Aachen: Vor Aachen-Klassiker Duell mit Tom Dumoulin

Aachen : Vor Aachen-Klassiker Duell mit Tom Dumoulin

40.000 bis 50.000 Zuschauer erwarten die Veranstalter am Freitagabend im Zentrum von Heerlen zum Radrennen „RaboRonde“ (20.30 Uhr). Seit Jahren zieht das Kriterium auf dem Rundkurs in der Innenstadt vor allem deshalb die Massen an, weil eine Handvoll der ganz großen Stars dort startet.

Ein Blick in die Siegerlisten macht das deutlich. Dort trugen sich unter anderem Robbie McEwen (2002), Servais Knaven (2003), Oscar Freire (2006), Mark Cavendish (2008), Alberto Contador (2009), Andy Schleck (2011) oder Tom Dumoulin (2014) aus Maastricht ein.

Im Studium und im Rennsattel gefordert: der Herzogenrather Heiko Homrighausen. Foto: Peters

Gegen den Superstar

Dumoulin, Sieger des Einzelzeitfahrens der Tour de France am vergangenen Samstag in Espelette, ist der Star des Rennens an diesem Freitagabend. Und einer der Herausforderer des Gesamtzweiten der letzten Frankreich-Rundfahrt — Dumoulin beendete die Tour mit nur 1:51 Minuten Rückstand auf Sieger Geraint Thomas aus Wales — heißt Heiko Homrighausen vom RC Zugvogel 09 Aachen, der für das Team „Embrace The World Cycling“ fährt, in Heerlen dank einer Einladung zu dem stark besetzten Rennen ein belgisches Trikot überstreift (Cannibal Brugse). „Ich bin selber gespannt, wie es laufen wird“, sagt der 21-jährige Herzogenrather, der sich aber nicht nur auf Heerlen und Tom Dumoulin freut.

Homrighausen geht am Samstag bei der 43. Auflage des Aachen-Klassikers „Rund um Dom und Rathaus“ als Titelverteidiger an den Start. Dann ist er als Vorjahressieger der Gejagte. Das Hauptrennen beginnt um 19 Uhr und geht über 80 Runden (72 Kilometer), nachdem um 16 Uhr die C-Klasse auf die Strecke gegangen ist (50 Runden/45 Kilometer). Maschinenbaustudent Homrighausen ist zurzeit allerdings mit einem „kleinen Handicap“ unterwegs: Wegen einiger Klausuren trainiert der amtierende Landesverbandsmeister nur mit gebremstem Schaum.

„Es ist alles offen“

„Die Fitness ist da. Der letzte Punch fehlt manchmal nur“, sagt er und führt das auf den Trainingsrückstand zurück, hofft aber, bei seinem Heimrennen ein Wörtchen mitreden zu können. „Wäre natürlich schön, wenn ich es ein zweites Mal schaffen würde. Allerdings kenne ich die meisten Gegner nicht. Aber interessant ist ja, dass die Karten neu gemischt werden. Es ist alles offen, denke ich.“ Dass unter anderem ein starkes polnisches Team gemeldet hat, in dem mit Mateusz Komar der Gesamtsieger 2017 des Course Solidarnosz unterwegs ist, schreckt A-Lizenzinhaber Homrighausen weniger: „Ein guter Rundfahrer zu sein und ein Rennen wie Aachen mit den Kopfsteinpflasterpassagen sind zwei verschiedene Dinge.“

Das Problem in der Aachener Altstadt sei ein anderes, sagt der Herzogenrather: „Wenn viele Fahrer auf dem engen Kurs unterwegs sind und man nach hinten durchgereicht wird, dann ist es schwer, wieder nach vorne zu kommen. Deshalb will ich versuchen, direkt vorne mitzufahren und zu reagieren, wenn im Feld etwas passiert. Mal sehen, was am Ende herauskommt.“

Holger Sievers, der Chef des ausrichtenden RC Zugvogel 09 Aachen, räumt „seinem“ Fahrer Heiko Homrighausen, der zwei Teamkollegen zur Unterstützung mitbringt, durchaus eine Chance ein. Sievers sagt: „Der Rundkurs in Aachen ist sehr schwer, er liegt Heiko.“ Eine wesentliche Rolle dürften auch die Mannschaft aus Polen oder das Team Sauerland mit dem Aachener Christoph Schweizer spielen.

Unabhängig von einem möglichen Erfolg will Homrighausen am Samstag „diese einmalige Atmosphäre genießen, die dank der vielen Zuschauer am Rand des Aachener Kurses herrscht“.

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