Aachen: Ringer Kasim Aras bringt sich in seinem eigenen Gym in Form

Aachen : Ringer Kasim Aras bringt sich in seinem eigenen Gym in Form

Kasim Aras hebt den Kopf und sagt: „Mein Herz schlägt für das Ringen. Dieser Sport hat mich zu dem Menschen gemacht, der ich heute bin.“ Doch der 30-Jährige ergänzt: „Mit dem Ringen allein kommst du heutzutage nicht voran.“

Daher richtet der Aachener seinen Fokus zusätzlich auf eine andere Kampfsportart, die sich gerade in den USA durch die Stars der Szene wie Conor McGregor (30) oder Brock Lesnar (41) einer großen Beliebtheit erfreut. Im sogenannten Mixed Martial Arts (MMA) hat Aras bereits einen Kampf absolviert, den er nach wenigen Sekunden souverän für sich entscheiden konnte.

Das Video von seinem eindrucksvollen MMA-Debüt verbreitete sich anschließend rasant im Internet, was sich allerdings nicht als förderlich für seine weitere Karriere in der umstrittenen Vollkontaktsportart erwies. „Potenzielle Gegner informieren sich im Netz über mich. Leider will sich dann keiner mehr mit mir messen“, berichtet Aras, der nicht verneint, dass er als Ringer beste Voraussetzungen für eine erfolgreiche Laufbahn als MMA-Kämpfer mitbringt. „Jederzeit kann ein Kampfangebot reinkommen. Ich will optimal vorbereitet sein.“, sagt Aras, der täglich in seinem Gym in Aachen-Brand an der Hermann-Löns-Straße trainiert.

Vor gut einem Jahr hatte der Vater zweier Söhne den Verein KKS Sparta Aachen e. V. (Kampf- und Kraftsport) gegründet. Nach seiner Vormittagstätigkeit in einem der drei Kioske der Familie Aras widmet der bullige Kämpfer seine ganze Aufmerksamkeit dem eigenen Gym. Hier bereitet er sich auch — nach seiner Rückkehr zu Eintracht Walheim — auf seinen ersten Saisonkampf in der Ringer-Bundesliga vor.

Zwei Jahre ging Aras für Mainz auf die Matte, vergangene Saison war er für Witten im Einsatz. Nun gibt er am 8. September sein Comeback für die Eintracht beim Auswärtskampf in Kleinostheim. Auch die Teamkollegen um Trainer Yaschar Jamali nutzen die hervorragenden Bedingungen in der rund tausend Quadratmeter großen Halle, um gut gerüstet in den ersten Saisonvergleich zu starten.

Aras, der als Neunjähriger die ersten Schritte im Ringsport gemacht hat, legt bei Sparta Aachen zudem viel Wert auf die Nachwuchsarbeit. So bietet er beispielsweise spezielles Kinderringen für die Jüngsten an. Kinderboxen steht ebenfalls auf dem „Lehrplan“. Dafür zeichnet Denis Sterl-Guedes verantwortlich, der darüber hinaus als Geschäftsführer von Sparta Aachen die Fäden zusammenhält. „Der Nachwuchs liegt uns besonders am Herzen, denn in unserer Region wird zu wenig an die Jugend gedacht“, betonen beide unisono. „Ringen ist in meinen Augen die beste Sportart für Kinder“, ergänzt Aras. „Fairness, Respekt und Disziplin werden den Kids früh vermitteln. Der Sport erzieht für das Leben“, fügt er hinzu.

Durch seine Tätigkeit als Box-coach und Trainingspartner für Kasim Aras hat auch Sterl-Guedes wieder Blut geleckt. Der Sohn von Mario Guedes, des ehemaligen Deutschen Meisters im Schwergewicht, wird nach einer fast zehnjährigen Auszeit am 17. November bei einer Boxgala in Remscheid wieder in den Ring steigen. Nach fünf Operationen an der Schlaghand, private Probleme sowie der Geburt seiner drei Kinder will sich der 29-Jährige nun zurückkämpfen. Zweimal täglich trainiert er in Brand für sein Comeback. Sein Gewicht hat er in gut einem Jahr von 113 auf 94 Kilogramm reduziert. „Ein Boxer bleibt ein Leben lang ein Boxer. Das hast du im Blut“, sagt Sterl-Guedes mit einem Schmunzeln.

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