Wattenscheid: Wegberg-Beeck: Wieder zu viele einfache Fehler

Wattenscheid : Wegberg-Beeck: Wieder zu viele einfache Fehler

Pünktlicher geht es nicht, auf die Sekunde genau pfiff der Unparteiische die Partie ab. Zum einen herrschten minus 3,5 Grad im Stadion Lohrheide, durch den eisigen Wind gefühlte minus 12 Grad, zum anderen war die frostige Partie in der Fußball-Regionalliga da schon entschieden: Die SG Wattenscheid 09 bezwang den FC Wegberg-Beeck vor 325 frierenden Zuschauern mit 5:2 (1:1).

„Es war arschkalt, aber die Zuschauer haben ein gutes Spiel mit schönen Toren gesehen“, brachte es SG-Coach Farat Toku auf den Punkt. „Die Platzverhältnisse waren schwierig, aber beide Mannschaften wollten unbedingt spielen, also wollen wir darüber nicht meckern“, ergänzte Beecks Teamchef Friedel Henßen. Der schlechte Platz dürfte auch eher ein Vorteil für die Gäste gewesen sein, da Wattenscheid die technisch bessere Mannschaft war.

Nach der 1:5-Niederlage in Wiedenbrück hatten Henßen und Trainer Dirk Ruhrig ihr Team wieder auf ein 4-4-2-System umgestellt. Neben Shpend Hasani agierte Marius Müller als zweite Spitze. Simon Küppers rückte wieder in die Innenverteidigung, dafür saß — systembedingt — Niklas Hunold auf der Bank. „Zum einem wollte ich mit zwei Spitzen den Spielaufbau des Gegners im Zentrum stören, zum anderen nach zuletzt fünf Gegentoren meinen Akteuren auf ihren gewohnten Positionen in der Defensive Sicherheit geben“, so Henßen.

Der agile Nico Buckmaier (9.) prüfte Beecks Keeper Stefan Zabel, auf der Gegenseite eröffnete sich Sebastian Wilms (10.) eine Möglichkeit nach einer Ecke. Die Gastgeber drängten, doch die Beecker Defensive stand deutlich sicherer als noch vor Wochenfrist in Wiedenbrück. Erster Schreckmoment: Danny Fäuster und Zabel, der beim Rauskommen aus seinem Gehäuse zunehmen unsicherer wirkte, konnten einen Ball nicht klären, doch SG-Stürmer Joseph Boyamba kam nicht ganz an den Ball.

Nach einer Ecke von Buckmaier war es dann passiert: Unbedrängt verwandelte Jonas Drüppel-Erwig (32.) zur Führung. Und Beeck? Die Gäste reagierten postwendend: Thomas Lambertz legte an der Strafraumgrenze auf Joshua Holtby ab, der mit seinem ersten Saisontor den Ausgleich erzielte (33.). Buckmaier (42.) hätte nach einem schnellen Konter erhöhen können. Und auch Hasani (44.) wurde nach einem Alleingang erst in letzter Sekunde, SG-Keeper Steffen Scharbaum lenkte den Ball noch an den Pfosten.

Halbzeit zwei — und die aktuellen Beecker Schwächen traten nach ausgeglichenen 45 Minuten wieder deutlich zu Tage: Norman Jakubowski (49.) erhöhte im gefühlt zehnten Nachschuss auf 2:1, nachdem Zabel einen Ball statt ihn wegzufausten zu greifen versuchte, was misslang, und die versammelte Beecker Defensive die Szene nicht klären konnte. Und nach einem Freistoß von Berkant Canbulut erhöhte Demir Tumbul (53.) — erneut von Mark Szymczewski sträflich ungedeckt.

Die Partie schien gelaufen, als Sebastian Wilms (65.) aus gut 25 Metern einfach mal draufhielt. Und mit Windunterstützung landete der Ball nach gefühlten zwei Minuten Flug im Wattenscheider Gehäuse — nun war die Partie überraschend wieder offen. Möglichkeiten gab es, wie nach einem Alleingang von Hasani. Doch mit dem 4:2 verglühte der Hoffnungsschimmer erneut: Boyamba (72.) verwertete ein Zuspiel von Canbulut. Und per Foulelfmeter stellte Buckmaier (87.) den Endstand her.

„In der ersten Hälfte haben wir ordentlich mitgespielt, hätten mit einem Quäntchen Glück sogar in Führung gehen können, wenn der Ball nicht am Pfosten gelandet wäre“, so Henßen. „Aber die zweite Halbzeit war ein Spiegelbild unserer letzten Spiele. Wir machen hinten zu viele einfache Fehler, und vorne fehlt die letzte Konsequenz, um die Chancen zu nutzen. Dabei hatten wir die Chance zum 3:3.“

Henßen verdeutlich das an zwei Beispielen: „Als Zabel den Ball fallen lässt, hat Wattenscheid konsequent nachgesetzt und verwandelt, wir haben in einer ähnlichen Szene den Ball vergeben. Und vor dem Elfmeter zieht der Wattenscheider drei Spieler auf sich, will den Strafstoß, in einer ähnlichen Szene auf der Gegenseite war Lambertz nicht konsequent genug.“ Ärgerlich zudem: „Die Standards waren angesprochen und komplett zugeteilt“, so Henßen, der trotz der Niederlage mit dem Engagement und der Leistung nicht unzufrieden war — wenn nur die einfachen Fehler nicht wären . . .