Rückzug von Inde Hahn aus der Landesliga sorgt für Aufsehen

Fußball : „Entschluss ist uns nicht leicht gefallen“

Der Rückzug des FC Inde Hahn aus der Fußball-Landesliga sorgt für Aufsehen. Der Verein will sportlich die Klasse halten, auch wenn es in der kommenden Saison in der Kreisliga weitergeht.

Der Rückzug des FC Inde Hahn aus der Fußball-Landesliga nach der Saison hat im Internet für großes Aufsehen gesorgt. Der entsprechende Online-Artikel in unserem Mitmachportal FuPa zählt seit der Veröffentlichung am späten Dienstagabend mehr als 5000 Aufrufe (Mittwoch, 18 Uhr). Über Facebook wurden rund 7000 Personen erreicht, der Beitrag dutzendfach kommentiert. Neben Kritik gibt es auch viel Lob im Netz für die Verantwortlichen des Klubs vom Kitzenhausweg, die sich für diesen weitreichenden Schritt entschieden haben.

Keine andere Option

„Der Entschluss ist uns nicht leicht gefallen. Wir haben bei mehreren Vorstandsitzungen lange und intensiv darüber diskutiert“, sagt Ralf Hüpchen, Ressortleiter Seniorenfußball des FC Inde. Jedoch sei man zu dem Schluss gekommen, dass es keine andere Option gäbe, als die Mannschaft aus der Landesliga zurückzuziehen.

„Unser Budget ist in den vergangenen zehn Jahren immer kleiner geworden. Mit dem Geld, was uns in der kommenden Saison zur Verfügung steht, kann man keine landesligataugliche Mannschaft zusammenstellen“, unterstreicht Hüpchen und ergänzt: „Der Verein hat ja nicht nur eine erste Mannschaft, sondern rund 550 Mitglieder. Andere Abteilungen sind bislang zu kurz gekommen. Wir wollen das vorhandene Geld nun anders verteilen.“

Die Hahner werden für die Saison 2019/20 zwei Seniorenmannschaften melden. Die erste Mannschaft wird in der Kreisliga B, die Zweite in der Kreisliga D starten. „Wir müssen vorrausschauend denken, denn im Amateurfußball hat sich vieles zum Negativen verändert“, betont Hüpchen, der die Mannschaft gemeinsam mit dem Vorsitzenden Wilfried Helmer am Dienstag- und Trainer Michael Grümmer bereits am Sonntagabend über die Neuausrichtung informierte.

„Wir besinnen uns auf unsere Wurzeln als Familienverein und haben deshalb so entschieden, um eine nachhaltige und nachvollziehbare Ausrichtung für unsere Mitglieder, die treuen Unterstützer und Freunde sowie Sponsoren zu ermöglichen“, lautet das offizielle Statement des Vereins, der am 30. Mai 1946 gegründet wurde und in zwei Jahren sein 75-jähriges Bestehen feiern wird.

Die erste Mannschaft soll zum 30. Juni aufgelöst werden, um einen „sauberen Schnitt zu machen“, wie Hüpchen sagt. „Wir werden die Saison sportlich zu Ende bringen.“ Aktuell rangiert das Grümmer-Team auf Rang zehn in der Landesliga. Dass die Spieler die kommenden Aufgaben nicht mit vollem Einsatz angehen werden, glaubt Hüpchen nicht. „Es geht ja um Punktprämien und die Spieler müssen sich zeigen.“ Der Meinung ist auch Grümmer, der als Spieler auch die „guten Zeiten“ des Vereins miterlebt hat. „Ich möchte sportlich nicht absteigen, das habe ich den Jungs auch deutlich gesagt. Einige Trainerkollegen haben mich schon kontaktiert, um sich über meine Spieler zu informieren“, berichtet der 35-Jährige, der sich um seine sportliche Zukunft über die Saison hinaus noch keine konkreten Gedanken gemacht hat.

„Die Entwicklung macht mich natürlich traurig, aber wenn der Verein das finanziell nicht mehr stemmen kann, gibt es keine andere Möglichkeit“, sagt Grümmer.

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