Tennis Bundesliga: Meister Mannheim siegt glücklich bei Aufsteiger BW Aachen 4:2

Tennis Bundesliga : Meister Mannheim siegt glücklich bei Aufsteiger BW Aachen 4:2

Es hat nicht sollen sein: Aufsteiger BW Aachen hat auch sein zweites Meisterschaftsspiel in der Bundesliga verloren. Aber: Beim 2:4 gegen den Deutschen Meister waren die Verantwortlichen und Spieler aus Mannheim froh, überhaupt gewonnen zu haben.

Denn: Zwei Einzel und ein Doppel gingen in den Champions-Tiebreak. Und alle entschieden die Mannheimer knapp für sich. Mannheims Auswärtssieg stand Freitagabend kurz vor Mitternacht fest. Um 23.25 Uhr durften die Gäste jubeln. Und ihr Teamchef Gerald Marzenell gestand: „Da haben wir eine gute Portion Glück gehabt.“

Rund zehneinhalb Stunden dauerte der Spieltag, weil lange Regenpausen für Unterbrechungen sorgten, und die Doppel schließlich in einer Vaalser Tennishalle ausgetragen werden. Vor diesen letzten Spielen führten die Mannheimer 3:1. Doch Aachens Doppel Thiemo de Bakker/Tallon Griekspoor verkürzte gegen Dusan Lajovic/Robin Kern beim 6:3, 7:5 auf 2:3. Im zweiten Doppel zwangen Aachens Belgier Gille Sander/Joran Vliegen die Gäste-Akteure Andreas Beck/Pedro Martinez Portero mit 3:6 und 7:5 in den dritten Champions-Tiebreak des Tages. Und wieder ging dieser verloren, und wieder nach spannendem Verlauf: Aachen wehrte beim Stand drei Matchbälle ab, doch dann sorgten die Grün-Weißen bei eigenem Aufschlag mit dem 10:8 für die Entscheidung.

Packende Einzel hatten die Zuschauer zuvor auf der Anlage von BW Aachen am Luxemburger Ring gesehen. So zum Beispiel das von Tallon Griek-
spoor. Der Niederländer zwang mit erstklassigem Tennis Dusan Lajovic in den Champions Tiebreak. Der Serbe, Nummer 36 der Weltrangliste, hatte nach fast dreistündiger Unterbrechung Satz eins gegen die Nummer 198 mit 6:4 gewonnen. Im zweiten Abschnitt schien er einem Zweisatzsieg entgegenzusteuern, führte 5:3. Doch Griekspoor wuchs über sich hinaus. Er glich zum 5:5 aus, stellte in den folgenden Sätze den Serben mit seinem druckvollen und intelligenten Spiel vor unlösbare Probleme.

Mit dem 7:5 zwang er Lajovic in den Champions Tiebreak – und lag dort 6:3 und 7:5 vor. Doch der Gast hatte das bessere Ende für sich. Lajovic profitierte von Fehlern des Niederländers und gewann dank des 10:8 den Satz noch, brachte Mannheim mit 3:1 in Front. Aachens Teamchef Marc Zander sollte seinem Spieler höchsten Respekt: „Tallon hat dazu beigetragen, dass wir in dieser Partie das beste Tennis gesehen haben, das je auf dieser Anlage gespielt worden ist. Aber er musste immer 110 Prozent spielen – und deshalb fehlte dann abundzu die letzte Konzentration.“

Respekt hatten sich aber auch die drei anderen Aachener Einzelspieler verdient. Zizou Bergs, der sich beim Auftakt in Weinheim den Knöchel verstaucht hatte, rang Jeremy Jahn in zwei Sätzen nieder. Im ersten Satz nahm er dem Mannheimer sofort den Aufschlag ab und gewann 6:4. Im zweiten Abschnitt ließ er sich von dem 0:3-Rückstand nicht beirren, sicherte sich vier Spiele in Folge und sorgte mit dem 6:4 für den ersten Punkt der Gastgeber.

Der Aachener Germain Gigounon verlor sein Einzel, weil dem Belgier gegen Andreas Beck das Netz eher Feind als Freund war. 1:1 stand es nach Sätzen. Den ersten hatte er 6:1 gewonnen, den zweiten – Beck hatte sein Spiel geändert und wurde immer besser – 3:6 verloren. Dabei besaß Gigounon die Chance, nach 1:4-Rückstand 4:4 auszugleichen. Doch Beck wehrte diese ab. Es ging also in den Champions Tiebreak. In ihm blieb das gelbe Spielgerät mehrmals an der Netzkante hängen – um auf die Aachener Seite zu fallen. Gigounon verlor deshalb 10:12. Mannheims Teamchef Gerald Marzenell befand zum ersten Mal: „Da haben wir wirklich Glück gehabt.“

Auch der Niederländer Thiemo de Bakker schlug sich gegen den Spanier Pedro Martinez Portero wacker, musste sich aber 4:6, 2:6 geschlagen geben. Dass de Bakker gegen den spanischen Kontrahenten verloren hatte, führte Aachens Teamchef Marc Zander auch auf das hohe Aufschlagsrisiko zurück, das der Niederländer gegen den Aschenplatzspezialisten gehen musste: „So kassierte er die Breaks.“ Und er sagte weiter: „Die Partien haben gezeigt, dass wir durchaus mitspielen und auch punkten können. Am Ende müssen wir aber auch punkten.“

Sonntag steht die nächste Meisterschaftspartiel an: BW spielt beim Gladbacher HTC. Der war 2017 Deutscher Meister. Eine weitere schwere Aufgabe für den Aufsteiger. Marc Zander ist sich jedenfalls sicher nach den beiden ersten Auftritten: „Der aktuelle Tabellenzweite wird uns sehr ernst nehmen.“

BW Aachen - Mannheim 1:3 nach den Einzeln: Thiemo de Bakker - Pedro Martinez Portero 3:6, 2:6; Germaine Gigounon - Andreas Beck 6:1, 3:6, 10:12; Tallon Griekspoor - Dusan Lajovic 4:6, 7:5, 8:10; Zizou Bergs - Jeremy Jahn 6:4, 6:4; Griekspoor/de Bakker – Lajovic/Robin Kern 6:3, 7:5; Gille Sander/Joran Vliegen – Martinez Portero/Beck 3:6, 7:5, 8:10.

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