Alsdorf/Aachen: Thaiboxer Lukas Achterberg: „Das war ein knüppelharter Kampf“

Alsdorf/Aachen : Thaiboxer Lukas Achterberg: „Das war ein knüppelharter Kampf“

Der Kampf hat Spuren hinterlassen. Ein Zeh ist gebrochen, der Oberschenkel stark angeschwollen und eine Fraktur des Fußes sehr wahrscheinlich. „Das werden die Röntgenbilder noch zeigen“, sagt Lukas Achterberg.

Der Alsdorfer Thaiboxer blickt dennoch äußerst zufrieden auf seinen K-1-Titelkampf im Rahmen der sogenannten Big-Game-Veranstaltung im Bochumer Ruhrcongress zurück, denn der 21-Jährige besiegte dort den erfahrenen Niederländer Rinus Douma.

Glücklich, aber geschafft: Lukas Achterberg wird in Bochum zum Sieger gekürt. Frederik Fraikin (kleines Bild) muss dagegen in Köln eine Niederlage einstecken.

„Das war ein knüppelharter Kampf. Der Gegner hat viel eingesteckt und ist nicht gefallen“, berichtet das Aushängeschild des „Tough Gym Alsdorf“ und ergänzt: „Ich habe aber auch einiges abbekommen.“ Über die gesamten fünf Runden lieferten sich die beiden Kontrahenten einen intensiven Kampf. „Die ersten vier habe ich klar dominiert, aber zum Ende hin ist der Gegner noch einmal gekommen“, erinnert sich Achterberg, für den es in den letzten 20 Sekunden „nur noch ums Überleben“ ging, wie er berichtet.

Am Ende fiel das Punkturteil eindeutig zugunsten des Alsdorfers aus. Achterberg wurde vor rund 5000 Zuschauern mit dem Gürtel als „Big-Game-Weltmeister“ im K-1 bis 95 Kilogramm ausgezeichnet. „Das war schon der Wahnsinn, vor so vielen Leuten zu boxen“, sagt Achterberg, der im kommenden Jahr seinen Titel gerne verteidigen würde.

Doch zunächst wird er sich wieder dem Muay Thai widmen, bei dem er sich im vergangenen September den Titel als Europameister in der Gewichtsklasse bis 91 Kilogramm (B-Klasse) sichern konnte. Bei den NRW-Titelkämpfen Ende März in Hilden wird er nicht antreten, da er seine Verletzungen erst einmal auskurieren will. Bei der Deutschen Meisterschaft, einen Monat später, will er dann wieder in den Ring steigen und sich das Ticket für die Weltmeisterschaft im mexikanischen Cancún sichern.

Den Ausflug ins K-1 bereut er jedenfalls nicht. „Ich möchte künftig gerne in beiden Disziplinen boxen. Die Umstellung ist kein Problem“, verdeutlicht der Schützling von Trainer Lukas Guz.

Fraikin verliert nach Punkten

Ebenfalls einen spannenden Boxabend erlebte der Aachener Amateurweltmeister im Muay Thai, Frederic Fraikin. Beim Kult-Event „Bloody Sunday“ im Kölner Nachtclub Pascha traf der 24-Jährige auf den Erfurter Daniel Zeuner. Nach drei intensiven Runden, die nach K-1-Regeln ausgetragen wurden, musste sich der Sportstudent nach Punkten geschlagen geben. „Nach der langen Winterpause war das mein erster richtiger Kampf. Der Gegner hat mich gut unter Druck gesetzt, und am Ende hatte ich ein wenig Konditionsprobleme“, gibt Fraikin unumwunden zu.

Angesprochen auf die besondere Atmosphäre im Pascha kommt der Thaiboxer von Tai-Kien Aachen ins Schmunzeln. „Das ist schon lustig. Der Ring steht in einem kleinen verrauchten Raum, und wir mussten uns in einem Hinterzimmer umziehen.“ Gemeinsam mit seinem Trainer Frederick Jungheim will Fraikin nun wieder mehr an seiner Schnelligkeit arbeiten und das Sparring intensivieren.

„Richtig fit bin ich noch nicht“, sagt Fraikin, der von unserer Lesern jüngst zum Sportler des Jahres gewählt wurde. Spätestens bei der WM in Mexiko Anfang Mai, für die er sich ebenfalls noch qualifizieren muss, will er wieder voll im Saft stehen. „Das Training läuft direkt weiter, und bald werde ich wieder in Top-Form sein“, ist Fraikin überzeugt.

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