Leichtathletik: Steffi Jansen ist in Almere eine Klasse für sich

Leichtathletik : Steffi Jansen ist in Almere eine Klasse für sich

2019 war ein hartes Jahr für Steffi Jansen. Die Ausdauerathletin musste einige private Schicksalsschläge wegstecken. Zuletzt starb ihre Mutter völlig unerwartet.

„Der Sport war in vielen Momenten zurückgestellt“, sagt die 37-Jährige mit trauriger Stimme und ergänzt: „Meine Mutter hätte gewollt, dass ich weiterlaufe.“ Und das tat Jansen auch. Die Herzogenratherin meldete kurzfristig für die Triathlon-Europameisterschaft über die Langdistanz, die im niederländischen Almere über die Bühne ging.

Und die ehrgeizige Sportlerin kehrte mit dem Titel in ihrer Altersklasse (35 bis 39 Jahre) zurück. „Das war mein sportlicher Höhepunkt in diesem Jahr“, unterstreicht Jansen, die sich speziell für ihre schwächste Disziplin viel vorgenommen hatte. „Ich gebe die Hoffnung nicht auf, dass das Schwimmen und ich irgendwann einmal zusammen passen werden. Aber ich bin immer froh, wenn ich aus dem Wasser wieder herauskomme“, sagt Jansen mit einem Schmunzeln. Trotz des intensiven Trainings sollte es in Almere nicht zu einer Zeitverbesserung reichen. In 1:10:51 Stunden absolvierte sie die 3,8 Kilometer im kühlen Nass. „Das war im Rahmen meiner vorherigen Zeiten“, sagt Jansen, die bis vor ein paar Jahren ausschließlich im Duathlon unterwegs war.

Anschließend standen 180 Kilometer Radfahren auf dem Programm. Fast wäre das Rennen nach zehn Minuten für sie beendet gewesen. „Zwei Fahrer haben sich in einer Kurve duelliert und mich von der Strecke gedrängt. Ich bin eine Böschung hinuntergefahren und fast gegen einen Pfeiler geknallt. Glücklicherweise konnte ich noch ausweichen und über einen Schotterweg auf die Straße zurückkehren“, erinnert sich die Athletin. „Zu diesem Zeitpunkt dachte ich: Das geht nicht wirklich gut heute.“ Doch die restlichen Kilometer spulte sie bei konstanter Wattzahl ohne weitere Zwischenfälle ab und erreichte die Wechselzone nach 5:01:13 Stunden.

Über die Laufdistanz zeigte Jansen keine Schwäche und benötigte für die 42,2 Kilometer 3:20:35 Stunden. Im Ziel angekommen fiel der PTSV-Athletin „ein Riesenstein vom Herzen“, denn die Gesamtzeit von 9:39:38 Stunden bedeuteten persönlicher Bestwert. „An so einem langen Tag kann viel passieren. In dem Moment fällt alles von einem ab“, erzählt die neue Europameisterin mit einem Strahlen im Gesicht.

Die Ergebnisse im Überblick: https://bit.ly/2mznH7j