Kegeln:: Mit viel Herzblut für ihren Sport

Kegeln: : Mit viel Herzblut für ihren Sport

Die Kerpenerin Katharina Schmitz von der SG Aachen-Knickertsberg vertritt die deutschen Farben bei der WM Anfang Juni in Langenfeld.

Wenn Katharina Schmitz über ihr liebstes Hobby spricht, dann funkeln ihre Augen. Die 25-Jährige ist begeisterte Sportkeglerin, eine äußerst erfolgreiche noch dazu. Die Kerpenerin ist mit zahlreichen Medaillen dekoriert. Regelmäßig räumt sie bei Bezirks-, Rheinischen- oder Deutschen Meisterschaften die Preise ab. Zuletzt sicherte sie sich souverän den Landesmeistertitel. Anfang Juni wartet nun die nächste große Herausforderung auf die Athletin von der SG 63 Aachen-Knickertsberg. Schmitz steht im Kader der Nationalmannschaft des Deutschen Schere-Keglerbundes und wird bei der Weltmeisterschaft in Langenfeld ihr Können erneut unter Beweis stellen.

„Ich habe mich riesig über die
Nominierung gefreut“, sagt Schmitz, die Ende Februar von Bundestrainer Michael Teschner berufen wurde. Um sich gebührend auf ihren Einsatz bei der WM vorzubereiten, fährt Schmitz regelmäßig ins rund 50 Kilometer entfernte Langenfeld, um auf der Bahn der dort beheimateten Sportkegler ein paar Würfe zu machen. Denn Schmitz rechnet sich auch bei der WM etwas aus. „Titelhoffnung habe ich auf jeden Fall“, sagt Schmitz selbstbewusst, die Kegeln als eine „Perfektionssportart“ bezeichnet.

Dass neben der Technik auch die Ausdauer ein entscheidender Faktor ist, unterstreicht die symphytische Athletin. „Für die 120 Wurf benötigt man etwa eine Stunde, das ist ganz schön anstrengend.“ Mit regelmäßigem Joggen hält sie sich fit, zudem feilt sie fast täglich auf den Bahnen in der Region an ihrer Wurftechnik.

Das Kegeln wurde Schmitz quasi in die Wiege gelegt. Ihre Eltern waren ambitionierte Betriebssportkegler. Schon als Dreijährige setzte sie die ein oder andere Kugel in Bewegung, im Alter von neun Jahren schloss sie sich dem ersten Verein an. „Ich habe auch acht Jahre Leichtathletik gemacht und sechs Jahre Fußball gespielt“, erinnert sich Schmitz. Doch nur dem Kegeln hielt sie die Stange. „Solange die Knochen halten“ will Schmitz weiter kegeln. „Es macht mir einfach riesen Spaß und ich habe viele Freundschaften geknüpft. Kegeln ist die Herausforderung, die ich suche“, erläutert Schmitz ihre Faszination für die Präzisionssportart.

Dass es um den Kegelnachwuchs eher schlecht bestellt ist, weiß auch die 25-Jährige. Es sei ein Konglomerat aus vielen Gründen, die ursächlich für das Problem seien. Die Schließung vieler Gaststätten mit Kegelbahn, das Vorurteil „Saufsport“ oder auch die zeitintensiven Wettkämpfe führt Schmitz als Gründe an. „Und es ist eine Randsportart. Mit Nachwuchsproblemen haben fast alle zu kämpfen.“ Kinder seien grundsätzlich sehr interessiert, aber „es ist halt ein langwieriger Sport, und viele wenden sich dann wieder ab“.

Einen bitteren Moment erlebte Schmitz Anfang März, als sie mit ihrem Verein SG Aachen-Knickertsberg nach sechs Jahren in Folge in der Bundesliga den bitteren Gang in die NRW-Liga antreten musste. „Das war eine große Enttäuschung“, sagt die Kerpenerin, die sich noch nicht entschieden hat, ob sie auch in der kommenden Saison, die Anfang September wieder startet, das Aachener Trikot überstreifen wird. „Das ist sehr emotional für mich, denn ich hänge sehr an Aachen. Aber die NRW-Liga entspricht nicht meinem Drang nach Herausforderung“, verdeutlicht Schmitz, die durch die WM-Nominierung die sportliche Talfahrt besser verarbeiten kann. „Das ist ein Lichtblick nach dem Abstieg“, sagt sie und ihre Augen funkeln.

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