Aachen: Zwei Endspiele für den TK Kurhaus Aachen

Aachen : Zwei Endspiele für den TK Kurhaus Aachen

Am Abend vor dem Spiel gegen Rot-Weiss Köln hatte Salvatore Caruso eine besondere kulinarische Überraschung im Gepäck. Der Italiener, der gerade von einem Virusinfekt genesen ist, brachte seinen Teamkollegen Cannoli mit. Ob die köstlichen sizilianischen Cremerollen Anteil am ersten Saisonsieg des Tennis-Bundesligisten TK Kurhaus Aachen hatten, ist nicht überliefert.

Fest steht nur, dass die „Stimmung nach diesem Sieg so gelöst war, als hätten wir einen Titel gewonnen“, berichtet der meisterfeiererprobte Teamchef Alex Legsding.

Das Erfolgserlebnis kam auf jeden Fall zu einem psychologisch günstigen Zeitpunkt, da die Aachener zwei Endspiele um den Klassenerhalt vor der Brust haben: Am Samstag (12 Uhr) ist das Lambertz-Team zu Gast beim Gladbacher HTC, Sonntag (11 Uhr) ist Noch-Meister Blau-Weiss Halle zu Gast im Kurpark. „In der Vergangenheit haben in der Regel sechs Punkte zum Ligaverbleib gereicht. Aber in diesem Jahr ist alles ein wenig anders. Da dürften wir sogar mit einem Sieg in Gladbach noch nicht gerettet sein“, orakelt Legsding.

Dass ein Vertreter des Deutschen Tennis-Bundes in Richtung Mannheim aufbrechen wird, um am Sonntag den Meisterpokal an die Grün-Weissen zu überreichen, ist so gut wie sicher. Welche zwei Teams den Gang in die Zweite Liga antreten, ist dagegen offen. „Es kann jeden treffen. Sogar Weinheim ist mit sieben Punkten noch nicht gerettet.“

Neun Sätze Vorsprung

Der TK Kurhaus hat vier Zähler auf dem Konto. Der Vorsprung auf den Vorletzten Blau-Weiss Neuss beträgt gerade einmal neun Sätze, auf Schlusslicht TV Reutlingen sind es zwei Matchpunkte. Ob die Aachener am entscheidenden Wochenende die Punkte für den Klassenerhalt einfahren, hängt auch mit der personellen Konstellation zusammen. Gerne würde Legsding die Spieler in Gladbach und gegen Halle aufbieten, die zuletzt gegen Köln überzeugten. Die Chancen stehen nicht schlecht, da Caruso beim Challenger-Turnier in Portoro im Viertelfinale an Adrián Menéndez gescheitert ist — was für Kurhaus doppelt günstig war. Denn Carusos Kontrahent hätte bei einer Niederlage für Gladbach aufschlagen können.

Sollte Philipp Petzschner seinen Muskelfaserriss auskuriert haben, ist er — zumindest für das Doppel — eine Option. Dass noch ein Spieler aus der ersten Hälfte der Meldeliste das Team verstärken wird, ist dagegen ausgeschlossen.

Unterstützung gibt es wie in der Vorwoche vom ehemaligen Meistertrainer Gideon Hilb, der bei den Einzeln von Caruso und Nils Langer auf der Bank gesessen hat. Und in beiden Spielen ging Aachen nach dem Champions Tiebreak als Sieger vom Platz. „Ich weiß nicht, ob es einen Zusammenhang gibt, aber vielleicht ist Gideon ja unser Glücksbringer.“ Den hätte man schon früher gebrauchen können, da das Kurhaus den Entscheidungssatz in dieser bisher so unglücklich verlaufenen Saison erst fünf Mal für sich entschied — bei 20 Versuchen. Vielleicht waren es aber auch die Cannoli, die Caruso mitgebracht hatte.

(bj)
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