Aachen: Ringer-Bundesligist Eintracht Walheim ist für die Saison gerüstet

Aachen : Ringer-Bundesligist Eintracht Walheim ist für die Saison gerüstet

Zu einem Spaß sind diese Jungs fast immer bereit. Ernst wird es nur auf der Ringermatte, wenn es ums Training und an den Kampftagen um Punkte in der Bundesliga geht.

Bei einem Besuch in unserer Redaktion mal eben Eintracht Walheims Teamsprecher Dieter Otto „auf den Arm zu nehmen“, weil der Fotograf kein eher langweilig daherkommendes Gruppenbild machen möchte, ist für die Schwergewichte Martin Otto und Heimkehrer Kasim Aras sowie ihren „Spielertrainer“ Yaschar Jamali kein Problem. Gesagt, getan, darüber gelacht — fertig!

Ernst wird es am 8. September: Dann beginnt die Saison mit dem Auswärtskampf in Kleinostheim, ehe eine Woche später mit Lübtheen ein Gruppenneuling aus Mecklenburg-Vorpommern nach Kornelimünster zum ersten Heimkampf der Eintracht anreist. „Unsere Gruppe mit Mainz, Heilbronn, Nackenheim, Witten, Merken Kleinostheim und Lübtheen ist deutlich stärker als in der vergangenen Saison“, sieht Dieter Otto ein schweres Stück Arbeit auf die Mannschaft zukommen. „Rückkehrer Kasim Aras ist eine absolute Bereicherung für unser Team“.

Walheims starke Männer sind längst im Training. Nicht direkt zu Hause in Walheim, weil die dortige Halle zurzeit wegen verschiedener Arbeiten gesperrt ist, sondern beim befreundeten Nachbarn TKV Oberforstbach/Kelmis und bei Kasim Aras. Der 30-Jährige hat nämlich 2017 den Verein KKS Sparta Aachen e. V. (Kampf- und Kraftsport) gegründet und eine Halle an der Hermann-Löns-Straße in Aachen-Brand angemietet. Zudem betreibt die Familie Aras inzwischen drei Kioske in Burtscheid, Aachen und Vaals. „Schon deshalb ist es sinnvoll, wieder zu Hause zu ringen“, sagt das sympathische Schwergewicht. Auch zur Freude seiner Frau Anaika und der beiden Söhne Hamza (4) und Malik (2).

Drei Jahre dauerten Arase_SSRq „Auswärtsspiele“, zwei Jahre ging er für Mainz auf die Matte, letzte Saison für Witten. Weil aber auch Aufwand und Ertrag in keinem Verhältnis standen und stehen, war es auch aus diesem Grund eine für ihn leichte Entscheidung, zurückzukommen. „Das große Geld kann man auch anderswo in unserer Sportart nicht machen. Und trainiert habe ich ja ohnehin meistens mit den Walheimer Jungs.“

„Ich bin Aachener“, sagt Aras. Yaschar Jamali nennt einen Aspekt, der im Profisport heutzutage auch nicht mehr ganz so häufig zu finden ist: „Es erfüllt unseren Verein und mich als Trainer mit einem gewissen Stolz, dass in unserer Mannschaft mit Martin und Max Otto, meinem Bruder Purya, Kasim und mir fünf Eigengewächse in der Bundesliga auf die Matte gehen. Das gibt es nicht so oft, dass die halbe Mannschaft, die bei einem Kampf auf die Matte geht, ihrem Heimatverein treu geblieben ist.“

„Die Jungs und der Verein haben sich in Walheim richtig was aufgebaut“, sagt Aras. Und verspricht: „Ich will keinen Kampf verlieren. Das meine ich nicht arrogant, habe es aber im Hinterkopf.: Das Maximale herausholen und immer alles geben ist der Weg. Das sehen wir alle so.“

Martin Otto ergänzt: „Die kommende Saison wird anders, weil die Gruppen anders gemischt sind. Uns erwartet ein Überraschungspaket. Aber wir wollen in die Endrunde.“ Das ist das klare Ziel der Eintracht-Ringer. Jamali bestätigt das: „Endrunde, gesund bleiben und ohne Verletzungen durch die Saison kommen, das sind die wichtigsten Aspekte. Es wird schwer, weil die Gegner ebenfalls aufgerüstet haben. Aber wir sind auch stark und hochmotiviert. Eine Garantie gibt es nicht, ich denke aber, dass das Viertelfinale ein realistisches Ziel ist.“ Die siegreichen und zweitplatzierten Teams der drei Bundesliga-Gruppen sowie die beiden besten zweitplatzierten Klubs erreichen die Finalrunde der besten acht Mannschaften. „Das gelingt uns“, ist Kasim Aras sicher, „weil wir nun personell auch bessere taktische Möglichkeiten haben.“

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