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Nürburgring: Schwarze Tage für neuen roten Star: Räikkönen will Ring-Bann brechen

Nürburgring : Schwarze Tage für neuen roten Star: Räikkönen will Ring-Bann brechen

Im verflixten 7. Jahr will Kimi Räikkönen den Bann brechen. „Es ist an der Zeit”, sagte der Ferrari-Fahrer vor dem Großen Preis von Europa auf dem Nürburgring. Bislang erlebte der neue rote Star dort fast nur schwarze Stunden.

Sechs Mal ging Räikkönen auf der 5,148 km langen Strecke an den Start, drei Mal schied er vorzeitig aus. „Ich hatte hier mit meinem alten Team nie ein perfektes Rennen”, sagte der ehemalige Silberpfeil-Pilot.

Ganz im Gegensatz zu seinem Ferrari-Vorgänger Michael Schumacher, der zwischen 2000 und 2006 vier Siege auf seinem Heimkurs einfuhr. „In der Vergangenheit hatte ich das Gefühl, dass Michael hier einfach unschlagbar war. Egal, was passierte, das rote Auto musste einfach als erstes über die Linie”, erklärte Räikkönen.

Er selbst blieb indes vom Pech verfolgt. Das größte Malheur ereilte ihn 2005. In der letzten Runde platzte ein Reifen an seinem damaligen McLaren-Mercedes und damit auch jede Sieghoffnung. Profiteur war Fernando Alonso, der im Renault den Sieg einfahren konnte und später auch Weltmeister wurde.

„Nun bin ich an der Reihe”, sagte Räikkönen vor dem Rennen an diesem Sonntag (Start: 14.00 Uhr/RTL und Premiere). Selbstvertrauen tankte der Finne mit seinen beiden Siegen zuletzt in Frankreich und in England. „Hoffen wir, dass wir den Hattrick schaffen”, sagte er. „Der zweite Teil der Weltmeisterschaft hat gerade erst begonnen. Man sieht, dass das Leistungspendel sehr schnell von einer Seite auf die andere schwingen kann.”

Obwohl der Nürburgring für den 27 Jahre alten Räikkönen mit Ausnahme des dritten Rangs 2002 bislang kein gutes Pflaster war - mag der Finne die Strecke sehr. „Sie ist eine große Herausforderung für die Fahrer mit einigen fantastischen Kurven”, sagte Räikkönen über den Kurs, der seit 1984 wieder zum Rennkalender der „Königsklasse” zählt.

Vor dem 10. von 17 WM-Läufen hat Räikkönen (52) einen Rückstand von 18 Zählern auf den führenden Engländer Lewis Hamilton (70). Zwischen den beiden rangiert Titelverteidiger Alonso (58) aus Spanien. Der Finne durchschritt nach seinem Auftaktsieg eine leichte Talsohle und wurde in Italien bereits kritisiert. Mit seinen beiden Siegen hat sich das schlagartig wieder geändert - er wurde als legitimer Nachfolger von Rekordweltmeister Schumacher im Cockpit der Scuderia gefeiert. Ein Grund mehr, endlich auch auf dem Nürburgring in die Erfolgsspur des ehemaligen Ferrari-Stars zu fahren.