Aachen: Positive Entwicklung der Jugendabteilung von Alemannia Aachen

Aachen : Positive Entwicklung der Jugendabteilung von Alemannia Aachen

Die A-Jugend spielt künftig in der Fußball-Bundesliga, die C-Junioren in der Regionalliga, der höchsten Liga dieser Altersklasse, die U 15 wurde Mittelrheinmeister, die U 14 verpasste dies erst im Elfmeterschießen knapp. Einziger Wermutstropfen ist der Abstieg der B-Junioren aus der Bundesliga.

Auch ohne Nachwuchsleistungszentrum (NLZ) wird in der Jugendabteilung von Alemannia Aachen erfolgreich gearbeitet — und das auch unterhalb des sogenannten Leistungsbereichs bis U 16.

„Vor der vergangenen Saison ist mit der Aufgabe des NLZ viel passiert, wir haben Leute verloren und mussten die Arbeit auf neue Beine stellen“, sagt Manfred Werner, langjähriger Obmann der „eingestampften“ zweiten Alemannia-Mannschaft, der in der Doppelfunktion als Leiter Jugend und Administration für die Organisation des Nachwuchsbereiches verantwortlich zeichnet. Unterstützt wird er von Ex-Profi Aimen Demai, Koordinator U 19-U 16, Horst Mohr, Koordinator U 9-U 12, und seit Anfang Juli Ex-Profi Manfred Pomp, Koordinator U 13-U 15. Sein Vorgänger, der als Koordinator und zudem Trainer der U 15 zum Abschied den Meistertitel feierte, ist als Jugendkoordinator zum Dresdener SC gewechselt.

Pomp hatte zuvor u.a. für den Nachwuchs des VfL Vichttal und des FC Inde Hahn verantwortlich gezeichnet. „Ich bin seit sieben Jahren im Nachwuchsfußballbereich unterwegs“, so Pomp, der schon vor zehn Jahren bei der Alemannia für die Grundlagenkoordination sorgte. „Ich hatte eigentlich nie vor zurückzukehren, aber jetzt habe ich das Gefühl, hier sind wieder ein paar Leute zusammen, mit denen man gemeinsam an einer positiven Entwicklung arbeiten kann. Von außen betrachtet, waren die Ergebnisse überraschend gut.“

Das ist auch anderen Klubs nicht verborgen geblieben, die sich für ihre NLZ am Tivoli „bedienten“: So wechselte z.B. Marcel Johnen in die U 17, Paul Ervens und Ken Izekor in die U 12 von Bayer Leverkusen, Keeper Mio Backhaus in die U 15 von Werder Bremen, Max Wickum in die U 16 von Borussia Mönchengladbach oder Enrique Lofolomo zur U 19 von Fortuna Düsseldorf. „Wir bilden für die Bundesliga-Vereine aus“, sagt Werner seufzend — damit teilt die Alemannia das Schicksal kleinerer Klubs, deren Spieler wiederum an den Tivoli gelockt werden.

„Nachdem uns mit Philipp Kaß der NLZ-Leiter verlassen hatte, haben wir Arbeitsgruppen gebildet, hauptamtlich arbeitet hier niemand“, erläutert Mohr die Konsolidierung der Jugendabteilung. „Durch die Aufgabe des NLZ haben wir Spieler verloren, insgesamt gab es viel Unruhe im Jugendbereich. Wir mussten schauen, dass wir so zusammenstellen, dass sie regionalsportlich konkurrenzfähig waren.“ Und Werner ergänzt: „Wir haben gezeigt, dass man auch mit wenig Geld sportliche Ziele erreichen kann.“

Und das hat auch das Umfeld bemerkt. „Wir werden für externe Spieler wieder interessant, wir sind sehr bemüht, im unteren Bereich sympathisch und leistungsorientiert rüberzukommen“, so Mohr. „Wir wollen die Rahmenbedingungen erweitern und verbessern, wie etwa durch isolierte Trainingseinheiten. Der Umfang des Trainings ist wie zu NLZ-Zeiten. Wir sind und bleiben regional die Nummer eins.“

Dass die U 17 im Jahr nach dem Wiederaufstieg gleich wieder abgestiegen ist, lag auch daran, dass der Klub auf den Aufstieg nicht vorbereitet war. Das hatte Aimen Demai klar erkannt. Und auch der Aufstieg der U 15 — gespielt werden die Aufstiegsspiele stets von der U 14 — war so nicht eingeplant. „Einige unserer Mannschaften haben über dem Soll gespielt, das zeigt, wie gut gearbeitet wurde. Aber das ist kein Selbstläufer“, so Pomp.

Um weitere schnelle Abstiege zu vermeiden, ist ein guter Unterbau notwendig. „Der mittlere Bereich ist ganz wichtig, wir wollen künftig besser vorbereitet sein, eine gute, breite Basis haben“, so Mohr. Mit dem Ziel, auf längere Sicht Spieler für die erste Mannschaft aufzubauen. Werner von Niersteiner: „Unser Ziel ist es, dass künftig aus der U 19 zwei, drei Spieler oben ankommen.“ So wie aktuell Mark Kleefisch oder zuvor Tobias Mohr und Meik Kühnel.

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