt Potofski an. Sein Wunsch für das Sportjahr 2018? „Das der FC Bayern nicht Deutscher Meister wird.“ Es dürfte ein frommer Wunsch bleiben, in Sachen Bratwurst müssen sich die Bayern aber noch von anderen Vereinen eine Scheibe abschneiden.

Den gesamten Talk gibt es hier noch einmal zum Ansehen: