Eschweiler: Strukturreform: Aus vier Kreisen wird die Region Südwest

Eschweiler : Strukturreform: Aus vier Kreisen wird die Region Südwest

Für die Aachener Leichtathleten hat sich erst einmal gar nicht so viel geändert. Das Führungspersonal bleibt das gleiche. Aus dem Kreisvorsitzenden Dirk Bartholomy wurde der Regionsvorsitzende Dirk Bartholomy, aus dem Vorsitzenden des Kreis-Jugendausschusses Felix Jung der Vorsitzende des Regions-Jugendausschusses Felix Jung.

Beim finalen Kreistag und der ersten Regionsversammlung im Eschweiler Rathaus wurde die umfassende Strukturreform des Leichtathletik-Verbandes Nordrhein (LVN) in unserer Gegend umgesetzt: Die ehemaligen Leichtathletik-Kreise Aachen, Düren, Euskirchen und Heinsberg bilden nun die neue Region Südwest.

Das Treffen in Eschweiler war eine von vier Regionsversammlungen in den vergangenen Tagen. Aus bislang 14 Kreisen im LVN wurden vier Regionen. Neben der Region Südwest konstituierten sich die Regionen Südost, Mitte und Nord. LVN-Präsident Dr. Peter Wastl erinnerte an die Arbeitstagung der Kreisvorsitzenden Anfang 2016, als das Vier-Regionen-Konzept erarbeitet wurde. Ein Ergebnis, das für alle Beteiligte überraschend gewesen sei. „Das alles Entscheidende war, dass wir das nicht von oben geregelt haben, das kam von unten“, betonte Wastl.

Die Reform wurde im Herbst des vergangenen Jahres einstimmig auf einem außerordentlichen Verbandstag beschlossen. „Das müssen wir jetzt umsetzten“, so der LVN-Präsident. In den Regionen sollen einheitliche Strukturen mit einem angestellten Geschäftsführer geschaffen werden, die Regionsvorsitzenden sind in Zukunft Mitglieder des LVN-Präsidiums. Jährlich soll es einen Verbandstag geben. „Eine Mitbestimmung der Basis“, sagte Wastl. Lokal, auf der Ebene der früheren Kreise, sollen Beauftragte benannt werden.

Der Anlass, sich überhaupt Gedanken über eine Strukturreform zu machen, war vor allem die Situation in vielen Kreise, mit kaum noch lebensfähigen Kreismeisterschaften. Nicht ohne Grund tragen die Kreise Aachen, Düren, Euskirchen und Heinsberg, die nun die Region Südwest bilden, schon seit 2013 ihre wichtigen Titelkämpfe gemeinsam als Regiomeisterschaften aus. So gesehen waren die hiesigen Leichtathleten Vorreiter der Reform. Die schon existierenden Regiomeisterschaften heißen in Zukunft Regionsmeisterschaften.

Aus den bisher noch als Kreismeisterschaften ausgetragenen Veranstaltungen werden ebenfalls Regionsmeisterschaften. Die ersten sind die im Crosslauf am 17. Februar in Aachen. Die großen Regionsmeisterschaften der Männer, Frauen sowie der Jugendklassen U 20, U 18 und U 16 stehen am 12. und 13. Mai auf dem Programm. Weiterhin im Aachener Waldstadion.

„Das bleibt eine Veranstaltung der Aachener“, betonte Dirk Bartholomy auf dem Abschieds-Kreistag unmittelbar vor der Regionsversammlung. Die Vertreter der anderen Kreise wickelten ihre Kreise parallel in anderen Räumen des Eschweiler Rathauses ab. Bartholomy ergänzte: „Das Waldstadion bleibt die zentrale Wettkampfstätte der Region.“

Der Kreisjugend- und der Kreistag gingen in Rekordzeit über die Bühne. Es dauerte keine Stunde, und der Leichtathletik-Kreis Aachen war Geschichte. Der Rückblick auf das Jahr 2017 bestand überwiegend aus Ehrungen der erfolgreichsten Sportler der vergangenen Saison.

Mehr Vereinsmitglieder

Zum letzten Mal präsentierte Bartholomy ein wenig Kreisstatistik. Zum 1. Januar 2017 seien 4320 Mitglieder in 33 Vereinen organisiert gewesen. 146 mehr als ein Jahr zuvor. „Die Trendwende ist geschafft“, freute sich der langjährige Kreisvorsitzende über den Zuwachs. Der größte Verein war 2017 die Aachener TG mit 474 Leichtathleten vor dem SV Germania Dürwiß (435) und Alemannia Aachen (415).

Bartholomy warf schon einen Blick voraus. In der neuen Region Südwest gab es im vergangenen Jahr 8142 Leichtathleten in 94 Vereinen. Der Kreis Aachen stellt also mehr als die Hälfte der organisierten Läufer, Springer und Werfer, wie Bartholomy nicht ohne Befriedigung feststellte.

So wie die Kreistage überwiegend aus Ehrungen bestanden, ging es bei der Regionsversammlung primär um das neue Personal. Den Regions-Jugendausschuss führt Felix Jung an, bisher Jugendausschuss-Vorsitzender des Kreises Aachen. Ihm zur Seiten stehen als stellvertretende Vorsitzende Christina Joachims (Kreis Heinsberg), die Jugendsprecherinnen Christelle Younga und Helena Imdahl (beide Kreis Düren) sowie Johannes Mahlberg (Kreis Euskirchen) und Anja Deckers (Kreis Heinsberg). Ein Jugendsprecher wurde noch nicht gefunden.

An der Spitze des Regions-Vorstandes steht Dirk Bartholomy, sein Stellvertreter ist Dieter Tobis (Kreis Heinsberg). Als Wettkampfwart fungiert Hans-Werner Pütz (Kreis Euskirchen), als Laufwart Karl-Heinz Plum (Kreis Aachen). Ein Lehrwart fehlt der neuen Region noch. Geschäftsführer ist der Aachener Philipp Nawrocki.