Reutlingen/Aachen: TK Kurhaus Aachen holt beim TV Reutlingen einen Punkt im Kampf gegen den Abstieg

Reutlingen/Aachen : TK Kurhaus Aachen holt beim TV Reutlingen einen Punkt im Kampf gegen den Abstieg

Alex Legsding pustete einmal kräftig durch und sagte: „Das war ein absolutes Herzschlagfinale. Das war der Wahnsinn.“ Und der Teamchef des TK Kurhaus Aachen fügte hinzu: „Die Zuschauer sind voll auf ihre Kosten gekommen.“ Das Lambertz-Team hat sich am Sonntag einen wichtigen Zähler im Kampf um den Klassenerhalt in der Tennis-Bundesliga gesichert.

Die Mannschaft von Trainer Dominik Meffert kehrte nach einer extrem spannenden Begegnung mit einem 3:3 aus Reutlingen zurück. Die beiden abschließenden Doppel standen dabei jeweils auf Messers Schneide, das Pendel hätte in beide Richtungen ausschlagen können, wie der Teamchef berichtete: „Das war Wimbledon-Niveau und Werbung für die Tennis-Bundesliga.“

Der Reihe nach: In den beiden ersten Einzeln des Tages griffen Nils Langer (gegen Michael Berrer)und Salavatore Caruso (Jordi Samper-Montana) für Kurhaus zum Schläger. Beide Partien gingen in die Verlängerung. Caruso (12:10) und Berrer (10:7) hatten im Champions Tiebreak jeweils das bessere Ende für sich. „Nils und Salvatore haben tolles Sandplatztennis gezeigt und das Publikum begeistert“, sagte Legsding. Der einsetzende Regen in Reutlingen zwang die Verantwortlichen jedoch im Anschluss dazu, die Folgepartien in die Halle zu verlagern. „Es stand alles unter Wasser. Da gab es keine Alternative“, erläuterte Legsding und fügte hinzu: „Auf Teppich zu spielen, ist für uns eine Art Roulette. Das war schon ein Vorteil für Reutlingen.“ Die Kurhaus-Akteure Guillermo Olaso und Christian Garin sind bekanntlich eher Sandplatzspezialisten und „kennen Teppichboden nur aus dem Wohnzimmer“, wie es Legsding mit einem Augenzwinkern formulierte.

Der Spanier Olaso zeigte in seinem Spiel gegen Tobias Simon dennoch eine „fantastische Leistung und entschied den ersten Durchgang klar mit 6:1 für sich. „Ende des zweiten Satzes ist das Match dann gekippt“, erinnerte sich Legsding. Simon stellte mit einem 6:4 den Satzausgleich her. Im Champions Tiebreak behielt der Kurhaus-Profi aber einen kühlen Kopf und setzte sich 10:4 durch.

Zu diesem Zeitpunkt hatte sein Teamkollege Garin sein Duell gegen den Italiener Andrea Arnaboldi klar in zwei Sätzen 4:6, 4:6 verloren. So stand es 2:2 nach den Einzeln.

Die beiden Doppel gerieten dann zu einem Krimi. Caruso und Philipp Petzschner holten durch ein 7:5, 7:6 den dritten Punkt für Aachen, doch Olaso/Langer verpassten es, den Sack zuzumachen und unterlagen 4:10 im Champions Tiebreak.

„Das 3:3 ist am Ende leistungsgerecht. Da wir auf Teppich spielen mussten, hätte es auch 2:4 ausgehen können“, resümierte Legsding nach der rund neunstündigen Begegnung in Reutlingen. (lb)

Reutlingen - Aachen 3:3: Andrea Arnaboldi - Christian Garin 6:4, 6:4; Jordi Samper-Montana - Salvatore Caruso 6:3, 1:6, 10:12; Tobias Simon - Guillermo Olaso 1:6, 6:4, 4:10; Michael Berrer - Nils Langer 6:7 (3:7), 6:3, 10:7; Arnaboldi/Berrer - Olaso/Langer 6:7, 7:6 (7:4), 10:4; Simon/Florian Fallert - Caruso/Petzschner 5:7, 6:7 (8:10)

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