Tennis: Ex-Profi Tomás Behrend startet bei Team-WM

Tennis : Mit 43 Jahren zum ersten Mal bei einer WM

Ex-Tennisprofi Tomás Behrend aus Baesweiler startet in der Altersklasse Ü 40 mit dem deutschen Team in Miami. Das Mindestziel lautet Halbfinale.

Auf der ATP-Tour hat er es mit Weltklassespielern wie Roger Federer und Rafael Nadal zu tun bekommen, im Davis Cup hat er sich einen Tennis-Krimi mit dem Weißrussen Max Mirny geliefert, und auch beim World Team Cup durfte er für Deutschland aufschlagen. Eigentlich müsste Tomás Behrend vor seinem nächsten Turnier ganz entspannt sein, wenn man sich vor Augen führt, was er schon alles erlebt hat, und doch sagt der Ex-Profi, der seine Karriere als Tennisspieler 2007 offiziell beendete: „Ich bin total aufgeregt.“ Es ist allerdings auch kein ganz gewöhnliches Turnier, an dem Behrend vom 21. bis 26. Oktober in Miami teilnimmt. Es ist die Team-Weltmeisterschaft der Senioren, Altersklasse 35 bis 45, und Behrend darf die deutschen Farben vertreten. „Das ist eine große Ehre“, sagt der 43-Jährige, der in Baesweiler lebt und eine Tennisakademie im Sportforum Alsdorf leitet.

Um zu verstehen, wie wichtig ihm die WM-Teilnahme mit dem deutschen Team ist, reicht ein Blick auf seinen Trainingsplan: Drei bis vier Stunden stand Behrend fast täglich in den vergangenen drei Wochen auf dem Platz, „ich habe schon lange nicht mehr so viel und hart trainiert“. Das soll sich in Miami auszahlen, an der Seite von Marc Leimbach, Andrew Lux und Christian Miele will Behrend sich bis ins Halbfinale spielen. Mindestens. „Ab dem Halbfinale entscheidet dann die Tagesform“, ist der gebürtige Brasilianer überzeugt. Insgesamt 20 Nationen nehmen an der WM teil, zu den Favoriten auf den Titel zählen Spanien, Frankreich, die Niederlande – und das deutsche Team. Gespielt werden in jedem Spiel zwei Einzel und ein Doppel.

Dass Behrend überhaupt an der WM teilnimmt, hat viel mit dem TC SW Neu-Bottenbroich zu tun, mit dem der Baesweiler im Sommer 2017 in die Regionalliga 40 aufgestiegen ist. „Um in der höchsten Spielklasse meiner Altersklasse mithalten zu können, habe ich zur Vorbereitung an ein paar Turnieren teilgenommen.“ Und es lief gut für Behrend, der sich in Essen im Januar bis ins Finale spielte, wo er auf seinen heutigen WM-Teamkollegen Lux traf, den Kapitän des deutschen Teams. Behrend gewann knapp, und Lux kam zu der Erkenntnis, dass er den Ex-Profi bei der WM gerne in seinem Team haben würde. Als sich die beiden im April erneut bei einem Turner in Leverkusen gegenüberstanden und Behrend wieder als Sieger vom Platz ging – diesmal hatte Lux deutlicher verloren –, stand für den Kapitän fest: „Tomás, du musst mit nach Miami. Hiermit lade ich dich offiziell ein.“

Ein Wink des Schicksals für den Ex-Profi. „Meine Frau, die Grundschullehrerin ist, wollte schon immer nach Miami. Und da das Turnier genau in den Herbstferien stattfindet, hat das wunderbar gepasst.“ Mittlerweile ist Familie Behrend in Florida angekommen, trainiert wurde auch schon, „aber ich habe das Pensum ein bisschen zurückgefahren, damit ich frisch und ausgeruht ins Turnier starten kann.“

Zwei Ex-Profis bei der Team-WM

Behrend und der Niederländer Dennis van Scheppingen sind die einzigen Ex-Profis bei der Team-WM, „die Spanier sind aber mit dem Weltranglistenersten angereist“, hat der 43-Jährige bereits in Erfahrung gebracht. „Wir sind sicher nicht der Topfavorit.“ Auf wen das deutsche Team trifft, steht erst am Samstag nach der Auslosung fest. Aber das spielt für Behrend auch gar keine Rolle. „Ich freue mich riesig auf meine erste WM-Teilnahme. Man hat ja nicht so oft die Gelegenheit, an so einem Turnier teilzunehmen.“ Sollte es für das deutsche Team gut laufen, könnte es nicht der letzte WM-Auftritt von Behrend sein . . .

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