Lateinformation FG Aachen Düsseldorf bei der DM

Tanzen : Die großen Gefühle im „Loveletter“

Die Lateinformation FG Aachen Düsseldorf startet mit einer neuen Choreographie bei der Deutschen Meisterschaft in Braunschweig.

Die Premiere war glanzvoll – im Ballambiente der Welttanzgala in Baden-Baden. Das passte, denn ebenso elegant kam die Lateinformation der FG Tanzsportzentrum Aachen/Boston-Club Düsseldorf daher. Die Frauen in Rot, über und über mit Strass besetzt, die Männer in Dunkelblau, die Spitzenhemden mit rotem und silbernem Strass besetzt. Und auch die neue Choreographie traf den Nerv – „Loveletter“ ist einschmeichelnd, eingängig, bringt die Füße der Zuschauer zum Wippen. Am Samstag wird es für den Bundesliga-Rückkehrer ernst: bei den Deutschen Meisterschaften in Braunschweig.

„Ich bin sehr zufrieden.“ Torben Bölk strahlte nach der gelungenen Premiere in Baden-Baden. „Das Konzept und unser Outfit sind sehr gut angekommen. Das war ein rundum gelungenes Wochenende mit der Probe vor dem Auftritt beginnend bis zum Training am folgenden Tag vor der Rückreise.“ Und dann sagt der FG-Coach einen nie zuvor ausgesprochenen Satz: „Wir haben die Mannschaft auf den Punkt fertig bekommen. Es wird Zeit, dass wir am Samstag endlich bei der DM antreten.“ Verblüffend deshalb, weil normalerweise vor der DM meist noch der allerletzte Schliff fehlt und die Teams erst zum Bundesliga-Start im Januar so richtig austrainiert sind.

„Wir haben, wie von Aachen gewohnt, ein durchgängiges Thema mit einer Message. Das ist gut angekommen.“ Auf „The Great Gatsby“, mit dem Aachen bei der kurzen Runde durch die Zweite Liga alle Turniere mit allen Einserwertungen gewonnen hatte, folgen der „Loveletter“. „Ich fand die Idee eines Briefes schön. Heute wird zwar mehr geschrieben als gesprochen, aber man kommuniziert eher mit Whatsapp, als mit handgeschriebenen Briefen“, sagt Bölk, der schmunzelnd gesteht: „Ich habe erst im vergangenen Monat noch einen Liebesbrief geschrieben.“

Schon im Einmarsch, dessen Musik aus dem Musical „Die Päpstin“ stammt, wird das Thema bildlich dargestellt, mit dem Song Dear Darlin‘ von Olly Murs geht es dann in den Wertungsteil. „Dear Darling ist wohl die Brieferöffnung schlechthin“, so Bölk. Und der startet gleich flott mit einer zwölffach gedrehten Pirouette.

Ein weiteres Highlight ist das Roundabout, bei dem je zwei Paare über Kreuz starten. „Das war meine Idee, als wir die Choreographie ,Showstars‘ getanzt haben“, verrät Bölk, der damals noch als Kapitän das Team angeführt hatte. Dynamisch, fast wie bei einer Explosion trennen sich die Paare, ehe das Roundabout über die Fläche wandert. Schlusspunkt ist die Todesspirale, die seit Jahren traditionell den offiziellen Wertungsteil beendet. In der vergangenen Woche waren Torben Bölk und Co-Trainerin Marion Kegenhoff noch einmal bei Arrangeur Heribert Leuchter in Aachen gewesen. „Wir haben die Musik noch ein letztes Mal überarbeitet, noch ein paar Streicher und Trompeter eingefügt“, verrät der FG-Cheftrainer. Mitte März war Aachen wieder aufgestiegen, im Mai  nahm man die Arbeit an der neuen Choreographie auf. Dabei wurden die Tänzer in Arbeitsgruppen noch stärker eingebunden.

Mit Sandra Caspers (Odenthal) unterstützt seit dem Sommer eine weitere Co-Trainerin das FG A-Team. „Sandra kümmert sich vor allem um die tänzerische Entwicklung unserer Tänzer. Sie ist eine erfahrene und erfolgreiche Einzeltänzerin, Trainerin und Wertungsrichterin“, erläutert Bölk, der sich von der Verpflichtung einen anderen Blick auf die Choreographie versprochen hat. „Als Einzeltänzerin hat sie eine andere Herangehensweise als Marion und ich.“

Der Kader ist diesmal groß, die Veränderungen dagegen klein. 21 Tänzer, elf Männer und zehn Frauen, gehören zum Team, darunter fünf Neuzugänge und zwei Rückkehrer, die pausiert hatten. Diese beiden und zwei der Neuzugänge schafften den Sprung in den 16köpfigen Stamm.

Der Aufsteiger geht die DM durchaus ambitioniert an. „Ich sehe uns nicht als Aufsteiger, ich glaube, das haben wir in der Zweitliga-Saison unterstrichen. Und wir wollen uns auch nicht als Aufsteiger präsentieren.“ Neben Serienmeister GGC Bremen gehen das 1. TSZ Velbert, das die Fusion mit Bochum wieder gelöst hat, BW Buchholz, TSG Bremerhaven, die TSG Backnang, der 1. TC Ludwigsburg A – die vergangene Saison in der Bundesliga in dieser Reihenfolge die Plätze zwei bis sechs belegten – sowie Mitaufsteiger TSC Residenz Ludwigsburg an den Start.

FG-Team: Philipp Florack/Laura Karsch, Fabian Förster/Katharina Schumann, Andy Jekel/Rebecca David, Heiko Samlowski/Nenita Behr, Sebastian Schmitz/Anastasia Karimov, Erik Soeterboek/Pia Pokorny, Yuriy Solovyov/Tamara Wagner, Julian Tatar/Janine Böwe, Ralph Schmidts/Vanessa Rüdingloh, Stefan Stursberg/Indra Rakebrand, Tom Pietruschka

Trainer: Torben Bölk, Marion Kegenhoff, Sandra Caspers