Co-Trainer der Powervolleys: Zwischen Rathaus und Sporthalle

Co-Trainer der Powervolleys : Zwischen Rathaus und Sporthalle

Björn-Arne Alber ist neuer Co-Trainer der SWD Powervolleys Düren. Und der Mann ist beim Dürener Volleyball-Bundesligisten kein Unbekannter, war er doch bereits Anfang der 2000er Jahre für den Verein tätig.

Vor 18 Jahren ist Björn-Arne Alber nach Düren gekommen – und geblieben. Damals war der Mann, der aus der Nähe von Ludwigsburg kommt, Volleyball-Profi und hatte einen Vertrag bei Evivo Düren unterschrieben. So hießen die SWD Powervolleys, also Dürens Volleyball-Bundesligist, seinerzeit noch. Sechs Jahre später wurde der heute 39-Jährige zum ersten Mal Co-Trainer in Düren – damals unter dem Chef-Coach Sven Anton. Jetzt hat er dieses wichtige Amt erneut übernommen.

Wie berichtet, konnte der bisherige Cheftrainer der Powervolleys aus gesundheitlichen Gründen nicht weitermachen. Die Vereinsspitze hatte sich deswegen kurz vor Beginn der neuen Saison entschieden, den eigentlich als Co-Trainer engagierten Rafał Murczkiewicz aus Polen zum neuen Head-Coach zu machen. Konsequenz: Ein neuer Co-Trainer musste her.

„Ich habe schon in der vergangenen Saison hin und wieder mit der Mannschaft zusammengearbeitet“, sagt Alber. „Das hat mir so viel Spaß gemacht, dass ich nicht lange überlegen musste, als die Anfrage von den Powervolleys kam. Außerdem fühle ich mich dem Verein immer noch sehr verbunden.“ Alber beschreibt das Team um Mannschaftskapitän und Mittelblocker Michael Andrei als unglaublich fokussiert und sehr ehrgeizig. „Das macht es einem als Trainer natürlich leicht“, sagt er. „Diese Mannschaft hat ein sehr hohes Anspruchsdenken an sich selbst.

Die Spieler sind nicht schnell zufrieden. Und wenn dann doch beim Training jemand einmal nicht 100 Prozent gibt, kommt sofort aus den Reihen der Mannschaft eine Ermahnung. Als Trainer muss man kaum eingreifen. Das ist einfach optimal, und aus meiner Sicht sogar noch einmal eine Spur besser als in der vergangenen Saison.“ Alber glaubt, dass den Profis der Ernst der Lage, gerade in Zeiten der Corona-Pandemie, sehr bewusst ist. „Keiner weiß, wie sich der Spielbetrieb in Zeiten der Corona-Pandemie weiterentwickelt. Das kann fatale Auswirkungen auf die Liga haben. Mein Eindruck ist, dass jeder in der Zeit, wo das möglich ist, so gut spielen möchte, wie er kann.“

Alber, der Geografie studiert hat und mittlerweile hauptberuflich bei der Stadt Düren arbeitet, ist drei Mal in der Woche abends, bei den Heimspielen und einigen Auswärtsspielen mit von der Partie. „Mehr kann ich neben meiner Arbeit nicht leisten.“ Es sei gut, dass bisher nur wenige Liga-Spiele in der Woche angesetzt seien. „Der weitaus größte Teil ist am Wochenende, das kommt mir natürlich zugute.“

Nach seiner Karriere als Volleyball-Profi selbst Chef-Trainer zu werden, war für Björn-Arne Alber, der mittlerweile in Düren richtig heimisch geworden ist, übrigens nie eine Option. „Natürlich kann ich mir ein Leben ohne diesen Sport nicht wirklich vorstellen. Ich habe beispielsweise sieben Jahre die zweite Dürener Mannschaft trainiert.“ Problematisch sei für ihn aber, dass Verträge im Profi-Sport immer zeitlich befristet seien. „Ich habe mir nach der Zeit als Profi einfach mehr Sicherheit gewünscht. Und ich bin mit der Funktion als Co-Trainer absolut einverstanden.“