Walheim: Walheims Judoka ernten die Früchte des Umbruchs

Walheim : Walheims Judoka ernten die Früchte des Umbruchs

Die höchste Judo-Liga Deutschlands — ab nächster Saison ist Hertha Walheim mit dabei. Gegen die Crodiles Osnabrück machten sich die „Walheimer Schmiede“ auf, den Meistertitel und den damit verbundenen Aufstieg in die Erste Liga vorzeitig sichern.

„Dieser Erfolg kommt nicht überraschend“, sagt Meistermacher Patrick Haas, Cheftrainer des Teams. Er stellt heraus: „Seit Jahren setzen wir auf eine Mischung aus jungen Eigengewächsen und regionalen Trainingspartnern — mit der Idee eine Mannschaft aufzubauen, die das Potenzial hat, in der Ersten Liga zu bestehen.“

Nach dem Abstieg im Jahr 2013 baute Hertha kontinuierlich ihre Breite in den einzelnen Gewichtsklassen aus. In dieser Saison war der Zeitpunkt gekommen, um die Früchte zu ernten. Bereits im Vorfeld waren die Neustrukturierungen der Ersten Liga bekannt: Die drei Erstplatzierten der Zweiten Bundesliga würden aufsteigen. Die Walheimer aber setzten sich im ersten Trainingslager nicht nur den Aufstieg, sondern den Meistertitel als Ziel. Dementsprechend schweißte dieses Ziel das Team und die Verantwortlichen zusammen.

Der erste Kampftag sollte die Ambitionen der Herthaner deutlich werden lassen: Eine Mannschaft, die bereit war, über ihre Grenzen hinauszugehen, erarbeitete sich einen 10:4-Sieg gegen Leverkusen. Das erste Zeichen war gesetzt, was dem Team aber noch lange nicht genug war. Im ersten Heimkampf der Saison wollten sich die Herthaner den „eigenen“ Fans beweisen. Auch hier offenbarte sich wahrer Teamgeist, als einige niederländische Kämpfer nach bestrittenen nationalen Qualifikationskämpfen nach Walheim reisten, um dem Team zu helfen.

Mit einem 9:5-Sieg über Braunschweig kämpfte sich die Hertha erstmals an die Tabellenspitze. Da sich die übrigen Teams im Kreis gegenseitig schlugen, war es bereits mit dem letzten Heimkampf der Saison möglich, den Meistertitel zu erkämpfen. Und so kam es.

Nach einer 4:3-Hinrunde drehten die Judoka aus Walheim nochmal richtig auf und fegten Osnabrück mit 10:4 aus der Halle. Mit vielen Athleten aus der Region, die zum großen Teil seit der Jugend gemeinsam kämpften, gelang der Aufstieg in die Erste Liga. Manch einer trat verletzt an, wie beispielsweise Neuzugang Andreas Buscher, der beide Kämpfe gewann. Eine bislang perfekte Saison legt Max Baczak hin: Er entschied alle Kämpfe bis 73 Kilogramm für sich.

Patrick Haas schaut voraus: „Wichtig für die erste Bundesliga wird es nun sein, den Siegeswillen aufrechtzuerhalten. Die Erste Liga ist nochmal ein deutlicher Leistungs- und auch Etatsprung.“ Seine Vermutung: „Die anderen Mannschaften werden versuchen, gegen uns alles auf die Matte zu bringen, um wichtige Punkte zu ergattern.“ Hamburg ist als amtierender deutscher Meister eine Hausnummer in der Nordgruppe, aber auch Potsdam und Spremberg überzeugten in der Saison 2017.

Der Coach ist sich sicher: „Die Kämpfe werden knapper ausgehen, aber chancenlos ist meine Mannschaft in keinem Kampf.“ Besonders dann nicht, wenn das Team alles gibt, um als Sieger von der Matte zu gehen.

(mali)
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