FC Düren in Kampfstimmung: Rombey hofft wieder auf eine Sensation

FC Düren in Kampfstimmung : Rombey hofft wieder auf eine Sensation

Frank Rombey hat seinen Spielern zumindest einen Erfolg voraus: Der Trainer des Fußball-Mittelrheinligisten 1. FC Düren weiß, wie es geht, das Halbfinale eines Pokalwettbewerbes zu gewinnen. Im Prinzip ist es einfach: „Kurz vor Schluss des Spiels habe ich den 1:0-Siegtreffer meiner Mannschaft geköpft.“

Das umjubelte Tor erzielte Rombey als Jugendlicher im Trikot des Gürzenicher Fußballclubs. Ausgerechnet dem favorisierten Nachwuchs der Aachener Alemannia verwehrte der heute 38-Jährige mit seinem Kopfballtor vor rund 20 Jahren den Einzug in das Finale des Mittelrheinpokals. Das war eine Überraschung. Und weil der Pokal seine eigenen Gesetze hat, hofft der Coach auch am Mittwoch (15 Uhr) „auf eine Sensation“.

Frank Rombey steht mit seinen Schützlingen wahrlich vor keiner leichten Aufgabe. Erst am vergangenen Samstag verbuchte der Fusionsklub endlich wieder ein Erfolgserlebnis in der Mittelrheinliga. Seit November 2018 hatte der Aufsteiger in die fünfthöchste deutsche Klasse keinen Sieg mehr bejubeln dürfen.

Die Sieglosserie hatte Folgen: Weil der 1. FCD in akute Abstiegsgefahr geriet, griffen auch beim Fusionsklub die Mechanismen des Fußballgeschäftes: Das Präsidium beschloss, das Trainer-Duo Bernd Lennartz und Sandro Bergs zu entlassen. Sportdirektor Frank Rombey fiel die unangenehme Aufgabe zu, den beiden Übungsleitern den Rausschmiss mitzuteilen. Für Rombey insofern eine durchaus schwierige Situation, weil er und Len­nartz seit über 20 Jahren befreundet sind.

Und weil die Vereinsspitze den erfahrenen Mittelrheinliga-Spieler und -Trainer bat, den 1. Düren bis Saisonende zu coachen und den Klassenerhalt zu sichern, ließ sich Rombey in die Pflicht nehmen: „Das war für mich keine einfache Situation. Aber ich bin keiner, der sich vor einer Aufgabe drückt und wegläuft.“

So stand er einen Tag nach seiner Ernennung zum Interimstrainer vor der Mannschaft und schwor sie auf die Mission Klassenerhalt ein. „Ganz klar: Der Verbleib in der Mittelrheinliga hat für unseren Verein oberste Priorität. Der Pokal ist das Sahnehäubchen.“

Sein erstes Spiel hat der Coach nun 1:0 gegen den VfL Vichttal gewonnen. Das einzige Tor fiel zwar nach einem umstrittenen Elfmeter, den Mannschaftskapitän Yunus Kocak souverän verwandelte. Aber drei Punkte sind drei Punkte. Die Pokalpartie in der altehrwürdigen Westkampfbahn gegen den früheren Bundesligisten und Deutschen Vizemeister Alemannia Aachen ist also erst das zweite Pflichtspiel unter Rombeys Regie. Bis Samstagabend, 18 Uhr, hatte sich der Coach angesichts der Priorität Abstiegskampf noch keine Gedanken gemacht, mit welchem Personal und welchen taktischen Kniffen er dem Favoriten das Leben schwermachen will.

„Für uns war es zunächst einmal wichtig, den Spielern über das Training wieder Selbstvertrauen zu vermitteln“, sagte Rombey. Handauflegen allein hätte nicht geholfen: „Über die Basics wollten wir unseren Spielern wieder das Vertrauen in die eigene Leistung geben. Denn sie können ja Fußball spielen.“ Die Negativserie hatte den Kickern von der Westkampfbahn den Glauben an die eigene Fähigkeiten genommen. So setzte Rombey im Training auf Spielformen, die das Selbstbewusstsein seiner Schützlinge stärken sollten. Er führte viele Gespräche, in denen er auch immer wieder die Stärken der Akteure ansprach. Und er setzte noch auf einen anderen Aspekt: „Klar ist doch, dass die Spieler, die bisher nicht so oft zum Einsatz kamen, sich nun zeigen wollen.“ Dem neuen Trainer wollen sie sich aufdrängen, sie wollen den Druck auf die Stammspieler erhöhen.

Rombey setzt auf den Ehrgeiz jedes einzelnen Akteurs. Denn:„Wir wollen die Sensation. Wir wollen unseren jungen Verein gegen den traditionsreichen Klub gut vertreten.“ Das wird nicht einfach: „Natürlich sind die Aachener der haushohe Favorit“, sagt Rombey und verweist auf die tabellarische Konstellation: „Wenn der Fünfte der Regionalliga auf den Elften der Mittelrheinliga trifft, dann sind die Rollen doch klar verteilt.“ Der Pokal hat aber bekanntlich seine eigenen Gesetze: Sollte der 1. FC Düren den Härtetest bestehen, haben Trainer und Team am 25. Mai 2019 den nächsten großen Pokalauftritt. Die ARD überträgt alle Partien in einer Livekonferenz.

Egal, ob nun der 1. FC Düren die Alemannia besiegt oder verliert: Klar ist, dass Frank Rombey sich mit dem Abpfiff des Halbfinales wieder auf die Meisterschaftsspiele konzentriert, denn: „Wir wollen Mittelrheinligist bleiben. Dieses Vorhaben hat absolute Priorität.“

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